Maren Jackwerth über „Das Rheingold“

Der Auftakt

Wir waren bei der Freundeskreis-Premiere am 25.6. Ein musikalischer Genuss mit kraftvollen Blechbläsern und Paukenschlag, dirigiert von Generalmusikdirektor Axel Kober, Wagner-Kenner und Dirigent regelmäßig auch in Bayreuth. Eine Oper von 2,5 Stunden und aufgeführt ohne Pause.
Dietrich Hilsdorf dagegen spaltete mit seiner Inszenierung die Zuschauer, wobei er Rheingold in die Zeit des Kapitalismus im 19. Jahrhundert katapultierte und auch den Antisemitismus von Wagner einbrachte.
Zuerst einmal startete dieser Auftakt zur Nibelungen-Saga mit dem Loreley-Lied des Düsseldorfer Dichters und Juden Heinrich Heine. „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten…“ spricht der Feuergott Loge und hat Flammen in den Handinnenflächen. Damit zeigt Hilsdorf auf den Antisemiten Wagner, die Flammen symbolisieren wohl die Judenvernichtung, der Tiefpunkt der deutschen Geschichte.
Die Stimmen der Rheintöchter über den kraftvoll singenden Wotan und dem Zwergen Alberich sowie dem Riesen Fasolt sind wundervoll intensiv. Wie oben bereits erwähnt, steigert sich das Orchester zudem immer mehr und nutzt die Blechbläser und Paukenschläge gekonnt.
Der Zwerg Alberich, der nach Liebe dürstet aber von den Rheintöchtern – dargestellt im Freudenhaus – abgewiesen wird, entsagt der Liebe und erhält das Rheingold. Durch die Entsagung kann er zudem den machtvollen Ring der Nibelungen schmieden. Er knechtet das Volk der Nibelungen, die für ihn das Gold schwer schuftend abbauen müssen. Selbst diese Szenerie verbleibt im Salon der Rheintöchter in einer Art Mauerschau, wo eine Lore durch den Salon fährt und in die Wand einbricht. Dieser Untertagebau hätte mir als wuchtigere Darstellung im Höllenschlund mit den das Gold abbauenden Kreaturen und dem Kampf ums Gold besser gefallen. Es hätte auch der Nibelungen-Saga gutgetan.
Fasolt und sein Bruder haben die Götterburg für Wotan fertiggestellt. Der Preis war zum Schein die Götting Freia zur Frau. Wotan will sie nicht übergeben und wirbt dafür, dass die Riesen die Macht und das Gold von Alberich erhalten sollen, worauf sie auch eingehen.
Freia verbleibt als Pfand bei den Riesen.
Wotan und Loge entreißen dem Alberich das Gold und den Ring, indem ihm dessen ganze Hand abgeschlagen wird, um an den Ring der Nibelungen heranzukommen. Dem Riesen Fasolt reicht nicht das Gold, er beharrt auf dem Ring, verflucht von Alberich mit dem Tod. Prompt erschlägt Fasolt seinen eigenen Bruder, da dieser aus seiner Sicht nicht gerecht teilen will. Die korrupte, machtbesessene Kreatur wird deutlich; auch als Zeichen des Kapitalismus.
Schlussendlich wird Freia vom Riesen freigegeben, aber um welchen Preis?
Wir sind gespannt auf die Fortführung mit der Walküre, Siegfried sowie der Götterdämmerung als Gesamtwerk des Ringes der Nibelungen.

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Maren Jackwerth
Anwältin
Die in Düsseldorf ansässige Rechtsanwältin, Mediatorin und Stiftungsmanagerin betreibt eine Kanzlei an der Königsallee und entwickelt Kommunikationslösungen im Bereich Corporate Social Responsibility und Kunst. Um das soziale Engagement von Unternehmen mit dem der gemeinnützigen Organisationen zu verbinden, hat Maren Jackwerth das Rheinische Stifterforum gegründet. Bildungsförderung auch im kulturellen Bereich ist ein Schwerpunkt des Netzwerks.

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Khatuna Ehlen über „Das Rheingold“

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Schwere Kost

Es war meine erste ‚Begegnung‘ mit Wagner.
Schon im Vorfeld war klar: Wagner ist speziell und es würde keine „leichte Kost“ sein.
Die Skepsis, über einen Zeitraum von 2,5 Std. die  Aufmerksamkeitsspanne zu halten, bestätigte sich. Die Handlung hat sich mir lediglich grob erschlossen,  die Rollen waren für mich zu lange unklar. Der Gesang bzw. der Text verlangte zudem eine hohe Konzentration.
Das Stück hatte zwischendurch Längen. Die Musik setzte mit ihren kraftvollen Höhepunkten das Publikum wachrüttelnde (wunderbare) Akzente, so schien es. Insgesamt war diese „Ring“-Inszenierung für mich summarisch leider wenig inspirierend.

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Khatuna Ehlen
Sozialarbeiterin
Sicher war es ein großer Schritt, mit 20 Jahren die Heimat Georgien zu verlassen, um in Deutschland zu studieren und heute als Sozialarbeiterin in der Familienhilfe der Landeshauptstadt Düsseldorf zu arbeiten. Ein kleiner dagegen, die Einladung zum Projekt „erlebte Oper…erlebter Tanz…“ anzunehmen und Opernscout zu werden. Nach ihrer ersten Spielzeit als Opernscout ist sie glücklich, weiter als Scout aktiv sein zu dürfen. Bisher sind die Aufführungen des Balletts am Rhein ihr klarer Favorit im Spielplan, so dass sie sich auch in der neuen Spielzeit auf mitreißende Choreographien freut.

Roland Schüren über „Das Rheingold“

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Schwülstiges Gedünst hilft mir durch die Länge

My first Wagner. Das Rheingold. Ein Premieren-Erlebnis der besonderen Art.
Bei „Otello“ habe ich erstmals erlebt wie es ist, sich im „Flow“ der Oper zu befinden: Man braucht die Obertexte nicht mehr mitlesen, Musik, Gesang und Schauspiel werden eins und diese geballte, dreifache Macht nutzt beide sinnlichen Eingänge maximal, um mich vollends zu fesseln und zu beeindrucken. – Was für eine Wirkung! Und jetzt bei Wagners Rheingold? Es wird deutsch gesungen, nicht italienisch, das sollte dann doch auch klappen. Bestimmt sogar noch besser als bei Otello…
Ein zuerst sehr stimmungsvoller Beginn mit dem ruhig agierenden Loge, die drei Rheintöchter heiter und unterhaltsam, mit einem grandiosen Alberich. Super! – Aber dann folgt ein ellenlanger Mittelteil – so nenne ich diese zentrale Phase mal – der mich wirklich kämpfen lässt. Bin ich da wirklich gerade eingenickt? Unglaublich! Ich versuche mich zu konzentrieren, der Handlung und den Darstellern zu folgen, fast zwanghaft. Es will einfach nicht klappen, mit mir und der Inszenierung. Ich überlege, ob ich meine Begleitung um das Programmheft bitte, um noch einmal die Handlung und die agierenden Personen nachzuschlagen, damit ich besser folgen kann. Dazu fehlt mir in diesem Moment jedoch die Traute, diese Blöße möchte ich mir nicht geben. Ich habe mich zwar zuvor bereits kurz eingelesen und auch die Einführung besucht, trotzdem komme ich aber nicht ganz mit. Warum? – Ich kann viele der einzelnen Protagonisten einfach nicht automatisch erkennen und auch nicht der Handlung zuordnen. Das funktioniert bei Alberich, den Rheintöchtern, Wotan und später auch bei den Riesen Fasolt und Fafner, nicht aber bei dem Rest des Ensembles. So kann ich zum Beispiel Mime, Erda, Froh und Donner nicht dem Handlungsstrang zuordnen. Sie stehen immer nur irgendwo rum oder tauchen plötzlich auf. Für mich wirklich zusammenhanglos. Hinzu kommt, dass ich deren Kostüme ziemlich langweilig finde und diese sich sehr ähneln. Wegen dieser Dinge müssen mir die peinlichen Kopfnicker in dem langen, langen Mittelteil wohl passiert sein.
Im Gegensatz dazu: Wagners Musik. Das ist der Hammer! Sie würde mir alleine schon reichen, auch wenn das ja nun explizit nicht so von ihm gewollt ist. Großes Lob an Axel Kober und die Düsseldorfer Symphoniker. Hinzu kommt Wagners einzigartige Sprache. Zusammen mit der Musik hat Sie mich  gerettet und den Mittelteil besser ertragen lassen können. Die Formulierungen und Satzstellungen, die dem Zuhörer und Leser Konzentration abfordern, um deren Aussagen in Ihrer ganzen Breite und Tiefe erfassen zu können – klasse! Es macht wahnsinnigen Spaß, mit zu lesen und sich an der phantastischen Wortwahl Wagners zu ergötzen. Zunehmend bemerke ich, dass sich an meinen Mundwinkeln ein durchgängiges Lächeln festgesetzt hat und der Stress des Handlung-verfolgen-Wollens verflogen ist. Ich habe meinen Weg gefunden dieser Inszenierung doch noch was abzugewinnen: Einfach nicht hinschauen, die phantastischen musikalischen Leistungen genießen und dabei nur diese niveauvoll-spaßigen Obertexte mit Tiefgang lesen. So schaffe ich es doch noch gut gelaunt die geschätzten 75% des für mich einschläfernden Mittelteils der Inszenierung zu überstehen und nach dem vielversprechenden Beginn, auch noch ein versöhnliches Ende zu erleben.
Nach dem langen Applaus für das Ensemble, Axel Kober und die Symphoniker, gab es Buhrufe für die Inszenierung. – Vielleicht ging es heute ja noch mehr Opernbesuchern so wir mir blutigem Wagner-Anfänger. Denn das habe ich bei dieser wohl ausverkauften Premiere und auch in den folgenden Gesprächen mit anderen Opernscouts, Freunden und Bekannten gelernt: Es gibt eine wirklich riesige Wagner Fangemeinde mit wahnsinnig umfangreicher Erfahrung und Sachverstand. – Die äußern ihre Meinung klar und unverblümt.
My second Wagner wird dann die Walküre.

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Opernscout Roland Schüren

Roland Schüren
Inhaber der Bäckerei „Ihr Bäcker Schüren“
Bereits in vierter Generation führt Roland Schüren den Familienbetrieb „Ihr Bäcker Schüren“ mit Hauptsitz in Hilden. Mit seinem Anspruch an Qualität, Produktvielfalt und Nachhaltigkeit gilt er als einer der besten und innovativsten Handwerksbäcker in Düsseldorf und der Region. Ihm und seinen Bäckern macht es Spaß, alles selbst herzustellen – ohne Fertigmischungen und Massenproduktion, dafür mit viel Zeit und handwerklichem Können. Da gibt es Parallelen zu unserem Opern- und Ballettbetrieb …

Georg Hess über b.32

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Messfeier auf Schläpfer Art

Anders als bei den meisten sonstigen Ballettabenden der „b“-Reihe steht heute eine einzige, über mehr als 100 Minuten währende Uraufführung auf dem Spielplan, für deren Choreografie Martin Schläpfer steht.
Grundlage des Abends ist die „Petite Messe solennelle“, ein Spätwerk Gioacchino Rossinis aus dem Jahre 1863, eine sich an liturgischen Regeln orientierende musikalische Messfeier.
Nur wenige Instrumente (zwei Klaviere und ein Harmonium) schaffen mit einem (leider nicht optisch) sehr präsenten Chor mit vier Solisten (Sopran / Alt / Tenor / Bass) eine sehr innige und kraftvolle Ausgangssituation für die Tänzer. Und Tänzer gibt es reichlich an diesem Abend! Das komplette und famose Ensemble der Oper am Rhein ist mal mehr und mal weniger auf der Bühne zu sehen.
Die Tänzer präsentieren ein beschauliches Dorf in Italien in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts. Die Handlung beinhaltet zwar sakrale Elemente, die aber nicht die zentrale Rolle im eher ausgelassenen und manchmal auch schrägen Spiel und Tanz der Akteure übernehmen.
Einen wirklich nachvollziehbaren Handlungsstrang erkenne ich an diesem Abend nicht. So lasse ich mich neben der Musik besonders von der bei Inszenierungen von Martin Schläpfer verlässlich dargebotenen Ästhetik der Bewegungen beeindrucken. Die in Braun- und Grautönen gehaltenen Kostüme und das reduzierte Bühnenbild vervollständigen die Stimmung.
Wenngleich mir die in drei voneinander unabhängige Einzelstücke aufgeteilten Ballettabende mehr zusagen, war auch diese Inszenierung ein besonderes Erlebnis. Man darf sich als Düsseldorfer glücklich schätzen, einen solch außergewöhnlichen Choreographen regelmäßig „vor Ort“ in der Oper genießen zu dürfen.

Weitere Informationen zu b.32

Georg Hess
Notarfachreferent
Als „aufgeschlossenen Opernneuling“ beschreibt sich Georg Hess, der in Düsseldorf lebt und hier als Notarfachreferent arbeitet. Als Opern- und Ballettscout möchte der tiefer in die Materie einsteigen, sich von den Stücken fangen lassen und seine Eindrücke anschließend an Freunde, Kollegen und die Leser unseres Blogs weitergeben. Die Premiere von b.26 war der erste Ballettabend, den er live auf einer Bühne erlebte und ihm deutlich gezeigt hat, welch unterschiedliche Stimmungslagen Ballett erzeugen kann.

Georg Hess über „Don Pasquale“

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Temporeiche Opera buffa

Diesmal erwartet mich in der Düsseldorfer Oper „Don Pasquale“ von Gaetano Donizetti, eine Opera buffa (komische Oper) aus dem Jahre 1843 in der Inszenierung des Startenors Rolando Villazón.
Hauptdarsteller sind eine junge, attraktive Frau (Elena Sancho Pereg als Norina) die einen älterlichen, reichen Geizhalz (Lucio Gallo als Don Pasquale) an der Nase herumführt und schließlich mit ihrem eigentlichen Liebhaber (Ioan Hoteas als Ernesto) zusammenfindet aufgrund der Ränkespiele des Leibarztes (Mario Cassi als Doktor Malatesta).
Die einfache Handlung ist mit reichlich alberner Komik und zahlreichen klamaukigen Gags versehen, wobei die aktuelle Inzenierung versucht, sich mit den unterschiedlichen Geschmäckern zwischen alter und neuer Kunst und Moral auseinanderzusetzen. Das Stück hat viel Tempo und wirkt zumeist frisch, manchmal sogar überdreht und nur selten altbacken.
Alle vier Sänger (und auch die durch Nicholas Carter geführten Düsseldorfer Symphoniker) imponieren mit erstklassigen Leistungen. Besonders hat mir die Szene im dritten Akt gefallen, als sich die umwerfende Norina und Ernesto im Laternenschein vor einer Margritte-Kulisse ihre Liebe versichern.

Das Publikum ist schließlich begeistert.

Wen eine heitere Opera buffa anspricht, für den ist der Besuch sicherlich zu empfehlen.

Weitere Informationen zu „Don Pasquale“

Georg Hess
Notarfachreferent
Als „aufgeschlossenen Opernneuling“ beschreibt sich Georg Hess, der in Düsseldorf lebt und hier als Notarfachreferent arbeitet. Als Opern- und Ballettscout möchte der tiefer in die Materie einsteigen, sich von den Stücken fangen lassen und seine Eindrücke anschließend an Freunde, Kollegen und die Leser unseres Blogs weitergeben. Die Premiere von b.26 war der erste Ballettabend, den er live auf einer Bühne erlebte und ihm deutlich gezeigt hat, welch unterschiedliche Stimmungslagen Ballett erzeugen kann.

Khatuna Ehlen über „Don Pasquale“

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Bunte Mischung

Meine Erwartungen an das Stück waren ambivalent: das Thema ewiger Jugend und das Begehren des Alters, es noch einmal mit der Jugend aufnehmen zu wollen, im Mittelpunkt ein alter Mann und seine junge Frau, versprach nicht gerade eine abendfühlende Vorstellung…
Doch es kam anders: spätestens mit dem Bühnenbild, inspiriert durch Edward Hoppers Nachtschwärmer (Nighthawks, 1942) war ich für das Stück gewonnen und so trat der (eher simple) Inhalte des Stücks in den Hintergrund.
Eine bunte Mischung humoriger, teils frech inszenierter Szenen prägt, neben der Stimmgewaltigkeit der einzelnen Akteure, das gesamte Stück. Das Versprechen der Oper, alle Sinne anzusprechen wurde vollends eingelöst, kurzum: ein gelungener, kurzweiliger, bunter Abend – für ungeübte Opernbesucher zweifelsfrei zu empfehlen.

Weitere Informationen zu „Don Pasquale“

Khatuna Ehlen
Sozialarbeiterin
Sicher war es ein großer Schritt, mit 20 Jahren die Heimat Georgien zu verlassen, um in Deutschland zu studieren und heute als Sozialarbeiterin in der Familienhilfe der Landeshauptstadt Düsseldorf zu arbeiten. Ein kleiner dagegen, die Einladung zum Projekt „erlebte Oper…erlebter Tanz…“ anzunehmen und Opernscout zu werden. Nach ihrer ersten Spielzeit als Opernscout ist sie glücklich, weiter als Scout aktiv sein zu dürfen. Bisher sind die Aufführungen des Balletts am Rhein ihr klarer Favorit im Spielplan, so dass sie sich auch in der neuen Spielzeit auf mitreißende Choreographien freut.

Susanne Freyling-Hein über b.31

Facettenreich

b.31 war ein fantastischer Ballettabend – der Ohrwurm aus SH-BOOM verfolgt mich immer noch.
Das erste Stück „Obelisco“ ist in 7 Abschnitte mit 7 unterschiedlichen Musikstücken gegliedert, somit entsteht für den Zuschauer eine klare Struktur.
Zu jedem Musikstück verändert sich der Tanz, dabei werden unglaublich viele Facetten gezeigt- von Plateau-Schuhen, über einen endlos-Spitzentanz bis zu einem pas des deux in Highheels – unisex.
Das zweite Stück „Adagio Hammerklavier“ ist ein klassisches Ballett, aber überhaupt nicht angestaubt und kitschig, sondern frisch und leicht mit einem bemerkenswert schlichten, dennoch wirkendem Bühnenbild.
Das dritte Stück „SH-BOOM“ wirkt am stärksten nach – auf den ersten Blick eine fast übertrieben gut gelaunte Tanz-Revue mit wirklich witzigen Szenen. Auf den zweiten Blick stellt sich die Frage, was sich hinter der überschäumenden Fassade verbirgt – somit erhält das Stück Tiefe und Spannung.
b.31 ist für mich das bisher stärkste und facettenreichste Ballett, was ich in Düsseldorf gesehen habe, daher kann ich einen Besuch nur weiterempfehlen!

Weitere Informationen zu b.31

Susanne Freyling-Hein
Senior Retail Development Manager bei L’oréal
Obwohl Susanne Freyling-Hein seit ihrer Kindheit Klavier spielt und sich sehr für Ausstellungen und Industriekultur interessiert, waren Oper und Ballett bis zu Beginn der letzten Spielzeit Neuland für sie. Begeistert hat sie vor allem Martin Schläpfers Ballett am Rhein. Sie schätzt den gemeinsamen Austausch, weil er den eigenen Eindrücken andere Sichtweisen gegenüber stellt. Und wenn Freunde oder Kollegen ihren Empfehlungen folgen, macht sie das durchaus ein bisschen stolz.