Christian Hein über b.23

Rättikach: Mats Ek   d. und k. Mylla EkWieder einmal ein wunderbarer Ballettabend in drei Gängen. Die unterschiedlich und sehr abwechslungsreich ein wunderbares Menü ergeben haben. Symphonie G-Moll von Martin Schläpfer stimmt zu der Musik von Mozart sehr schön in den Ballettabend ein. Ein wirklicher visueller wie auch musikalischer Genuss. Pastellige, optimal abgestimmte Kostüme, mit einem gelungenen minimalistischen Bühnenbild, sehr langsam und kaum wahrnehmbar fahrende Rokoko Kleider, die in einer eigenen kleinen Bühne im Hintergrund vertikal verfahren werden. Trotz der wirklich guten tänzerischen, wie auch musikalischen Leistung wird man doch nach der Pause überrascht. Die Musik des Schweizer Ensembles „Flamencos en route“ erklingt… obwohl man die Musiker noch gar nicht wahrnimmt. Und ein ganz anderer Tanz ist zu sehen. Flamenco. Nachdem man sich an diesen krassen Bruch zu dem eben gesehenen, klassischen Ballett zu der eher anspruchsvollen Musik von Mozart gewöhnt hat, und sich immer mehr versichert, dass dies nichts mit einfacher Folklore oder Riverdance Ähnlichem zu tun hat, ist man zunehmend begeistert. Die wunderbar leidenschaftliche Stimme der Frontfrau, so wie der perfekte feurige Flamenco der Tänzer versetzt den Zuschauer in eine fast erotische Trance. Wunderbar! Abgerundet wird der Abend nach der Pause mit Mats Eks Choreografie „Rättika – Rettich“ zu Johannes Brahms‘  Violinkonzert. Ein wirklich gelungener letzter Akt dieses Abends. Das Bühnenbild überrascht mit langsam schleichenden Müllsäcken, die auf diese Art eine unwahrscheinliche Ästhetik bekommen, gepaart mit ebenso fahrenden Rettichen. Der Tanz vermittelt eine wunderbare Leichtigkeit zu dieser voluminösen Musik. Die Kostüme hätten auch vor zwanzig Jahren verwendet werden können und überzeugten mich nicht. Vielmehr die Mischung aus perfektem Tanz mit dieser Musik zu diesem skurrilen Bühnenbild. Sehr erfrischend. Eine wunderbare Leistung der Düsseldorfer Symphoniker und der Tänzer. Ein Ballettabend, den man nicht vergisst. Sehr zu empfehlen!

Weitere Informationen zu b.23:
http://www.operamrhein.de/de_DE/events/repertoire/1010867/ballet

 

Treffen der alten und neuen Scouts in der OperdŸChristian Hein
Architekt

Durch seine Arbeit als Architekt weiß Christian Hein, wie wichtig Teamwork für das Gelingen eines Gebäudes ist, daher findet er besonders das Gesamterlebnis bei Oper und Ballett beeindruckend. Alle Faktoren wie Bühnenbild, Schauspiel und Musik erschaffen eine Welt, in die er gerne eintaucht. Als Scout freut er sich auch wunderbare Premierenerlebnisse.