Eifersucht, Neid und Missgunst

Otello

Dominik Mustereit über Verdis „Otello“

Der Vorhang öffnet sich und man sieht sich selbst einer Armada schwarz gekleideter Menschen gegenüber. Eine bedrückende Stimmung, die den Abend weiter bestimmen wird und die Handlung untermauert. Zwischenmenschliche Gefüge und Beziehungen werden aufgezeigt, in ganz besonderer Art und Weise. Die Beziehungen werden bestimmt durch ein Gift, das seine Wirkung erzielt und weiter steigert, je länger es wirkt. Eifersucht, Neid und Missgunst bestimmen das Geschehen. Wir sehen, wie nah sich Liebe und Eifersucht sein können, wie schnell ein Keil zwischen zwei sich liebende Menschen getrieben werden kann.
Eine Thematik, die auch heute Aktualität beweist.
Keine Farben – nur schwarz
Durch die Kontraste entsteht hier eine besonders bedrückende Atmosphäre, die unterstützend musikalisch untermauert wird. Die schwarze Bühne und die schwarze Kleidung der Darstellerinnen und Darsteller stellt die Mimik und Gestik viel stärker in den Vordergrund. Durch diese einheitliche Farbgebung wird die Leistung der Darstellerinnen und Darsteller deutlich hervorgehoben, denn die Kommunikation der Personen liegt im Vordergrund.

Ein spannender und äußerst kurzweiliger Abend, dessen Ende dramatisch in Szene gesetzt wurde und lange nicht vergessen sein wird.

28.09.2018, DU Duisburg , Opernscouts Deutsche Oper am Rhein , Opernplatz.

 

Dominik Mustereit
Gymnasiallehrer in Dinslaken

Dominik Mustereit unterrichtet Biologie und Evangelische Religion am Otto-Hahn-Gymnasium Dinslaken. Als Opernscout möchte er die Welt der Oper und des Balletts näher kennen lernen und „sprachfähig“ werden, das heißt durch die regelmäßigen Opern- und Ballettbesuche, das genaue  Betrachten, Besprechen und Beschreiben der Aufführungen die eigene Meinung zu bilden und auszudrücken.

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Otello- Tragedy in the black box

Otello

Alexandra Schiess über die Premiere von Verdis „Otello“

Die Oper Guiseppe Verdis beschreibt das Drama um das Liebespaar Otello und Desdemona. Der Zuschauer wird Zeuge, wie die Liebe durch Selbstzweifel , Misstrauen, Verlustangst, Machtmissbrauch, und Intrige regelrecht zermalmt wird. Es mündet im Tod Beider.
Jeglichem traditionellem Bühnenbild entrückt, findet das Drama in einem komplett schwarzen Raum statt. Die Bühne verwandelt sich in einen Kubus. Schieferartige Platten, Quader und Stufen werden dem Moment angepasst ausgeleuchtet.
Das gesamte Kostümbild, der Chor, als auch die Solisten sind ebenfalls komplett schwarz gekleidet. So dass es optisch ermöglicht, Protagonisten ’verschwinden’ zu lassen , ohne von der Bühne zu gehen. Anderes kann durch die Lichtführung wiederum schnell hervorgehoben werden. Einzig das Taschentuch und Desdemona’s Hochzeitskleid erstrahlen in klarem Weiss. Weniger in der Idee der Unschuld, als der bildhafte Ursprung des zunehmenden Dramas.
Der Chor hat in dieser Oper eine ganz besonders starke Rolle. Voller Kraft verleiht er der Tragödie eine maximale Steigerung aller dargestellten Emotionen. Das Kostümbild ist nicht uniform. Jedes Kostüm ist einzigartig, wie es die Charaktere auch sind. Das Schwarz verbindet und wird zur großen, tragenden Einheit.
Desdemona steigert schien ihrer Rolle, mündend in einem wunderschönen Solopart ,dem Lied vom Weidenbaum’ (Brigitta Kele mit wunderschönstem Sopran).
Jago, sagenhaft gut in seiner Rolle Simon Neal, stellt die personifizierte Intrige dar. Ein Nihilist par excellance.
Otello, dargestellt von Gustavo Parat, wird vom gefeierten helfen zum Spielball seiner Selbstzweifel und Ängste. Mehr und mehr durch die Intrige Jagos in den Wahnsinn getrieben, weiß er nicht mehr wie er denken und handeln soll und wird zum Mörder seiner Frau-
Im letzten Akt bricht die schwarze ‚Bühnenbox‘ auseinander, große Fugen öffnen sich und bringen ‚Licht ins Dunkel‘ des Dramas- Jagos Intrige offenbart sich- Otello erkennt seinen Fehler, ihm bleibt kein anderer Ausweg, ausser sich selbst zu töten.

28.09.2018, DU Duisburg , Opernscouts Deutsche Oper am Rhein , Opernplatz.

 

Alexandra Schiess
Modedesignerin

Alexandra Schiess war Opernscout der ersten Stunde: Schon in der Spielzeit 2009/10 lernte sie das Projekt kennen und war sofort begeistert, Teil des Experiments zu sein. Mittlerweile ist sie Mutter von zwei Kindern und freut sich, ein zweites Mal – diesmal in Duisburg – dabei sein zu dürfen. Vor allem der Tanz fasziniert die Modedesignerin, die ihre Kollektionen sowohl in Deutschland als auch international, wie zum Beispiel in Paris, Rom und San Francisco vermarktet: Sie erstellte Kostümbilder für Ballettproduktionen in Dortmund und Hannover und pflegt eine enge Beziehung zum Ballett am Rhein. Der Oper begegnet sie mit Respekt und Freude und ist gespannt auf die neue Spielzeit.

Zerrbilder – Blendwerke – Harmonie

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Jenny Ritter über die Premiere von „b.37“

Drei Stücke – drei Uraufführungen
New World (Robert Binet)
Die ersten Bilder waren verwirrend – Spiegel, die alles verzerrten. Gestalten, die erst noch Gestalt annehmen mussten Die Figuren entwickelten sich immer mehr und waren dann als Menschen zu erkennen – die Kostüme unterstrichen all diese Formationen perfekt. Dieses Stück war dynamisch und spannend und hat ein harmonisches Miteinander der Tänzer gezeigt.  Ob die Zerrbilder, das sich noch zu entwickelnde Menschenbild ausdrücken sollten – ich weiß es nicht.
The Way ever lasting ( Natalia Horecna)
Blendwerk: Geblendet wurden wir, das Publikum.
Immer wenn das Paar nur mit sich selber beschäftigt war, gab es Störungen von außen: das kleine Teufelchen hat verführt, abgelenkt und auch wieder Ruhe gegeben. Hinreißende Bilder, Kostüme und Musik.
Der Kreis, das Dreieck – das Verschmelzen ineinander – zum Schluss nimmt der Kreis das Dreieck auf. Ein harmonisches Ende.
Fantaisies (Remus Sucheana)
Zunächst fand ich keinen Zugang zu dem Stück, den gab es wohl auch nicht:
Die Bilder die Kostüme, die Musik alles war schön und harmonisch.
Der aufgestellte Wegweiser, mit vielen Schildern, hat sich einmal um die eigene Achse gedreht und dann war die Vorstellung zu Ende.

Es waren ausdrucksstarke Bilder, Bewegungen und wie immer ausdrucksstarte Tänzer und Tänzerinnen, die wie immer alle verzauberten – mich auch.
Die Zusammensetzung der Stücke war auch diesmal perfekt – genau in der richtigen Reihenfolge.
Und trotzdem vermisse ich Martin Schläpfer jetzt schon.

Ritter_Jenny_Foto2_Andreas_EndermannJenny Ritter
Tai-Chi-Lehrerin

Jenny Ritter ist Lehrerin für verschiedene Entspannungstechniken und die chinesische Kampfkunst „Tai-Chi Chuan“. In ihrer Arbeit ist ihr der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Bewegung besonders wichtig. Schon durch ihren ersten Lehrmeister, der ihr eine sehr tänzerische Art des Tai-Chi vermittelte, entwickelte sich auch ihre Begeisterung für das Ballett. Seitdem  sie in der Spielzeit 2016/17 „Das Rheingold“ gesehen hat, ist Jenny Ritter nun auch ein Fan von Wagners „Ring“ und freut sich diesen als Opernscout in Düsseldorf abschließen zu können.

Genau das, was in unserer heutigen Zeit so fehlt!

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Susanne Bunka über die Premiere von „b.37“

Selten hat mich ein Ballettabend so begeistert!
New World von Robert Binet….ein wunderbares Stück über Vertrauen, Hingabe, körperliche Kommunikation, offenes und positives Miteinander; also genau das, was in unserer heutigen, agressiven, schnelllebigen Zeit so fehlt!
The way ever lasting……das Thema Liebe, Verschmelzung, Versuchung….sicher ein altes, häufig verwendetes Grundelement, gerade im klassischen Ballett. Da klingt leiser Humor auf, das „Teufelchen“ im Hintergrund lässt nicht locker, aber auch eine brutaler Ansatz ist erkennbar…..Männer, deren körperlicher Kraft eine Frau nichts entgegen zu setzen hat!? Die „Sirenen“, die den Mann umschmeicheln…….
Und zum Schluss Fantaisies, farbenfrohes, lebenslustiges, temperamentvolles Tanztheater zu der wunderbaren, eher unbekannten Symphonie Nr.6 von Bohuslav Martinû.
Was aber wären tolle Choreographen und schöne Musik ohne diese wunderbaren Tänzer; sie müssen Gefühle wie Angst, Liebe, Vertrauen, Humor…….sichtbar machen! Es ist ihnen wunderbar gelungen!
Ein wunderschöner Abend….für Augen und Ohren.

Bunka_Susanne_Foto2_Andreas_EndermannSusanne Bunka
Inhaberin des Angercafés in Urdenbach

Vor drei Jahren hat sich die ehemalige Kinderkrankenschwester Susanne Bunka einen Traum erfüllt: Zusammen mit ihrer Tochter betreibt sie das Angercafé in Urdenbach – ein Treffpunkt für alle Generationen, in dem auch Lesungen und kleine Konzerte und Chorproben stattfinden. Sie liebt die großen Opernklassiker, ist gleichermaßen offen für zeitgenössisches Musiktheater und Ballett und freut sich darauf, Ihre Eindrücke auch in ihrer zweiten Spielzeit als Opernscout im Gespräch zu vertiefen.

 

 

Das erlösende Licht der Wahrheit

Otello

Michael Menge über die Premiere von Verdis „Otello“

Die dritte Premiere in dieser Spielzeit war „Otello“ von Giuseppe Verdi. Für mich eine sehr bewegende Inszenierung, wahrscheinlich, da es keine Palmen auf Zypern gab.
Otello ist ein einfach konstruiertes Drama von Shakespeare das von Liebe, Freundschaft und einer bitterbösen Intrige handelt. Die Inszenierung von Michael Thalheimer reduziert das Stück sehr präzise auf seine Grundaussagen und präsentiert diese dem Publikum durch sehr klare, verstörende und imposante Gesten, die einen emotional und mental fordern und bewegen.
Das Stück in einer schwarzen Box mit schwarzen Kostümen spielen zu lassen, war für mich am Anfang eine gute Idee, die mit der Erwartungshaltung des Publikums bricht. Im Verlauf der Oper offenbart diese gewählte Gestaltung der Bühne erst ihre Kraft, die mich unverhofft berührt hat. Das Bühnenbild entwickelt sich von einem Schauplatz des Sieges und des Ruhmes in der realen Welt zu der verwirrenden Gedanken Welt von Otello. Dieses konstruierte Gefängnis wird im Verlauf des vierten Aktes von den unterschiedlichen Protagonisten wie z. B. Jago, Desdemona und Cassio besucht. Für Otello selbst gibt es aber keine Möglichkeit zur Flucht und somit bleibt er immer wieder alleine zurück und verliert sich völlig in seiner falschen Wahrheit, die seine tiefsten Ängste widerspiegelt. Erst am Schluss gelingt es ihm, seine düstere und neurotische Gedankenwelt auf dramatische Weise zu durchbrechen und das erlösende Licht der Wahrheit zu erkennen.
Für mich eine sehr beeindruckende Inszenierung von Otello, die die Liebe und Verzweiflung zwischen Desdemona und Otello sehr eindrucksvoll darstellt.

28.09.2018, DU Duisburg , Opernscouts Deutsche Oper am Rhein , Opernplatz.

Michael Menge
Selbstständiger Grafikdesigner

Michael Menge ist Inhaber der Design Agentur „Oppa Franz“ aus Duisburg. Im Dialog mit seinen Kunden schaut der freie Art Direktor und Designer genau hin: „Es geht uns um den ganzheitlichen Charakter eines Unternehmens. Denn interessante Persönlichkeiten sind nicht perfekt – und spannende Marken auch nicht.“ Genau hinschauen möchte er jetzt auch als Scout für Oper und Ballett in Duisburg. Er ist sehr neugierig auf das Projekt, da er bisher wenig Berührung mit Oper oder Ballett hatte und freut sich darauf, diese Art der Darstellung und des Ausdruckes besser verstehen zu lernen.

So kommt Neues in die Welt

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Hilli Hassemer über die Premiere von „b.37“

3 Uraufführungen
Wie kommt das Neue in die Welt?
Es ist eine aufregende Sache, einer Uraufführung beizuwohnen. –
Die ureigene Vision eines Künstlers, hier von Choreographen, hat – nach meist enormer Arbeit und schweißtreibender Mühen aller Beteiligter – Gestalt angenommen und stellt sich frisch und mutig dem kritischen Blick der Betrachter.
Wird es ein Klassiker der Ballettgeschichte werden, ein Stück das von zukünftigen Generationen neu interpretiert und immer wieder getanzt wird? Wer weiß…! Wir können nur sagen: wir waren dabei!
An diesem Abend B37 gab es gleich drei solcher neuer Schöpfungen zu bestaunen.
Robert Binet, ein sehr junger Choreograf beschenkt uns mit seinem Stück „New World“.
Ein Spiegelkabinett, wird zum Bühnen-Universum, irrleuchtend und den Zuschauer, wohlmöglich auch die Tänzer, zuweilen blendet. Sphärische, fast meditative Musik steigt aus dem Orchestergraben, sie scheint die Tänzer und ihre zarten, tastenden Gebärden zu durchdringen. Mir geht das an diesem Abend ins Mark. Phantastische Solo Violinen und Streicher wiegen die Gesten zweier Menschen, die sich in berührender Weise einander annähern und in die Geschichte der „New World“ einführen… Wundersam und rätselhaft, zart und beruhigend die Wolke aus Geäst und Watte und Blättern, die wie eine umgekehrte Winterlandschaft über der Bühne schwebt.
Ein zart und sensibel getanztes Stück, eine frische Vision, die mir unter die Haut geht und meine Sinne berührt.
 „The way ever lasting“ von Natalia Horecna ist mir persönlich zu vordergründig gezeichnet.
Die Paarkonstellation (Mann im Anzug, Frau im roten Kleid) und die Anfechtungen von außen sind mir zu klischeehaft dargestellt. Man weiß fast zu schnell, was gemeint ist. Ein tanzender Teufel mit Hörnern als Dämon, der die Beziehung bedroht…das Bild finde ich als Metapher etwas zu althergebracht. Dennoch gibt es eine Szene, die mich völlig bannt. Es ist der Moment, wo sich die liegende Marlucia do Amaral aus dem Geschehen, von der Bühne rollt. ROLLT? Sie schwebt, sie bewegt sich wie eine leise Welle, die an Land weht, es ist unfassbar, wieviel Schönheit in diesem Bühnenabgang liegt. Alleine für diese Szene würde ich mir das Stück noch einmal ansehen.
Remus Şucheanăs „Fantaisies“ als letzte neue Kreation bringt von der ersten Note der Sinfonie Nr. 6 von Martinů an eine mächtige  Dynamik auf die Bühne. Eine große Zahl an Tänzern bewegt sich um einen weißen, überdimensionalen Wegweiser, der sich unmerklich dreht. Die Kostüme grafisch, fließend und körperunbetont, lassen mich an Vassily Kandinskys Bilder denken. Getanzte Huckepacktrios, wie fremde Wesen, bewegen sich die Akteure mit Kraft und Schnelligkeit. Versetzte Bewegungsgleichklänge, in Reihen getanzt, wie im Dominoeffekt stößt der Impuls der ersten Tänzerin die der zweiten an… solche symmetrisch gefassten Szenen gefielen mir sehr. Laut und kraftvoll sind die Fantasien Şucheanăs,– ein Gegenpol zu Binets leisen Tönen.
Verwundert war ich einmal wieder, wie großartig, vielfältig und meisterhaft die Düsseldorfer Kompanie sich den unterschiedlichsten Anforderungen der Choreografen stellt. Akrobatische Glanzleistung und sensibelstes Feingefühl im Miteinander.
Getragen wurden all diese getanzten Visionen von den besten aller Düsseldorfer Symphonikern und den phantastischen Solisten.
So kommt Neues in die Welt.

Hessemer_Hilli_Foto2_Andreas_EndermannHilli Hassemer
Bildende Künstlerin

Die Malerin Hilli Hassemer lebt und arbeitet seit 20 Jahren in Düsseldorf. Klassische und auch Opernmusik sind elementare Einflüsse in ihrer Arbeit. Das erste Jahr als Opernscout hat sie mit heller Freude erlebt. Die Vielfalt und Qualität der Düsseldorfer Opern und Ballettkultur zu erleben, war für sie eine neu prägende Seh- und Hörschule. Eine Sinn-schärfende Bereicherung, die sie nicht mehr missen möchte. So freut sie sich auf die zweite Spielzeit, auf die neuen Ballett und Opernwelten, die sich ihr eröffnen werden und für die sie Worte finden muss. Der Bleistift ist gespitzt….

Ballett meets Modern Contemporary Dance – Optimismus pur

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Michael Langenberger über die Premiere von „b.37“

Choreografin Natalia Horecna verwöhnt als zweites Werk am Abend, unsere Sinne. Sie lässt ihr Liebespaar mit dem Dämon tanzen. Der schleicht sich in das Leben der Liebenden. Verführt mit den reizendsten Schönheiten, den gewagtesten Spielräumen und verführerischstem Schein. Doch schaut man genau hin, erschafft der Dämon erst den Raum für ein großartiges zukünftiges Leben der Liebenden.
Anders als in Liebesdramen, in denen eine aufopfernde Liebe zwingend zum Tod führt, appelliert und belegt das Werk THE WAY EVER LASTING dem Publikum, dem Dämon gewissermaßen dankbar zu sein. Ihn lediglich als Antipoden einer dann folgenden ewigen und bedingungslosen Liebe zu verstehen.
Großartig, die Collage dreier, sehr unterschiedlicher, eigentlich nicht zueinander gehörigen Musikwerke, als Klangteppich für eine einzigartig dargebotene Verschmelzung von klassischem Ballett und Modern Contemporary Dance. Wahrhaft meisterlich; noch heute bin ich davon benommen, wenn ich daran zurückdenke. Das Werk trifft darüber hinaus meine persönliche Überzeugung, durch die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit dem Bösen und dessen Überwindung, in der heutigen Zeit, richtungsweisend für das Größte zu sein, was Menschen verbindet – die Liebe.
Sowieso strahlte der Abend bei allen 3 Uraufführungen puren Optimismus aus.
Choreographen Robert Binet erschafft eine NEW WORLD, gebildet aus Vertrauen, aus einem Miteinander, Zuneigung Zusammenarbeit, die nichts mit Wissenschaft zu tun hat. Die Message: Niemand und nichts existiert ohne Kontext. Er bietet uns eine Genese dieser Welt aus z.T. wildem Aufbruch, spektakulären Lichteffekten und herausfordernden Klängen.
Der traut sich was! Synchrone Bewegungsabläufe, speziell, wenn zeitweise das komplette Ensemble auf der Bühne stehen. Ballettdirektor und Choreograph Remus Şucheană wusste, dass er sich auf seine Düsseldorfer Compagnie in Sachen Präzision und Leichtigkeit verlassen kann, wenn sie zu Sinfonie No.6 von Bohuslav Martinů brillieren.
Überhaupt, warum wird dieses Spektakel aus Düsseldorfer eigentlich nicht auch live in Kinos anderer Länder übertragen, so wie es die MET und andere weltweit namhafte Häuser auch tun?  Schließlich ist Ballett aus Düsseldorf u.a. weltweit Benchmark, gerade auch mit drei Uraufführungen wie diesen. Die Tanzwelt hat ein Anrecht darauf, daran zu partizipieren – finde ich.

Opernscouts 2018 / 2019

Michael Langenberger
Wirtschaftsmediator und Coach

Michael Langenberger arbeitet freiberuflich als Wirtschafsmediator und Führungskräftecoach in Haan. Musik und Tanz spielen eine große Rolle in seinem Leben: Er spielt Klavier, sang im Chor und tanzt: Auf Standard und Latein folgten Salsa und Modern Contemporary Dance im tanzhaus nrw, wo er auch an öffentlichen Performances mit Profis und Laien mitwirkte. Er liebt die Vielfalt des kreativen Ausdrucks – sei es als Geschichtenerzähler, Musiker, Tänzer oder Opernscout – und macht sich diese auch im beruflichen Kontext zu Nutze