In der Obsession des Spieles

PIQUE_DAME_08_FOTO_Hans_Joerg_Michel

Vinuar Amuka über die Premiere von „Pique Dame“

Pique Dame versetzte mich von der ersten Minute an in Begeisterung.
Eine hervorragende Kostümierung im Stile Hollywoods der 50er Jahre verleiht der Oper eine frische und moderne Ausstrahlung, die von einer Leichtigkeit und einem höchst unterhaltsamen Wert geprägt ist.

Die Charakterzüge des Hermanns und der Lisa sind von vielerlei Aspekten gekennzeichnet.
Hermann ist ein Sonderling in der Handlung, wird stets zum Gespött in den Szenerien.
Zudem wird er Opfer des Zufalls, weil er sich unverhofft in die bereits verlobte Lisa verliebt, deren gesellschaftlicher Stand durch die wohlhabende Großmutter, die Gräfin, weit höher ist als der von Hermann.
Lisa fällt ebenfalls durch ihr sonderbares Erscheinen auf und verliebt sich in Hermann. Wird sie auf eine Zweckehe eingehen oder sich der Liebe hingeben?

Damit beginnt das Psychodrama in der Handlung.
Hermann möchte von der Gräfin das Geheimnis der Gewinnkarten erfahren, um Reichtum und gesellschaftliche Anerkennung zu erlangen.

Dabei handelt er weder authentisch noch realitätsnah. Die Liebe nimmt er ungewöhnlich anders wahr; sie macht krank und vergiftet ihn.

In der Obsession des Spieles, vom Geist der Gräfin umnebelt, verspielt Hermann im wahrsten Sinne des Wortes sein Glück und damit seine Liebe.

Die lebhafte zeitgenössische Inszenierung und die spektakuläre Kostümierung überspielen, wie ich finde, die wirkliche Tragik der Handlung. Demgemäß erweckte die Oper bei mir, einen milden, musikalisch hoch genüsslichen Eindruck, der mich bis zum Ende fesselte.

Duisburg, Opernscouts
© Norbert Prümen

Vinuar Amuka
Sozialpädagogische Familienhelferin

Die 37 jährige Irakerin lebt seit ihrer Jugend in Deutschland und arbeitet als sozialpädagogische Familienhelferin. Sie hegt eine starke Begeisterung für Oper und Ballett. Um Inszenierungen besser bewerten und nachvollziehen zu können nimmt sie Gesangs- und Klavierunterricht. Als Scout erhofft sie sich die Oper noch intensiver zu erleben und wahrzunehmen. Sie findet, dass man in der Oper „vielem aus dem realen Leben begegnet, aber ganz anders damit umgeht“.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s