Eine mutige Herausforderung

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Karolina Wais über die Premiere von „Samson et Dalila“

Ich habe mich mit der Oper „Samson et Dalila“ zuvor wenig beschäftigt und bin offenen Herzens in die Vorstellung gegangen. Von Anfang an wurde mir klar, dass die Oper an die heutige Zeit adaptiert wurde.
Ramona Zaharia hat als Dalila solch eine Bühnenpräsenz, dass Michael Weinius als Samson neben ihr etwas verblasst, ihm fehlt die Leidenschaft. Dadurch wird die Verführungskunst von Dalila aber noch mehr verdeutlicht. Ich überlege, ob dieser Effekt beabsichtigt ist, um die Zerrissenheit Samsons sich zwischen seinem Gott oder Dalila zu entscheiden, zu betonen.
An das Bühnenbild gewöhne ich mich erst ab dem zweiten Akt, es ist minimalistisch. Die Farben der Bühne werden durch die Beleuchtung perfekt unterstützt.
Wenn Joan Anton Rechie das Stück näher an die Erfahrungswerte des Publikums bringen wollte, dann denke ich, dass er auf keinen Fall wollte, dass dem Publikum seine Botschaft entgeht. Die Kostüme sind sehr plakativ in Szene gesetzt, das hebräische Volk trägt Arbeiterklamotten, die Philister Anzüge und Dalila ein enges Minikleid in Leopardenoptik mit kniehohen Stiefeln. Sein Publikum auf diese Weise herauszufordern, erfordert Mut und das gefällt mir.
Dem Düsseldorfer Symphonieorchester höre ich gerne zu. Als die Philister im dritten Akt ein ausgelassenes Fest feiern, werde ich als Zuschauerin mitgerissen, natürlich soweit es die Etikette in einer Oper zulässt.
Ramona Zaharia als Dalila, Simon Neal als der Oberpriester des Dagon, Sami Luttinen als ein alter Hebräer und der Chor stechen für mich gesanglich hervor.

Insgesamt schafft es Joan Anton Rechie, dass ich mich im Nachhinein mit der Oper beschäftige und mit Freunden und Bekannten über die religiösen und machtpolitischen Aspekte diskutiere.

Karolina_Wais

Karolina Wais
Steuerfachangestellte bei Selas Wärmetechnik GmbH in Ratingen

Karolina Wais ist großer Schauspielfan und wagt sich nun mit Offenheit und großem Interesse an die Kunstform der Oper heran. Sie lässt sich gerne überraschen und geht deshalb als „unbeschriebenes Blatt“ in Inszenierungen und informiert sich erst im Nachhinein über die tatsächliche Handlung der Stücke.
Jetzt freut sie sich auf ihre erste Spielzeit als Scout und darauf die Kunstformen Oper und Ballett näher kennenzulernen.

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