Auf der Fahrt des Lebens in den Tod

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Christiane Hain über die Premiere von „Pique Dame“

Eines des letzten Werke von Tschaikowsky und die in Deutschland sehr wenig bekannte Oper beeindruckt mit einer abgestimmten Verbindung zwischen einem Musikerlebnis, einem Drama über Leidenschaft, Liebe, Gier, Verzweiflung, Zerrissenheit, Außenseitertum und Tod sowie opulenten Bühnenbildern.
Von den beeindruckenden Darstellern bleiben mir persönlich die beiden Hauptdarsteller von Lisa und Hermann in Erinnerung. Sie überzeugen beide in der Darstellung der Außenseiterposition. Alleine wirken sie sehr schwach und unscheinbar. Dies wird auch durch die Kostüme – Lisa trägt ein sehr unvorteilhaftes Kleid und Herrmann einen braunen Cord-Anzug – betont. Je näher sich die beiden Personen kennen und lieben lernen, desto stärker werden sie zusammen in ihrer Persönlichkeit, an Kraft und auch in der Ausstrahlung.
Die Regisseurin Lydia Steier holt die Handlung, die ursprünglich in der Zeit Katharina der Großen spielt, in die Gegenwart und platziert diese in die 50er Jahre von Hollywood. Auf der Fahrt des Lebens in den Tod erlebt der Zuschauer eine opulente, ausgelassene Poolparty, einen Maskenball mit Rokoko-Aufführung und zum Schluss eine einfach ausgestattete Bühne mit einem Bett und einer Brücke zum Tod.
Tschaikowskys Musik untermalt diese Entwicklung sehr gelungen und facettenreich, hervorragend gespielt von dem Orchester und gesungen von den Solisten und dem Chor der Deutschen Oper am Rhein.
Die Adaption in die heutige Zeit gelingt meiner Meinung nach sehr gut und als Zuschauer ist man von der 1. Sekunde an gefangen von dem sich abzeichnenden Drama.
FAZIT: Absolut empfehlenswert! Unbedingt anschauen und sich faszinieren lassen.

Duisburg, Opernscouts
© Norbert Prümen

Christiane Hain
Application Managerin

Christiane Hain arbeitet im IT-Bereich einer Bank in Düsseldorf. Sie ist in der Neckarstraße Duisburg aufgewachsen – in Sichtweise des Theaters, das ein fester Bestandteil im Familienleben war: Die Großmutter, die Eltern, die Schwester und sie selbst – alle waren regelmäßige Theaterbesucher. Ihre Tätigkeit als Opernscout führt dazu, dass sie wieder bewusster ins Theater geht und die Aufführungen als einen wichtigen Ausgleich zum Berufsleben betrachtet.

 

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