Ausgezeichnete Stimmen, lebendig und mitreißend

Dagmar Ohlwein über die Premiere „Comedian Harmonists in Concert“

Abgesehen von der überaus großen Freude endlich wieder einer Theateraufführung beiwohnen zu dürfen, hat mir der Abend mit den Comedian Harmonists in Concert sehr gut gefallen.
Wie die Musik im nachkriegsbewegten Berlin der 20er Jahre die Menschen leicht, frech und unbeschwert unterhalten konnte, so empfand ich die Aufführung auch in der besonderen Atmosphäre unseres Theaters in der Corona-Edition, großartig, sehr gelungen und unterhaltsam.

Der lang anhaltende Applaus, den die Protagonisten überaus dankbar aufnahmen, bestätigte meinen persönlichen Eindruck.
Mit dem allseits bekannten Ohrwurm: „Wochenend und Sonnenschein“ traten die Künstler auf die Bühne. Eher nüchtern war das Bühnenbild.

Patrick Francis Chestnut, der musikalische Leiter für dieses Ensemblestück, am Piano als Erwin; mit dem zulässigen Abstand die fünf Sänger der Comedian Harmonists, gekleidet in der für die damalige Zeit üblichen Weise des Varietés mit elegantem Frack, Fliege, Lackschuhen. Es folgten, durch die Moderation von Dirk Weiler jeweils unterbrochen, weitere 14 launige Stücke aus dem Repertoire der Comedians. Die ausgezeichneten Stimmen von Cornel Frey als Ari, Luis Fernando Piedra als Erich, Florian Simson als Roman, Günes Gürle als Robert und Dimitri Vargin als Roman ließen die Stimmung, die beim Vortragen von „Ein Freund, ein guter Freund“ u.a. entsteht, sehr lebendig und mitreißend werden.

Pointenreich und humorvoll waren die kleinen tänzerischen Choreographien der fünf Sänger. Wobei ich mir gut vorstellen kann, dass das Einstudieren mit Abstandsregeln eine große Herausforderung darstellt.
Ich kann die Aufführung sehr empfehlen. Sehr dazu beigetragen hat die durchaus passende, ausgezeichnete Moderation von Dirk Weiler. Durch seine Erläuterungen wie die Comedians zu dem Ruhm, der Anerkennung, die sie weltweit genossen, und letztlich der Entwicklungen, die zu ihrem Zerfall führten, wurde mir ihre Aktualität und Berühmtheit bis heute noch einmal deutlich gemacht. Die Leichtigkeit, das Humorvolle und die Harmonie der Lieder der Comedians trägt nach meinem Empfinden immer ein wenig Melancholie mit sich.

Dieser Premierenabend über 1 1/4h intensiven Eintauchens in die Musik der 20er Jahre verstand es, das dem Publikum nahe zu bringen.

Dagmar Ohlwein
Rentnerin

Die Physiotherapeutin im Ruhestand nimmt sich Zeit für Kultur. Als Jugendliche lebte sie „direkt um die Ecke“ des Theaters Duisburg und hatte so schon immer viel Kontakt zur Kunst. Sie ist sehr gespannt auf das zweite Jahr als Duisburger Opern- und Ballettscout und freut sich auf die Saison 2020/21.