Dragan Milicevic über „Aida“

Aida_07Internet_FOTO_MatthiasJungDie „Aida“ in der Oper Duisburg lässt einen etwas verdutzt zurück: Ägypten, das Land der Pharaonen und Pyramiden – jedoch ganz im englisch-viktorianischen Stil gekleidet? Hohepriester der ägyptischen Gottheiten Isis und Ptah im Gewand katholischer Oberhäupter? Die Musik, bis auf sehr wenige ägyptisch anmutende Passagen italienisch. Und dann noch eine Tempelsängerin, die sich lasziv auf Särgen toter Soldaten herumwälzt und damit ihre Kollegen auf der Bühne verstört und das Publikum verwirrt zurücklässt.
Die Liebe um die Hauptpersonen Aida und Radamés wirkte leider etwas unauthentisch. So fehlte es der sonst so konfliktgeladene Oper etwas an Zug.
Der Abend hatte aber auch seine Glanzmomente. So etwa der gemeinsame Auftritt der Aida, mit Amneris und Radamés, die gleichzeitig von ihren verworrenen Liebesproblemen singen und dabei herrlich zusammen harmonieren. Sehr überzeugend auch die Chöre. Ob kriegerisch jubilierend, anklagend, oder auf göttliche Intervention hoffend und betend: Sie verliehen der Aufführung ihre Größe. Insgesamt hätte man sich allerdings etwas mehr ägyptisches Flair und noch ein kleines bisschen mehr Stimmgewalt der Solisten gewünscht.

Weitere Informationen zu „Aida“:
http://www.operamrhein.de/de_DE/events/repertoire/1010852/opera