„Weihnachtsoratorium – Szenen einer schlaflosen Nacht“

Dr. Sassa von Roehl über die Premiere „Weihnachtsoratorium – Szenen einer schlaflosen Nacht“

Ich kann mich als absoluten Bach-Fan bezeichnen. Wenn immer ich eine schwierige Aufgabe am Schreibtisch zu erledigen habe, höre ich dazu Musik von Bach. Seine Musik vermag es, wie keine andere meine Gedanken zu ordnen und zu strukturieren. Auch das Weihnachtsoratorium darf in keinem Jahr fehlen. Jeden Dezember lausche ich gerührt und andächtig mit meiner Familie dem erhabenen Werk und verlasse die Kirche in feierlicher und verzückter Stimmung. Auch zur Bescherung am Weihnachtsabend gehört das Oratorium dazu. Das Video auf der Seite der Deutschen Oper am Rhein versetzte mich in ähnlich Stimmung und ich war voller Vorfreude auf die Aufführung.

Doch die Übertragung des Geschehens von Christi Geburt in die profane Alltagssituation einer Stadtgesellschaft verlangte mir erst einmal einiges ab. Ich fühlte mich an das hastige, laute, enge und ziemlich unangenehme Treiben in der Düsseldorfer Altstadt erinnert, vor dem ich gerade mit ganz anderen Erwartungen ins Opernhaus geflohen war. Ich hatte große Schwierigkeiten mich auf das bunte, turbulente und für mich manchmal unverständliche Geschehen einzulassen. Getragen von den wunderbar vertrauten Melodien und den schönen Stimmen begann ich darüber nachzudenken, wie vielfältig die Reaktion auf die Nachricht des Erlösers auch heute wäre und wie relevant sie zu jeder Zeit ist. Und so konnte ich den Ansatz der „Szenen einer schlaflosen Nacht“ langsam nachvollziehen und in die Hoffnung auf eine bessere Welt einstimmen.

Kein Abend in der gewohnten Komfortzone des Weihnachtsoratoriums, aber spannend, mit sehr relevanten Denkanstößen und langanhaltenden Nachwirkungen.

Dr. Sassa von Roehl
Social Campaining / Dozentin an der Heinrich-Heine-Universität

Dr. Sassa von Roehl engagiert sich für Zivilcourage und berät Gemeinnützige Projekte im Bereich PR. Als kulturinteressierte besucht sie oft das Theater Duisburg. Sie ist großer Martin Schläpfer Fan, im Bereich Oper allerdings eher ein „interessierter Neuling“.  Gespannt startet sie nun in ihre erste Spielzeit als Scout für Oper und Ballett in Düsseldorf.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s