„Geschlossene Spiele“ von Demis Volpi

Stefan Pütz über die Premiere „Geschlossene Spiele“

Vorweg – eine klare Empfehlung!

Auch für mich war „Geschlossene Spiele“ die erste Choreographie von Demis Volpi und war ebenso wie das Publikum absolut begeistert!
Volpi , der Nachfolger von Martin Schläpfer trumpft mit einem Erzähl- oder Handlungsballett auf: die Handlung spielt während der argentinischen Militärdiktatur, könnte jedoch auch in einem anderen südamerikanischen Land spielen.
Für zukünftige Bewunderer dieses Stückes hätte ich folgenden Tipp: Lehnen sie sich genüsslich zurück, lassen die Gesamtsituation auf sich wirken, versuchen sie nicht unbedingt einen Handlungsstrang zu finden und im Idealfall konzentrieren sie sich nicht auf eine Person – es werden zu viele kleine Geschichten erzählt!

Auf der Bühne , in einem südamerikanischen Hotel erscheinen immer mehr Personen, die auch dauerhaft dort verbleiben; es laufen mehrere Handlungsstränge parallel ab, die jedoch fast immer asynchron verlaufen – nur in der Schlüsselszene reagieren alle zusammen.
Jeder Tänzer hat einen individuellen Tanz-und Bewegungsstil und auch die Kostüme unterscheiden sich völlig voneinander.
Die einzelnen Charaktere werden persifliert und mit völlig übertriebenen Bewegungen dargestellt.
Zwei Figuren, der Richter und der Schachspieler, sind die Schergen des Systems; alle anderen handelnden Personen stehen dem Unrecht neutral oder ablehnend gegenüber.
Keine der Charaktere des Stücks ist unwichtig, keiner wirkt als Statist und so ausgewogen ist auch der Schlussapplaus: die ausgezeichneten Tänzer und Tänzerinnen, die auch  schauspielerisch eine hervorragende Leistung lieferten wurden alle gleich euphorisch beklatscht.

Fazit: Martin Schläpfer überzeugte in der Vergangenheit mit großen Ballettabenden, versuchte in seinen Choreographien Geschichten zu erzählen, die jedoch oft nicht zu Ende geführt wurden – dies wird beherrscht nun Demis Volpi!

Stefan Pütz
Inhaber von „Buch in Bilk“

Den Namen Stefan Pütz verbindet man mit „Buch in Bilk“, einer Buchhandlung in Unterbilk. Bei Kulturveranstaltungen ist er gern mit einem Büchertisch präsent, denn direkter Kontakt zu Kunden und persönliche Beratung sind ihm wichtig. Wichtig ist ihm jetzt – nach langer Abstinenz – auch wieder die Begegnung mit Oper und Ballett. Wagner Inszenierungen findet er grundsätzlich nicht sonderlich unterhaltsam, vom Ring am Rhein war er allerdings hellauf begeistert. Die Wagner Inszenierungen der Deutschen Oper am Rhein sind „besser als anderswo“.

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