Femme Fatale spielt Samson und Israel an die Wand

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Sandra Christmann über die Premiere von „Samson et Dalila“

Auf den Punkt muss der erste Moment, das erste Bild, der erste Eindruck sitzen, um uns den Einstieg in alles Folgende zu erlauben und dazu gehört nun mal natürlich das was wir hören, aber meines Erachtens nach noch mehr was wir sehen.

Den Bühnenbildern verfallen, freue ich mich, dass Gabriel Insignares mit einer architektonisch ästhetischen Gestaltung diesen ersten Moment gebührend ermöglicht, verschönt. Kein Geschnörkel, nichts Verschlungenes, übersichtliche klare Ebenen, zeitlos, dennoch dem modernen Design verpflichtet. Die Materialien und die Ebenen sind variantenreich und pur. Gefällt mir sehr! Perfekt für alle drei Akte kreiert.

Der „Aufzug“ (großes Bühnen-Detail als Klammer zu Beginn und gegen Ende der Oper) der „Bergarbeiter“ und somit das Intro (auch) des Chors sind beeindruckend und überhaupt überzeugt der Chor durchweg, unabhängig der Kostümierungen, mit einem satten, perfekten, wunderschönen Gesang.

Ich bin ja auch mittlerweile ein Fan von Axel Kober. Da weite Strecken dieser Oper ohne gesangliche Ergänzung passierten, fiel die Musik noch mehr ins Gewicht und war durchgehend einnehmend. Schön.

Ramona Zaharia

…Wo soll ich da anfangen? Ich hörte sie singt jetzt die Carmen in New York, ich werde ihr wohl nachreisen und ein Groupie werden.

Ich habe das erst einmal erlebt, dass eine Frau die Bühne betretend, sich das Publikum, das Orchester, die Bühne, die Mitspieler, wie eine Gottesanbeterin einverleibt. Das war vor einem Jahr Linda Watson in meinem ersten Wagnermarathon.

Zaharia auf ihre Art, mit ihrer Stimme, ihrer Schönheit, Ihrer Kraft, und dann noch einmal mit der Kraft ihrer Stimme und ihres schauspielerischen Talentes fängt uns alle ein. Wir haben keine Chance Blick oder Ohr abzuwenden. Samson hat keine Chance, die eigentliche historische Grundlage ihres Handelns hat keine. Die scheinen nur Beiwerk.

Sie fesselt uns (und Samson), und dann sind auch all die überspitzten Klischees der Bergarbeiter, Prostituierten und Anzugträger kein zu kritisierendes Inszenierungsmittel mehr, was soll’s? Wir haben ja sie.

Fazit: Sie ist grandios. Eine Grand Dame der Oper.

Insgesamt ist die musikalische und gesangliche Leistung sehr gelungen und es zeichnen sich einige Talente heraus, Sami Luttinen noch namentlich genannt! Eine hörens- und sehenswerte Inszenierung.

Sandra_Christmann

Sandra Christmann
Head of Strategic Alliances

Sandra Christmann liebt Düsseldorf und die Kunst. Sie engagiert sich bei ArtFair Internantional GmbH. Strategische Allianzen sind ihr Kernthema. Für die Kunst pflegt sie zahlreiche Kontakte, um mit Partnern aus Wirtschaft, Industrie, Handel und Medien innovative Formate und Kooperationskonzepte zu entwickeln. Neben ihrer Arbeit engagiert sie sich für diverse Hilfsprojekte.
Sie liebt das Ballett und besuchte „just for fun“ manchmal die Oper, nun will sie „auch nach ihrer Zeit als Opernscout der Oper treu bleiben“.

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