Ballett: mal schön, mal schwer verständlich, mal langweilig

b.39  atmosphere ch: Martin Chaix

Hubert Kolb über die Premiere von „b.39“

Drei deutlich verschiedene Ballettstücke an einem Abend, eines davon ziemlich lang, da wurde das Publikum etwas unruhig.
Das erste Stück („Dances with Piano“) zeigte herrliche Kombinationen von klassischen Schritten und modernem Tanz, von Altmeister Hans van Manen. Das Thema ist dankbar, die Beziehungen zwischen Mann und Frau in drei Duos. Zweimal wird der Mann zum Schluss weggestoßen, einmal bleiben beide zusammen. In ironischen Zwischenspielen ahmen die drei Tänzer Damenschritte nach und zeigen deutlich: wir brauchen Euch Damen nicht. Das gab Szenenapplaus.
Vom zweiten, dunklen Stück von Martin Chaix („Atmosphères“) habe ich wenig verstanden, alles wirkte sehr gewollt technisch – akrobatisch. Eindrucksvoll aber das Zwischenspiel eines Duos zum langsamen Satz der Pathétique: viel Emotion, der Tänzer verschwindet im Abgrund und sie bleibt zurück, transformiert in ein trauriges Wesen mit fast männlichen Bewegungen.
Als Drittes dann 44 (kurze) Duos von Béla Bartók. Martin Schläpfer zeigt sein ganzes choreographisches Können, aber es wird zu einem immer weniger anregenden Auf und Ab von Tempo und Tanzformen – kein Spannungsbogen führt uns durch die Abfolge von kleinen Stücken. Die wenigen Volkstänze sind belebend, ansonsten beschaute ich ohne größere Emotion wild-farbige Kostüme, ungewöhnliche Accessoires und das unruhige Bühnenbild.

Kolb_Hubert_Foto_Andreas_EndermannDr. Hubert Kolb
Professor für Immunologie/Diabetologie im Ruhestand

Als Biologe und Immunologe hat Hubert Kolb am Deutschen Diabetes-Zentrum Düsseldorf zu Mechanismen und Therapien des Kinder- und des Erwachsenendiabetes geforscht und gearbeitet. Vorsorge und Umgang mit der Krankheit beschäftigen ihn auch noch im Ruhestand. Den Weg zur Oper fand Hubert Kolb im Studium in München – eine „Zauberflöte“ in Spitzenbesetzung begeisterte ihn nachhaltig. Mittlerweile findet er genügend Zeit, die Oper regelmäßig zu besuchen und Vieles neu kennen zu lernen. Auch das Ballett am Rhein, das ihm unter Martin Schläpfer unerwartet gut gefällt.

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