Eine abgefahrene Mischung

b.35. Ballett am Rhein Düsseldorf/Duisburg
Abendlied. ch.: Remus Sucheana

Markus Wendel über die Premiere von „b.39“

Am heutigen Premierenabend erwarten uns drei Ballette, choreographiert von drei Herren, die dem Düsseldorfer Publikum nicht unbekannt sind.

Den Auftakt macht ein kleines Stück von Hans van Manen. Leider finde ich nicht wirklich einen Zugang hierzu, mir fehlt eine gewisse Leichtigkeit, es wirkt auf mich sehr überlegt und aufgesetzt. Ein wahrer Genuss ist die musikalische Begleitung durch die ganz hervorragende Pianistin.

Beim zweiten Stück des Abends hingegen werde ich sprichwörtlich aus dem Stuhl gerissen. Würde der Film-Regisseur Ridley Scott ein Ballett schaffen, würde es wahrscheinlich ähnlich aussehen, und was wir hier erleben, setzt sich sofort an die Spitze der besten Ballette, die ich hier gesehen habe. Unser ehemaliges Ensemble-Mitglied Martin Chaix schafft für uns in einem düsteren Raum ein wirklich beeindruckendes Gesamtkunstwerk. Nebel wandert über die Bühne, schwarz ist die dominierende Farbe, im Hintergrund schwebt die verwaschene Silhouette einer unbekleideten Frau. Zeitweilig wird die Szenerie von einem grellen Lichtstrahl durchschnitten, einem brutalen Gegenpunkt zu den vielen romantisch-intimen Momenten, inmitten dieser Science-Fiction-artigen Kulisse. Tanz, Choreographie, Kostüme, Beleuchtung, und auch die Abmischung der Musik: alles zieht mich in seinen Bann, trifft genau meinen Geschmack, und meine Vorliebe zu düsteren Inszenierungen. Bravo!

Martin Schläpfer hingegen bleibt mir ein Rätsel. Von ihm ist das letzte, und auch längste Stück an diesem Abend. Neben der ohnehin nicht ganz einfachen Musik von Bela Bartók bleibt mir der Zugang zu dieser Aneinanderreihung von Einzelsequenzen leider verwehrt.

Zusammenfassend ist es für mich ein herausfordernder Abend, mit großem Lob und Dank an Martin Chaix, für sein »Atmosphères«!

Wendel_Markus_Foto_Andreas_EndermannMarkus Wendel
Feuerwehrmann in Düsseldorf

Als neuer Scout folgt Markus Wendel in der Spielzeit 2018/19 frühen Spuren seiner Opernbegeisterung: Seine erste Begegnung mit Richard Wagners „Götterdämmerung“ hatte er 2003/04 im Düsseldorfer Opernhaus, und schon damals begeisterte ihn Linda Watson als Brünnhilde. Als Feuerwehrmann der Landeshauptstadt Düsseldorf kümmert sich Markus Wendel um die strategische Planung und Einsatzorganisation. Ganz besonders schätzt er seine Dienste im Opernhaus: Als Brandsicherheitswache beobachtet er die Aufführung dann von der Seitenbühne aus. „Ich mag das Gewusel hinter den Kulissen“, sagt der 39-Jährige. Was ihn aus dieser Perspektive besonders anspricht, schaut er sich gern noch einmal mit Freunden oder der Familie aus dem Zuschauerraum an.

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