Götterdämmerung – ein Rausch für die Sinne

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Michael Langenberger über die Premiere von Richard Wagners „Götterdämmerung“

Einfach berauschend was dem Ohr und dem Auge bei der Götterdämmerung geboten wird. Trotz langjähriger, mannigfaltiger Erfahrungen bei verschiedensten Live-Events, habe ich persönlich noch niemals zuvor ein solches Klangerlebnis erfahren. Dabei meine ich nicht alleine nur die Interpretation des Werkes, von der ich sagen würde: Genau so hätte es der Meister selbst dirigiert. Was Axel Kober zusammen mit den Düsseldorfer Symphoniker hier zelebriert ist zum mit der Zunge schnalzen. Ein 3-D-Raumklang, wie es selbst die allerbesten HiFi-Bausteine niemals aus einer digitalen Konserve zustande brächten, verwandelt die Bühne in einen Raum mit vielen meterweiter Tiefe – wirklich einmalig!

Dazu dann das scheinbar recht eintönige Bühnenbild, mit einer sich rheinabwärts dahingleitenden, verrosteten MS-Wotan. Für das Auge des Betrachters bewegt sich die MS-Wotan wahrhaftig. Denn unaufdringlich verwandeln sich die anfänglich den Bühnenhintergrund begrenzenden Stoffe zur Projektionsleinwand einer Rheinfahrt, gerade so, als säße man als stiller Beobachter auf einem der MS-Wotan folgenden Schiff – erlebt die Szenerie – die beeindruckend dargebotenen Gesänge und Schauspiele – lässt sich treiben und beeindrucken…

Wer sich bislang aus Sorge vor der zeitlichen Länge (<4h) dieses Monumentalwerks nicht in Oper getraut hat, sei diese Inszenierung, aus o.g. Gründen, wärmsten ans Herz gelegt. Darüber hinaus hält der Regisseur D.W. Hilsdorf Überraschungen bereit – für den einen zum Schmunzeln, für den anderen Aufreger – oder Sie belassen es bei einem Rausch für die Sinne.

Opernscouts 2018 / 2019Michael Langenberger
Wirtschaftsmediator und Coach

Michael Langenberger arbeitet freiberuflich als Wirtschafsmediator und Führungskräftecoach in Haan. Musik und Tanz spielen eine große Rolle in seinem Leben: Er spielt Klavier, sang im Chor und tanzt: Auf Standard und Latein folgten Salsa und Modern Contemporary Dance im tanzhaus nrw, wo er auch an öffentlichen Performances mit Profis und Laien mitwirkte. Er liebt die Vielfalt des kreativen Ausdrucks – sei es als Geschichtenerzähler, Musiker, Tänzer oder Opernscout – und macht sich diese auch im beruflichen Kontext zu Nutze.

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Alles Lügner!

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Benedikt Stahl über die Premiere von Richard Wagners „Götterdämmerung“

Die Oper vor der Oper beginnt zuhause mit Musik von Grace Jones. Die düsteren Rhythmen der androgynen Popkönigin stimmen ungeahnt auf die abendlichen Klangwelten ein, die bis ins Mark gehen werden und beleben den Gedanken an Wagner als einem der Wegbereiter moderner Musik.

Die Oper in der Oper beginnt mit getuntem Publikum aus allen Schichten auf der Heinrich-Heine-Allee und reicht bis ins erste Bühnenbild mit monumentalem Rheinromantik-Gemälde und drei altbacken gekleideten Nornen auf blöden Plastikstühlen. Eine Szene, die wenig dabei hilft, in dieser Geschichte anzukommen. Erst als ich die Augen schließe und das Kauderwelsch der Schicksalsfrauen ausblende, gelingt das Eintauchen in die Abgründe des sich ankündigenden Dramas. Was dann folgt, ist mit zwei Worten, die mir die geliebte Begleiterin später zuraunt, schnell beschrieben: „Alles Lügner!“ Stimmt, aber wie sie lügen, sich gegenseitig verraten, enttäuschen oder umbringen: das mitzuerleben ist grandios!

Der Held des Abends ist Hagen, mit spürbarer Lust am verführerisch Bösen, leidenschaftlich und tiefgründig gesungen und gespielt von Hans-Peter König. Der sagenhafte Siegfried, brillant dargestellt von Michael Weinius, wird als Einfaltspinsel entmystifiziert. Heldin der Sage ist Brünnhilde. Ihre Rolle als Liebende, Betrogene und schließlich als alles entscheidende Figur, die den unglücksbringenden Ring den Fluten des Rheins überlässt übernimmt Linda Watson. Auf wunderbare Weise gelingt es ihr, sowohl die verletzte Seele wie auch die Urkraft ihres Glaubens an Liebe und Gerechtigkeit in aller Präsenz auf die Bühne zu bringen.

Durchgehend allererste Klasse: musikalische Leitung und Orchester, Riesenapplaus!
Das Bühnenbild lebt vor allem vom schrottreifen Schubleichter, der Szenen auf mehreren Ebenen ermöglicht. Ansonsten lohnt es sich, wie zum Beispiel beim Auftritt des Chors als verschmutzte Düsseldorfer Karnevalsgesellschaft, ab und zu einfach die Augen zu schließen (s.o.) und das Ganze von Innen heraus zu hören.

Die Oper nach der Oper spielt nachts in den Träumen und am nächsten Tag klangvoll weiter. Sie nochmal zu sehen, könnte ich mir gut vorstellen, vielleicht dann im Dämmerlicht, den Göttern zuliebe.

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Benedikt Stahl
Architekt und Professor an der Alanus Hochschule

Als selbständiger Architekt und Partner im Düsseldorfer Atelier Fritschi & Stahl hat Benedikt Stahl eine große Nähe zur Kunst: Was macht Stadtraum, was macht die Choreographie, die Dramatik der Räume aus? Zur Oper ist es da nicht weit: Wie Bild, Musik und Darstellung hier zusammen wirken, fasziniert ihn. Als interdisziplinär denkender Grenzgänger ist er auch an der Alanus Hochschule Bonn-Alfter tätig: Was  Architektur mit Schauspiel, Wirtschaft mit Kunst zu hat – diese Fragestellungen interessieren ihn auch in der Lehre. Nicht nur die Oberfläche, sondern die spannenden Zusammenhänge will er nun als Scout für Oper und Ballett entdecken.

 

Wagner ohne Pathos – geht das?

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Dr. Hubert Kolb über die Premiere von Richard Wagners „Götterdämmerung“

Wagner verhunzt Siegfried“ sagte Regisseur Dietrich Hilsdorf bei der öffentlichen Probe am 18. Oktober. Aus dem blonden strahlenden Held Siegfried der Nibelungensage wird in der Götterdämmerung ein in Ehebruch und Meineid verstrickter Typ, der dafür dann auch umgebracht wird. Eine gewisse Entschuldigung ist, dass ein böswillig verabreichter Zaubertrank im Spiele war. Aber die Inszenierung von Hilsdorf lässt das nicht gelten. Bei ihm wird der Zaubertrank ungetrunken verschüttet. Allein die nach einem Heroinschuss strahlende Gutrune reicht, um Siegfried seine Liebe zu Brünnhilde vergessen zu lassen. Weiterhin stellt Hilsdorf jedes Pathos in Frage, durch Mittel der Personenregie und des Bühnenbildes. Das war für mich unbefriedigend und passte nicht zur oft mächtig-vollen Musik.

Die Musik der Götterdämmerung ist eine eindrucksvolle Verschränkung von Harmonie und Disharmonie, vom Dirigenten Axel Kober einfühlsam und mit Blick auf die Bühne gestaltet. Mit dem Wagnerschen Sprechgesang kam ich nicht zurecht, jede Silbe ein meist anderer Ton, keine eigentlichen Melodien, kaum etwas das in Erinnerung bleibt. Viele tolle Stimmen, besonders Hans-Peter König als Hagen.

Fazit: Eindrucksvolle, mächtig – emotionale Musik mit Anklängen an die Moderne zu einer klassisch sagenumwobenen Handlung, welche nicht sehr glücklich in das heutige Pathos-arme Denken transformiert wurde.

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Dr. Hubert Kolb
Professor für Immunologie/Diabetologie im Ruhestand

Als Biologe und Immunologe hat Hubert Kolb am Deutschen Diabetes-Zentrum Düsseldorf zu Mechanismen und Therapien des Kinder- und des Erwachsenendiabetes geforscht und gearbeitet. Vorsorge und Umgang mit der Krankheit beschäftigen ihn auch noch im Ruhestand. Den Weg zur Oper fand Hubert Kolb im Studium in München – eine „Zauberflöte“ in Spitzenbesetzung begeisterte ihn nachhaltig. Mittlerweile findet er genügend Zeit, die Oper regelmäßig zu besuchen und Vieles neu kennen zu lernen. Auch das Ballett am Rhein, das ihm unter Martin Schläpfer unerwartet gut gefällt.

 

Morbidität überzieht die Rheinische Frohnatur

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Hilli Hassemer über Richard Wagners „Götterdämmerung“

Da gibt’s ein Riesensammelsurium, unendlich groß ist das Archiv“

In meinen Augen verweisen diese Worte Botho Strauss‘, – sie laufen am Ende des 3. Aktes über das Sprachband,- auf das Dilemma um das Bühnenbild, die Inszenierung.
Aus einem großen Archiv zu schöpfen, verlangt eine gute Wahl, eine Reduktion.
Dies ist für mich in dieser Götterdämmerung von Dietrich W. Hilsdorf inszeniert, nicht gelungen.

Ein Sammelsurium an Bühnenelementen, Bedeutungsebenen, Zitaten und Fragmenten.
Was wollten die mit Landschaftsmotiven bedruckten Säulen am Außenrand der Bühne? Im Bühnenraum, Projektionen von gefilmten Rheinmotiven, schön, wenn man sich auf die konzentriert hätte, doch diese Lichtbilder werden von den Glühbirnen überstrahlt und so wieder schwer zu erkennen…
Darüber Vorhänge mit noch mehr Rheinmotiven.

Mir fiel es schwer, einen Fokus zu schaffen, vor lauter Inventar, wildem Stilmix, vor lauter Rheinmotivik.
So konzentrierte ich meinen überforderten Blick auf die Akteure, mein Ohr auf die Musik: Brünnhilde in der Langweile der „engen Tann“ gefangen, strickt unterm Weihnachtsbaum. Gutrune als Heroinabhängige zu stigmatisieren, – diese Darstellungen erscheinen mir als schwache Platitüde. Braucht man heute noch solche Klischees, um diese Frauen in Ihren Brüchigkeiten und Nöten darzustellen?
Der Kahn, die MS WODAN, auf dem sich die Dramen abspielen, mit seinen hohen Geländern, wirkt er unproportional und eher wie ein Käfig, – der auch das Geschehen vom Publikum distanziert. Trotz vierter Reihe erscheinen mir die Darsteller oft zu weit weg.
Über allem liegt Rost und Verfall. Der Chor als Funkengarde wirkt durch den Dreck gezogen, dazu ziemlich beschwipst. Morbidität überzieht die Rheinische Frohnatur.
Siegfried stirbt quasi im Hintergrund. Die Nummer mit den Flaggen, die ihm ins Grab gelegt werden, erschien mir vollkommen überflüssig und voller Pathos.

Eine einzige Szene hat mich wirklich gepackt und berührt, nämlich als Waltraute, wunderbar gesungen von Katarzyna Kuncio, die Walkürenschwester Brünnhildes, dieser von der Verzweiflung auf Walhall berichtet.  Das war authentisch und differenziert gespielt und stark gesungen.
Erfrischend die quirligen Rheintöchter, Anke Krabbe, Kimberley Boettger-Soller und Ramona Zaharia. Deren Spiel und Gesang  waren ein Lichtblick, heller Glanz,  in diesem ansonsten recht statischen Spiel! Warum mussten die männlichen Hauptdarsteller alle Nase lang auf einem Stuhl danieder sinken?
Vielleicht war das Collagenhafte der Inszenierung gewollt und gewünscht, mich hat es nicht überzeugt.
Die Gesangrollen sind gut besetzt, Bogdan Baciu in der Rolle des Gunther war für mich überragend. Die wunderbaren Düsseldorfer Symphoniker waren fünf Stunden lang stark und spielten von unglaublicher Qualität. Eine verlässliche Größe. Der Rest ist Theater.

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Hilli Hassemer
Bildende Künstlerin

Die Malerin Hilli Hassemer lebt und arbeitet seit 20 Jahren in Düsseldorf. Klassische und auch Opernmusik sind elementare Einflüsse in ihrer Arbeit. Das erste Jahr als Opernscout hat sie mit heller Freude erlebt. Die Vielfalt und Qualität der Düsseldorfer Opern und Ballettkultur zu erleben, war für sie eine neu prägende Seh- und Hörschule. Eine Sinn-schärfende Bereicherung, die sie nicht mehr missen möchte. So freut sie sich auf die zweite Spielzeit, auf die neuen Ballett und Opernwelten, die sich ihr eröffnen werden und für die sie Worte finden muss. Der Bleistift ist gespitzt….

 

Mit der Götterdämmerung schließt sich der Kreis

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Mit der „Götterdämmerung“ schließt sich der Kreis/“DER RING“

Das Bühnenbild, das Schiff auf dem Rhein – mal mit Nebel, mal ohne – war stimmig.
Die Kostüme – in den Farben der „Clan-Zugehörigkeit“ zugeordnet, war auch stimmig.
Es gab ein paar Bilder, die einfach nur lächerlich waren:
Brünnhilde strickend unter dem Weihnachtsbaum???
Die Gäste im Karnevalskostüm mit Funkemariechen peinlich.
Dazu Kirmesbeleuchtung und Bier. Die Marke werde ich nicht verraten.
Was sollte das?

Nichts ist von den Göttern übriggeblieben – man muss auch niemandem eine Träne nachweinen. Die Macht des Gottes Wotan war auf Raub – an der Weltesche,  Diebstahl und List an  Alberich um ihm das Gold zu entreißen – aufgebaut. (Auch er ein Dieb, hat er doch das Gold den Rheintöchtern geraubt.
Siegfried: aufgewachsen ohne Liebe, Kultur und Wissen, nur mit der Aufgabe betraut, das Schwert zu schmieden und zu gebrauchen, damit Wotan seine Macht behält.
Hagen: aufgestachelt durch den Hass seines Vaters konnte sich davon nicht befreien.

Der Psychologische Aspekt:
Hass „vererbt“ sich über Generationen, wenn nicht einer diesen „Brauch“ durchbricht. Brünnhilde hätte das Zeug gehabt die Familie/die Welt zu verändern aber alleine gegen soviel Gier, Hass und Dummheit ist das nicht zu schaffen.

Mit Schwerter und Waffen, lässt sich kein Konflikt lösen. Wann wird der Mensch das begreifen, dass man mit Gewalt nichts erreichen kann. Wie immer muss die Einsicht in der kleinsten Zelle – der Familie – beginnen.

Die Erkenntnis, dass die Götter schlimmer sind als die Menschen ist auch erschreckend! Aber vielleicht sind die Menschen und die Götter EINS.

Das Begräbnis von Siegfried lässt hoffen, es werden alle Fahnen, der letzten Epochen mit ihm begraben (beginnend mit der französischen Fahne natürlich auch die Nazi-Fahne bis hin zur deutschen Fahne) es bleibt eine Weiße Fahne. Ein Neuanfang.

Für mich ein sehr bewegender und aufwühlender Abend, der mich sicherlich noch einige Zeit beschäftigen wird. Dank und Glückwunsch an alle wunderbaren Sängerinnen und Sänger, an die Düsys und an Axel Kober.

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Jenny Ritter
Tai-Chi-Lehrerin

Jenny Ritter ist Lehrerin für verschiedene Entspannungstechniken und die chinesische Kampfkunst „Tai-Chi Chuan“. In ihrer Arbeit ist ihr der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Bewegung besonders wichtig. Schon durch ihren ersten Lehrmeister, der ihr eine sehr tänzerische Art des Tai-Chi vermittelte, entwickelte sich auch ihre Begeisterung für das Ballett. Seitdem  sie in der Spielzeit 2016/17 „Das Rheingold“ gesehen hat, ist Jenny Ritter nun auch ein Fan von Wagners „Ring“ und freut sich diesen als Opernscout in Düsseldorf abschließen zu können.

 

Wenn die Götter Trauer tragen…..

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Henning Jüngst-Warmbier über die Premiere von Richard Wagners ,,Götterdämmerung“

…..“Götterdämmerung“, da posaunen viele gleich in ein Einheitshorn: laut, lang, schwer verständlich, zeitraubend.

All diese Kritikaster hätten gestern Abend in der Deutschen Oper am Rhein eines Besseren belehrt werden können. In der Rheinischen Post konnte man schon morgens en detail das Bühnenbild betrachten, das die Lust auf den Abend noch steigerte.Gerade meinen Platz eingenommen, kam auch schon eine der Nornen auf die Bühne und machte es sich am Rhein vor der MS Wotan bei einer Tasse Kaffees gemütlich.
Das Vorspiel begann und ihre Schwestern gesellten sich hinzu, um uns herrlich inszeniert und vortrefflich gesungen ein, „was bisher geschah“ darzubieten.
Kaum hatten sie uns ihre düstere Prophezeihung kundgetan, hob sich der Vorhang und das Schiff steuerte langsam aber stetig in den Untergang.

Um die Sache ein wenig abzukürzen, möchte ich sagen, dass ich den Abend als einen ganz hervorragenden empfunden habe.
Brünnhilde – Linda Watson, die von mir sehr verehrte ‚raumgreifende Erscheinung‘, Gunther – der stimmgewaltige Bogdan Bacio und Hagen – der phantastische Hans-Peter König, rissen mich zu Begeisterungsstürmen hin.
Axel Kober bewies mit seinen Düsseldorfer Symphonikern einmal mehr, dass er und sein Orchester zu den ganz Großen gehören und auch der Chor bewies erneut, welche Qualität er hat! So vergingen die Stunden wie im Fluge und ich war glücklich, dieser Götterdämmerung beigewohnt zu haben.
Man sagt ja, dass die Oper erst zu Ende sei, wenn die ‚dicke Dame‘ den letzten Ton gesungen habe…, am gestrigen Abend hätte ich mir gewünscht, der Dame noch stundenlang zuhören zu können.
Das Bühnenbild hingegen, das mir morgens soviel Laune gemacht hatte, fand ich gar nicht mehr so gut gewählt und den Auftritt als Rot-Weiße-Prinzengardisten hätte man den ehrbaren Choristen ersparen können. Wen interessieren spagatübende Funkenmariechen in der Götterdämmerung?

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Henning Jüngst-Warmbier
Freiberuflicher Dozent an der Zukunftswerkstatt Düsseldorf

Nach seiner langjährigen Tätigkeit als Hoteldirektor in Düsseldorf bringt Henning Jüngst-Warmbier seine berufliche und pädagogische Erfahrung heute ehrenamtlich in der Zukunftswerkstatt Düsseldorf ein: Seit mittlerweile acht Jahren realisiert er dort Projekte für und mit Langzeitarbeitslosen, Migranten und Flüchtlingen. Mit dem Kulturleben der Stadt ist er seit vielen Jahren über Freunde und Bekannte verbunden. Auch in seiner zweiten Spielzeit als Opernscout möchte er seine eigene Sichtweise präsentieren, über seine Empfindungen sprechen und erzählen, wie er das Gesehene erlebt hat.

 

 

 

Und über allem ein Regenbogen…

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Markus Wendel über die Premiere von Richard Wagners ,,Götterdämmerung“

Richard Wagners Götterdämmerung auf einem rostigen Frachtkahn auf dem Rhein. Darauf hat die Welt gewartet. Das Regiekonzept von Dietrich W. Hilsdorf finde ich vielfältig und unterhaltsam. Brünnhilde sitzt strickend am Weihnachtsbaum, es wird gemordet, Heroin konsumiert, Fahrrad gefahren, Flaggen werden verbrannt, der Chor trägt Karnevals-Garde-Uniform, und dazu gibt es Krähen im Surround-Sound. Das mag für viele Leute streitbar sein, aber seit dem letzten Ring in Bayreuth weiß ich, was auch sonst alles funktionieren kann. Ich selbst bin immer dankbar für neue Bilder und Sichtweisen auf ein Werk.

Klar im Vordergrund stand für mich die musikalische Qualität am Premierenabend in Düsseldorf. Axel Kober trieb die Düsseldorfer Symphoniker zur Höchstleistung und baute hiermit das Fundament für eine durchgängige Spannung und Emotionalität. Er dirigierte klar, akzentuiert und unglaublich dynamisch. Respekt. Und auch der Gesang bescherte mir so einige Gänsehautmomente. Neben der unfassbaren Bühnenpräsenz von Linda Watson und Hans-Peter König erlebte ich eine bis in die Nebenrollen wunderbare Besetzung. Brünnhilde, Hagen, Siegfried, Gunther und Co. sangen und spielten, als ob es kein Morgen mehr geben würde. Wahnsinn.
Ich schreibe diesen Text einen Tag nach der Vorstellung, und ich muss sagen, ich bin nachhaltig beeindruckt.

Eine kurze und verrückte Geschichte am Rande: Meine allererste Oper war tatsächlich die Götterdämmerung. Vor fünfzehn Jahren, auch hier in Düsseldorf, und mit Linda Watson als Brünnhilde.

Ich freue mich auf den Ring-Zyklus in Düsseldorf im kommenden Jahr!

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Markus Wendel
Feuerwehrmann in Düsseldorf

Als neuer Scout folgt Markus Wendel in der Spielzeit 2018/19 frühen Spuren seiner Opernbegeisterung: Seine erste Begegnung mit Richard Wagners „Götterdämmerung“ hatte er 2003/04 im Düsseldorfer Opernhaus, und schon damals begeisterte ihn Linda Watson als Brünnhilde. Als Feuerwehrmann der Landeshauptstadt Düsseldorf kümmert sich Markus Wendel um die strategische Planung und Einsatzorganisation. Ganz besonders schätzt er seine Dienste im Opernhaus: Als Brandsicherheitswache beobachtet er die Aufführung dann von der Seitenbühne aus. „Ich mag das Gewusel hinter den Kulissen“, sagt der 39-Jährige. Was ihn aus dieser Perspektive besonders anspricht, schaut er sich gern noch einmal mit Freunden oder der Familie aus dem Zuschauerraum an.