„One and others“

Karolina Wais über die Premiere „One and others“

POLYPHONIA

Der Abend fängt gut mit einem Klavierspiel an, zudem vier Paare tanzen. Sie werden auf eine Art und Weise beleuchtet, so dass die Tänzer*innen vervielfacht wirken. Damit spiegeln sie die Polyphonie, also Vielstimmigkeit der Musik klug wider. Das letzte Tanzstück greift die Vielstimmigkeit mit scheinbar unbeabsichtigten Verzögerungen im Tanz auf. Die Kostüme und das Bühnenbild sind sehr schlicht gehalten, ich kann mich also vollkommen auf die Musik und den Tanz konzentrieren. Die insgesamt zehn Stücke in unterschiedlichen Formationen, mal in stoischer Haltung, mal mit viel Leichtigkeit, stets mit Präzision sind schön anzuschauen. Ein wunderbarer Einstieg in diesen Abend.

ONE AND OTHERS

Demis Volpi hat wieder ein wunderbares Stück geschaffen. Die Balletttänzer*innen tanzen scheinbar im Nebel, das schafft eine mystische Atmosphäre. Die Kostüme sind sehr schlicht in leichten Blautönen gehalten. Es wird Spitze getanzt und mit den Spitzenschuhen ein Rhythmus erzeugt, dieser Augenblick gefällt mir besonders. Ich mag auch das Zusammenspiel Lara Delfinos mit den Tänzern, sie wird zwischen ihnen gereicht, verliert sich dabei aber nie. Das Stück wird von einem Pas de deux von Lara Delfino und Dukin Seo perfekt vollendet. Sie verschmelzen förmlich ineinander.

SALT WOMB

Kraft! Bewegung! Stark! Das ist heute mein Höhepunkt des Abends. Es fängt mit lauter maschineller Techno Musik an, die Tänzer*innen bewegen sich wie in Trance um einen Tänzer. Die Bühne wird erstmal im warmen Licht getaucht. Das Gesamtbild, das dadurch entsteht, ist grandios, stark und sehr kraftvoll. Die Formation schaukelt sich in gleichmäßigen, fast tranceähnlichen kleinen Bewegungen ins Extreme. Das Stück, ursprünglich für neun Tänzer*innen inszeniert, wird für das Ballett am Rhein um acht weitere Tänzer*innen ergänzt und das ist einfach atemberaubend, weil es dadurch an noch mehr Kraft gewinnt. Die Musik ist so laut, dass ich sie körperlich spüren kann, mitwippen kann. Die Bewegungen sind mechanisch wiederholend, die Monotonie dieser Bewegungen wird aber immer wieder durch neue Transformationen unterbrochen. Sie kommen von innen heraus und sind offensichtlich so anstrengend, dass die Körper vor Schweiß glänzen, salzig werden. Die Tänzer*innen bilden zusammen einen Körper, der pulsiert. Es ist hypnotisierend und lässt mich mitfühlen. Ich will es nochmal sehen und erleben.

Vielen Dank für diesen starken Abend!

Karolina Wais
Steuerfachangestellte bei Selas Wärmetechnik GmbH in Ratingen

Karolina Wais ist großer Schauspielfan und wagt sich mit Offenheit und großem Interesse an die Kunstform der Oper heran. Sie lässt sich gerne überraschen und geht deshalb als „unbeschriebenes Blatt“ in Inszenierungen und informiert sich erst im Nachhinein über die tatsächliche Handlung der Stücke.
Jetzt freut sie sich auf ihre zweite Spielzeit als Scout und darauf die Kunstformen Oper und Ballett weiter kennenzulernen.

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