Tschaikowsky in Hollywood: es gilt „Entertainment first“

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Hubert Kolb über die Premiere von „Pique Dame“

Die zur Zeit angesagte Regisseurin Lydia Steier ist der Meinung, Oper muss unterhalten, also „Entertainment first“. So hat sie die Geschichte von Pique Dame in das Hollywood der 1950er Jahre übertragen: das kann man blöd finden oder anregend; ich fand es höchst anregend – ich blieb bis zum Ende hellwach und genoss die vielen Einfälle der Regie.
Nicht alle Einfälle waren gelungen, zum Teil passte der Text nicht auf die auf der Bühne dargestellten Vorgänge. Und die Leichtigkeit und bunten Kostüme der ersten Hälfte wichen in der zweiten Hälfte dem dunklen Thema der Story. Da hat sich Tschaikowsky dann doch noch durchgesetzt. Aber auch dieser Teil der Handlung wird mit wirksamen Effekten der Regie und tollen Lichteffekten gestützt. Besonders eindrucksvoll war, wie die halbe Bühne mit der feiernden Casino-Gesellschaft aus der Versenkung nach oben gefahren wurde, als Kontrast zu der dunklen Todesszene im Vordergrund.

Die kraftvollen russischen und osteuropäischen Stimmen und der dunkle Klang der russischen Sprache waren angenehm zu hören. Schade, dass der usbekische Dirigent Orchester, Chor und Sänger manchmal nicht gut zusammenhalten konnte, darunter litt etwas die musikalische Präsentation dieser großen Oper.

Auch diese Inszenierung könnte ich mir, wie Roméo et Juliette, noch einmal anschauen. Bei Roméo et Juliette habe ich es getan – und war wieder hingerissen von der überzeugend-modernen Umsetzung der klassischen Story.

Kolb_Hubert_Foto_Andreas_EndermannDr. Hubert Kolb
Professor für Immunologie/Diabetologie im Ruhestand

Als Biologe und Immunologe hat Hubert Kolb am Deutschen Diabetes-Zentrum Düsseldorf zu Mechanismen und Therapien des Kinder- und des Erwachsenendiabetes geforscht und gearbeitet. Vorsorge und Umgang mit der Krankheit beschäftigen ihn auch noch im Ruhestand. Den Weg zur Oper fand Hubert Kolb im Studium in München – eine „Zauberflöte“ in Spitzenbesetzung begeisterte ihn nachhaltig. Mittlerweile findet er genügend Zeit, die Oper regelmäßig zu besuchen und Vieles neu kennen zu lernen. Auch das Ballett am Rhein, das ihm unter Martin Schläpfer unerwartet gut gefällt

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