„Geschlossene Spiele“ von Demis Volpi

Stefanie Hüber über die Premiere „Geschlossene Spiele“

Das war die erste Choreographie von Demis Volpi, die ich zu sehen bekommen habe und ich bin schon jetzt ein Riesenfan von ihm.
Dabei hat er es in Düsseldorf wirklich nicht leicht , da er als Nachfolger von Martin Schläpfer in riesige Fußstapfen tritt.

Das Handlungsballett basiert auf einem Theaterstück von Julio Cortazar und spielt irgendwann im Zeitraum der argentinischen Militärdiktatur. Demis Volpi, selbst Argentinier ,ist noch zu jung , um von dieser Ära persönlich etwas mitbekommen zu haben, dennoch wird sie ihn indirekt geprägt haben.
Da ich die Schauspielvorlage nicht kenne, ist das Ballettstück für mich schwer interpretierbar, zudem auf der Bühne auch dadurch, das immer mehr Protagonisten erscheinen und auch bleiben, mehrere Handlungsstränge parallel ablaufen.
Jeder Tänzer hat einen individuellen Tanz-und Bewegungsstil und auch die Kostüme unterscheiden sich völlig voneinander. Die einzelnen Charaktere werden persifliert und in völlig übertriebenen Bewegungen dargestellt.
Die für mich zentrale Figur, der Richter, wird von einem sehr grossen und blonden Tänzer getanzt und hat ein sehr charismatisches Auftreten. Sein Aussehen erweckt sofort bei mir die Assoziation zum Naziregime. Er trägt zwar keine Uniform, aber bewegt sich zeitweise trotzdem im Stechschritt. Passend zu der Tatsache ,dass er über Leben und Tod richtet, gibt es eine Szene ,in der er stark zitternd auf seinem Stuhl sitzt, was mich an die Hinrichtung auf einem elektrischen Stuhl erinnert.

Keiner der Charaktere ist unwichtig und wirkt als Statist oder untergeordnet; und so ausgewogen ist auch der Schlussapplaus , der jeden  der hervorragendenTänzer, die auch  schauspielerisch eine hervorragende Leistung geliefert haben, fast gleich euphorisch beklatscht.

Stefanie Hüber

Physiotherapeutin

Die Physiotherapeutin arbeitet überwiegend mit psychisch kranken Menschen und nutzt Musik als Mittel der Therapie. Sie sang im Kammerchor und lernte als Kind Klavier und Blockflöte zu spielen.
Die Oper wurde ihr als Kind von ihren Eltern „vermiest“ aber sie fand einen neuen Zugang zu ihr durch ihre Tochter, die Musik studierte. Inzwischen ist die Oper ebenso wie Rockkonzerte ein spannendes und regelmäßiges Highlight in ihrem Leben.

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