Orpheus und Eurydike

Stefanie Hüber über die Premiere „Orpheus in der Unterwelt“

Die Premiere von „Orpheus in der Unterwelt“endete mit einem frenetischen Applaus- kein Wunder, denn sowohl die musikalische, als auch die optische Leistung waren in dieser düsteren, unsicheren Zeit Balsam für die Seele.

An diesem Abend hatte ich zum 1. Mal meinen Mann als Begleitung dabei. Es kostete mich einige Überredungskünste, ihn dazu zu bewegen, mich zu begleiten, lag doch sein letzter Opernbesuch schon einige Jährchen zurück und war ihm aufgrund einer sehr konventionellen, verstaubten Aufführung in keiner positiven Erinnerung geblieben. Doch ich überzeugte ihn mit dem Argument, dass Barrie Kosky für seine außergewöhnlichen Inszenierungen bekannt wäre, und was soll ich sagen? Mein Gatte war begeistert!!!! Besonders Max Hopp als Sprecher aller Rollen und Synchronisator sämtlicher Geräusche hat ihn schwer begeistert. Da die Operette auf französisch gesungen wurde, war diese Form der Synchronisation ins Deutsche tatsächlich eine brillante Lösung.

Für meinen Form von Humor drohte das Ganze durch überzogene Wiederholungen zwar irgendwann ins Klamaukige abzurutschen, aber es gab sooo viele witzige und originelle Momente, dass das nicht weiter schlimm war. Es tat einfach gut, mal wieder lauthals hinter der Maske Tränen zu lachen! Die Handlung lief dynamisch und präzise ab wie ein Uhrwerk, es war keine Sekunde langweilig. Die Komposition Offenbachs ist wunderschön, und weist phasenweise sehr auf Einflüsse Mozarts hin. Es gibt viele Holzbläsersoli ,die erdend auf die abwechslungsreiche Musik wirken. Dem Spiel der Düsseldorfer Symphonikern fehlte mir für meinen Geschmack manchmal der Pep, und sie spielte stellenweise auch zu leise. Die Bühnenbilder waren wunderschön und originell, ebenso die Kostüme, alles mit viel Liebe fürs Detail, wie z.B. Jupiters Adiletten.

Wahrscheinlich wird mich mein Mann beim nächsten Mal wieder begleiten…

Stefanie Hüber
Physiotherapeutin

Die Physiotherapeutin arbeitet überwiegend mit psychisch kranken Menschen und nutzt Musik als Mittel der Therapie. Sie sang im Kammerchor und lernte als Kind Klavier und Blockflöte zu spielen.
Die Oper wurde ihr als Kind von ihren Eltern „vermiest“ aber sie fand einen neuen Zugang zu ihr durch ihre Tochter, die Musik studierte. Inzwischen ist die Oper ebenso wie Rockkonzerte ein spannendes und regelmäßiges Highlight in ihrem Leben.

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