Das Epizentrum der Female Power

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Sandra Christmann über die Premiere von „Alcina“

Dass ausgerechnet barocke Musik, Georg Friedrich Händel, mir den bisher süßesten Abend meiner Opernscoutära beschert, war nicht absehbar, aber umso erfreulicher. Ein wunderbarer Abend.
Die Musik, neue Düsseldorfer Hofmusik – oh mein Gott – Künstler! Und der Herr Kober ist ein absoluter Rockstar!!! Das habe ich nicht erwartet.
Man kann sich in der Musik über Stunden verlieren, würde dort nicht fesselndes Drama den Ton angeben.

Denn:
Lotte de Beer (für mich): ein Ausnahmetalent.
Was ist da los, dass sie eine solch unfassbar präzise, grandiose Inszenierung so auf die Bühne bringt, dass wir Gäste mit ungebrochener Konzentration, Dauergänsehaut, Wohlgefühl, Freude und Respekt diesen Abend als Geschenk entgegennehmen.
Ladies Power  of the very finest.

Shira Patchornik als Morgana
Wallis Giunta als Bradamante
Jacquelyn Wagner als Alcina
Maria Kataeva als Ruggiero

Wallis Giunta. Betörend für alle Sinne. Würde sie nicht auch noch so wunderbar singen, reichte es aus ihrem Spiel nur zuzusehen und sie anzustarren.
Keine der Sängerinnen steht der anderen nach, jede für sich kann sich der ungeteilten Aufmerksamkeit sicher sein.  Gesanglich war es Champagner.
Sie und Maria Kataeva in Männerrollen überzeugen kraftvoll und spielerisch, so glaubhaft, dass die Männer dieser Inszenierung verblassen.

Meines Erachtens liegt die wirklich hohe Kunst dieser Inszenierung aus allen Disziplinen das Beste vereint zu haben.
Das Bühnenbild ist absolut fantastisch – excellente Lichtregie – die Kostüme auf den Punkt. Keine Längen! Dramaturgisch eine Meisterleistung.

Nicht alles hat sich mir in der Handlung erschlossen, was nicht an der Darstellung, sondern definitiv an mir lag. Aber die Liebeswirren, die Intriganz, das Begehren, die Ohnmacht, den Kampf, die Leidenschaft habe ich gefühlt.
Das alles auf Italienisch, der Sprache der Liebe. Sono grata.

PERFETTO! MUST SEE!

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Sandra Christmann
Head of Strategic Alliances

Sandra Christmann liebt Düsseldorf und die Kunst. Sie engagiert sich bei ArtFair Internantional GmbH. Strategische Allianzen sind ihr Kernthema. Für die Kunst pflegt sie zahlreiche Kontakte, um mit Partnern aus Wirtschaft, Industrie, Handel und Medien innovative Formate und Kooperationskonzepte zu entwickeln. Neben ihrer Arbeit engagiert sie sich für diverse Hilfsprojekte.
Sie liebt das Ballett und besuchte „just for fun“ manchmal die Oper, nun will sie „auch nach ihrer Zeit als Opernscout der Oper treu bleiben“.

Langweilige Barockoper? Musik- und Bühnengenuss!!

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Hubert Kolb über die Premiere von „Alcina“

Manchmal etwas anspruchsvoll und vermutlich langweilig, so hatte ich mir Opern von Händel vorgestellt. Immerhin hat er über fünfzig Opern komponiert, immer mit Blick auf kommerziellen Erfolg in London.
Welche Überraschung war dann der genussvolle Abend in der Oper am Rhein!

Drei Punkte waren hierfür verantwortlich:

  1. Als Klangkörper diente die Neue Düsseldorfer Hofmusik, welche auf alten oder nachgebauten Instrumenten im halb hochgehobenen Orchestergraben spielte. Dirigent GMD Axel Kober erreichte ein technisch und musikalisch hohes Niveau. Instrumentalmusik und Gesang waren eine bemerkenswerte Einheit, mit angenehmer Dynamik.
  2. Die Stimmen der vier weiblichen Hauptpersonen waren in der Klangfarbe gut auf einander abgestimmt, Gesang und Spiel auf der Bühne waren eindrucksvoll. Bemerkenswert war dabei die Leistung der aus Wiesbaden aus Krankheitsgründen eingesprungenen israelischen Sopranistin Shira Patchornik in der Rolle der Morgana.
    Passend zur Rolle der Inselherrscherin Alcina hatte Jacquelyn Wagner eine dominante Präsenz auf der Bühne.
    „Unsere“ Maria Kataeva spielte die Hosenrolle des Ruggiero perfekt.
    Wallis Giunta als Bradamante war ebenfalls überzeugend, mit enormer körperlicher Lebendigkeit.
    Die beiden Solisten für die „echten“ Männer waren nicht so gut gewählt.
    Und es gab so viele melancholisch-schöne Arien der Sängerinnen, mit barockgemäßer Wiederholung der unerwartet eingängigen Melodien.
    Dass an einigen Stellen gekürzt wurde, war dennoch gut.
  3. Die Inszenierung, die Bühne, die Kostüme, das Licht und die Personenregie waren eine gelungene Gesamtkomposition.
    Das Geschehen um die Zauberin Alcina, welche Männer zu ihrem Eigengenuss verhext und später durch deren Verwandlung in Tiere oder Steine loswird, wurde in die heutige Zeit transponiert, etwas „me too“ anders herum.
    Die Bühne wirkte wie ein Wellness-Resort auf einer Insel.
    Nach dem Bruch des Zaubers und dem Happy-End für Alcinas Opfer (aber nicht für sie selbst), verwandelte sich alles in eine kahle Umwelt.
    Der Paradiesgarten, die Kostüme und das schöne Licht waren nur Genuss-orientierte Zauberei.

Fazit: Die Inszenierung von Lotte de Beer und die musikalische Interpretation durch Axel Kober gaben dieser Oper etwas schwungvoll Modernes. Dazu kam der Genuss herrlicher barocker Arien im großartigen Zusammenspiel mit dem Barockorchester. Langer Beifall, der in Standing Ovations mündete.

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Dr. Hubert Kolb
Professor für Immunologie/Diabetologie im Ruhestand

Als Biologe und Immunologe hat Hubert Kolb am Deutschen Diabetes-Zentrum Düsseldorf zu Mechanismen und Therapien des Kinder- und des Erwachsenendiabetes geforscht und gearbeitet. Vorsorge und Umgang mit der Krankheit beschäftigen ihn auch noch im Ruhestand. Den Weg zur Oper fand Hubert Kolb im Studium in München – eine „Zauberflöte“ in Spitzenbesetzung begeisterte ihn nachhaltig. Mittlerweile findet er genügend Zeit, die Oper regelmäßig zu besuchen und Vieles neu kennen zu lernen. Auch das Ballett am Rhein, das ihm unter Martin Schläpfer unerwartet gut gefällt.

Ein Belcanto-Fest hinter Gittern

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Markus Wendel über die Premiere von „Maria Stuarda“

Zu meinem dritten Einsatz als Opernscout ging es am vergangenen Mittwoch zur Düsseldorfer Premiere von Maria Stuarda.

Die nicht gut ausgehende Geschichte zwischen Elisabeth I. und Maria Stuart ist in den Zellenblock eines Gefängnisses verortet, was mir bei normalem Licht in der Opernwerkstatt einige Tage vorher nicht ganz gefallen hat. Meine anfängliche Skepsis in Bezug auf dieses Bühnenbild wurde bei der richtigen Vorstellung jedoch schnell weggefegt. Durch sehr einfallsreiche Beleuchtung und eine geschickte Personenregie, werden die Handlungsstränge mit einer großen Abwechslung und Lebendigkeit erzählt. Und spannend ist es obendrein.

Das gesamte Ensemble und Orchester sind scheinbar in bester Form und präsentieren uns einen Abend von hoher musikalischer Qualität. Der wahre Star dieser Vorstellung ist für mich jedoch Adela Zaharia in der Rolle der Maria Stuart. Sie überstrahlt mit ihrer Bühnenpräsenz und ihrer zum Superlativ zwingenden Stimme das Geschehen bis weit in den Zuschauerraum hinein. Auch ihre große schauspielerische Leistung finde ich bemerkenswert. Alle anderen Protagonisten, wie auch der Chor, präsentieren sich auf hohem Niveau. Frau Zaharia überstrahlt für mich dennoch jeden einzelnen Moment, sobald sie die Bühne betreten hat.

Heute habe ich gelernt, wie groß der Unterschied in der Wahrnehmung einer Oper sein kann. Vor zwei Monaten habe ich diese Oper bereits sehen können (außerhalb von Deutschland), und habe das Haus zur Pause verlassen, da mich die erste Stunde nicht berührt hat, kein Funke übergesprungen ist. Heute hatte ich Gänsehaut. Durchgehend.

Die weiteren Stationen und Auftritte von Frau Zaharia werde ich in jedem Fall im Auge behalten. Brava!

Wendel_Markus_Foto_Andreas_EndermannMarkus Wendel
Feuerwehrmann in Düsseldorf

Als neuer Scout folgt Markus Wendel in der Spielzeit 2018/19 frühen Spuren seiner Opernbegeisterung: Seine erste Begegnung mit Richard Wagners „Götterdämmerung“ hatte er 2003/04 im Düsseldorfer Opernhaus, und schon damals begeisterte ihn Linda Watson als Brünnhilde. Als Feuerwehrmann der Landeshauptstadt Düsseldorf kümmert sich Markus Wendel um die strategische Planung und Einsatzorganisation. Ganz besonders schätzt er seine Dienste im Opernhaus: Als Brandsicherheitswache beobachtet er die Aufführung dann von der Seitenbühne aus. „Ich mag das Gewusel hinter den Kulissen“, sagt der 39-Jährige. Was ihn aus dieser Perspektive besonders anspricht, schaut er sich gern noch einmal mit Freunden oder der Familie aus dem Zuschauerraum an.

 

Hier passt einfach alles

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Benedikt Stahl schreibt an seine „Opernfreundin“  Hilli Hassemer und nimmt Bezug auf die Premiere von „Maria Stuarda“

Zu Recht, liebe Hilli, vergibst Du alle Sterne an die wunderbare Aufführung der Maria Stuarda. Ich teile Deine Begeisterung voll und ganz! Hier passt einfach alles, Musik, Sängerinnen (!!), Chor, Orchester, die Regie, die Bühne, die Bilder, Kostüme, Farben, Licht, alles erstklassig. Diese Inszenierung ist große Kunst!

Dank und Glückwünsche an dieser Stelle an Guy Joosten, der diesem Anspruch mehr als gerecht wird. Mit dem flämischen Bühnenbildner Roel van Berckelaer, der Kostümbildnerin Eva Krämer und dem Lichtdesigner Stefan Bolliger scheint sich dabei ein Team gefunden zu haben, deren Werke wir hoffentlich noch ganz oft zu sehen bekommen. Die meisterlich erzeugten Raumtiefen ziehen den Betrachter magisch an, Farben und Schnitte der Kleider sind sinnlich berührend und der Aufbau der Lichtregie ist wirklich sternstundenreif. Ich habe noch sehr deutlich die Szene vor Augen, in der Elisabetta das Todesurteil unterschreibt. Die Tiefsinnigkeit, diesen Akt in einen Raum zu verlegen, in dem wohl wie in keinem anderen Ränke geschmiedet und Untergänge geplant werden, lebt vor allem durch das Lichtbild. Erinnerst Du Dich auch noch daran? Das schräg von links oben, durch ein Seitenfenster einfallende gleißende Weiß, die einzelne warm strahlende Glühbirne über dem Tisch, das gekonnte Spiel mit Vorder- und Hintergrund. Selbst der Getränkeautomat wird für mich in diesem Kontext zu einem Lichtobjekt. Hier und in beinahe jeder Szene verschmelzen Sichtbares und Unsichtbares mit der Dramatik des Inhalts und der dazu gehörigen Musik zu einer einzigartigen Gesamtkomposition, das ist Oper pur!

Der Abend lässt uns lange nicht los. Judith und ich haben uns noch viel darüber unterhalten. Besonders berührt hat uns die Person der Maria Stuarda, die es schafft trotz des Wissens um ihr Todesurteil, mit solcher Anmut und in sich ruhend ihrer letzten Stunde entgegen zu gehen. Eine Frage des Lebens, die unsere Besinnlichkeit zur Weihnachtszeit begleitet.
Mit diesen Gedanken zum Ende des Jahres grüße ich Dich sehr herzlich, wünsche Dir ein schönes Neujahrsfest und freue mich auf hoffentlich viele weitere gemeinsame Opernkunstwerke!
Dein Bene                                                    PS: bring bitte nächstes Mal den Peter wieder mit!

Stahl_Benedikt_Foto2_Andreas_EndermannBenedikt Stahl
Architekt und Professor an der Alanus Hochschule

Als selbständiger Architekt und Partner im Düsseldorfer Atelier Fritschi & Stahl hat Benedikt Stahl eine große Nähe zur Kunst: Was macht Stadtraum, was macht die Choreographie, die Dramatik der Räume aus? Zur Oper ist es da nicht weit: Wie Bild, Musik und Darstellung hier zusammen wirken, fasziniert ihn. Als interdisziplinär denkender Grenzgänger ist er auch an der Alanus Hochschule Bonn-Alfter tätig: Was  Architektur mit Schauspiel, Wirtschaft mit Kunst zu hat – diese Fragestellungen interessieren ihn auch in der Lehre. Nicht nur die Oberfläche, sondern die spannenden Zusammenhänge will er nun als Scout für Oper und Ballett entdecken.

Liebe, Leben, Dynamik, Blut und Tod – in edelster Form

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Jenny Ritter über die Vorstellung von „Maria Stuarda“

Eine wunderbare Inszenierung:
Das Bühnenbild: die geschwungenen Treppen hochherrschaftlich wie in Schlössern, oder auch in der Dt. Oper a.R., die ersten zwei Szenen waren vom Aufbau und den Kostümen, wunderbar, nur Elisabetha (Maria Kataeva) war in der Zeit des Geschehens gekleidet und frisiert, alle anderen in dunklen Farben ; Maria (Adela Zaharia) in purpurrot (die Farbe der katholischen Kirche) zeitlos und ausdrucksstark.
Der Chor, das Spiel der Gesang auf der Treppe, wunderbar.
Dritter Akt: in einer Kantine mit modernem Eisschrank aus dem Cecil sich eine Flasche Bier holte – das Benehmen dieser Cecils dieser Welt (hat Elisabetha gedrängt, das Todesurteil zu unterschreiben) ist auch dreihundert Jahre später das gleiche geblieben: nur den eignen Vorteil im Blick – wunderbar dargestellt von Richard Sveda.
Die Szene nach dem Todesurteil war einfach grandios: Elisabeth musste fliehen, da sie Angst um ihr Leben hatte – und war hinter Gittern, wer war da wohl die Gefangene. Von der Rolle her  ist Maria Stuarda einfach die Stärkere und im schillerschen Sinne „die Edle“. „Mein Ende ist mein Anfang“. Es war ein wunderbares Spiel zweier starker Frauen. Glückwunsch! Das letzte Bild – dieses rote Kleid – bedarf eigentlich keiner Worte mehr, es stellte alles dar:  Liebe, Leben, Dynamik, Blut und Tod – in edelster Form.

Bravo und Glückwunsch an alle Beteiligten. Die Musik ist so wunderbar und auch wieder wunderbar von den Düsys gespielt. Es war ein Genuss – danke.

Ritter_Jenny_Foto2_Andreas_EndermannJenny Ritter
Tai-Chi-Lehrerin

Jenny Ritter ist Lehrerin für verschiedene Entspannungstechniken und die chinesische Kampfkunst „Tai-Chi Chuan“. In ihrer Arbeit ist ihr der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Bewegung besonders wichtig. Schon durch ihren ersten Lehrmeister, der ihr eine sehr tänzerische Art des Tai-Chi vermittelte, entwickelte sich auch ihre Begeisterung für das Ballett. Seitdem  sie in der Spielzeit 2016/17 „Das Rheingold“ gesehen hat, ist Jenny Ritter nun auch ein Fan von Wagners „Ring“ und freut sich diesen als Opernscout in Düsseldorf abschließen zu können.

Das Publikum liebt es..

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Susanne Bunka über die Premiere von „Maria Stuarda“

Maria Stuarda“ in der Deutschen Oper am Rhein…Für mich ein sehr zwiegespaltener Abend! Ich frage mich auch nach mehreren Tagen noch, warum mich diese Oper so wenig berührt hat…., denn: Die Musik ist schön, die Melodien eingängig, keine Dissonanzen stören, häufig fühle ich mich erinnert …an La Traviata, an die Zauberflöte…..merkwürdig! Die Stimmen sind wunderbar….Maria Stuarda, Elisabeth……..ein Genuss! Der Chor……klasse!
Aber……..das Bühnenbild verwirrt mich! Sind wir im Schloss oder im Gefängnis? Ein Getränkeautomat an der Wand, warum? Fünf Mädchen in roten Kleidern….ist mir etwas entgangen….was ist ihre Funktion?
Elisabeth scheint in ihrem Outfit wie eine Karikatur; ich kann mit ihr nichts anfangen. Maria Stuarda selbst, in ihrer an Gott gewandten Reue, lässt mich kalt. Der Einen nehme ich ihre Zweifel bezüglich des zu fällenden Urteils nicht ab; der Anderen nicht ihr schlechtes Gewissen…es packt mich einfach nicht!
Das Publikum liebt es, nach jeder etwas herausragenden Arie zu klatschen…..warum dann aber nicht nach der wirklich hervorragenden Leistung des „Chorsolos“? Diese Sängerinnen und Sänger hätten einen Sonderapplaus ebenso verdient! Schade…..
Trotzdem….ein schöner Abend in der Oper; vielleicht gefiel mir diese Inszenierung einfach nicht….?

Bunka_Susanne_Foto2_Andreas_EndermannSusanne Bunka
Inhaberin des Angercafés in Urdenbach

Vor drei Jahren hat sich die ehemalige Kinderkrankenschwester Susanne Bunka einen Traum erfüllt: Zusammen mit ihrer Tochter betreibt sie das Angercafé in Urdenbach – ein Treffpunkt für alle Generationen, in dem auch Lesungen und kleine Konzerte und Chorproben stattfinden. Sie liebt die großen Opernklassiker, ist gleichermaßen offen für zeitgenössisches Musiktheater und Ballett und freut sich darauf, Ihre Eindrücke auch in ihrer zweiten Spielzeit als Opernscout im Gespräch zu vertiefen.

In siebten Opernhimmel

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Michael Langenberger über die Premiere von „Maria Stuarda“

Weltklasse! …eigentlich bräuchten Sie gar nicht weiterlesen…
… denn ich wüßte nicht so recht, wen oder was ich in der rundum perfekten Opernaufführung besonders hervorheben sollte. Denn wenn alles zum richtigen Zeitpunkt perfekt ist, wäre ich es, der ungerecht seien würde, würde ich etwas hervorheben.
Einzig, ich kann Sie auf bestimmte Stellen im Stück vorbereiten, in denen Ihr Herz Sie selbst in den siebten Opernhimmel heben wird.
Wenn man weiß, dass bestimmte Kadenzen im Belcanto für die Stimmen zwar notiert sind, jedoch den Solisten weiten Spielraum der Ausgestaltung lassen, dann wird klar, mit welcher Brillanz Maria Kataeva als Elisabetta I. und Adela Zaharia als Maria Stuarda, in einer Art Kampf der Stimmen, ihre unterschiedlichen Rollen vertreten. Die Mezzosopranistin der Staatsmacht gegen die lyrische Sopranistin eines rebellischen Herzens. Beide reizen kraftvoll, gekonnt und mit Einfühlungsvermögen ihren jeweiligen Tonumfang weit über die zwei Oktaven hinaus aus, die Menschen üblicherweise zu bieten haben. Man hält es nicht für möglich, mit welch zum Teil tiefen Tönen Maria Kataeva kraftvoll und zauberhaft schön, ab der Mitte Ende der ersten Hälfte, sich mit Adela Zaharia stimmlich “duelliert“.
Beherrscht Elisabetta I. die erste Hälfte des Werkes, dominiert Adela Zaharia den zweiten Teil. Ihre Koloraturen, mit Leichtigkeit vorgetragen, als ergäbe sich jeder Ton ganz ohne Anstrengung und mit spielender Leichtigkeit. Doch wirklich dahingeschmolzen bin ich in bestimmten Passagen, als sie sich Bodgan Taloʂ in der Rolle von Giorgio Talbot, offenbart. Dieser führt einen Dialog quasi in “Plaudertonlautstärke” mit Maria Stuarda. Sie unterlegt seinen Gesang mit hauchzarten, unendlich leise und gleichzeitig kristallklar gesungenen Tönen. Gerade so wie eine „Prise Zucker“ zum Tenor, um damit beide Klangfarben kontrastiert zu erhöhen. Einfach Zauberhaft!

Den gesamten Abend sind Sie als Zuhörer eingebettet in Szenerie, Bühnenbild, Kostüme, Licht und einer Chor- und Orchesterleistung, dass Sie Raum und Zeit vergessen. Alle Sinne werden angesprochen, mit dem Äußersten umschmeichelt und verwöhnt, eben mit allem was ihnen gut tut.

Opernscouts 2018 / 2019

Michael Langenberger
Wirtschaftsmediator und Coach

Michael Langenberger arbeitet freiberuflich als Wirtschafsmediator und Führungskräftecoach in Haan. Musik und Tanz spielen eine große Rolle in seinem Leben: Er spielt Klavier, sang im Chor und tanzt: Auf Standard und Latein folgten Salsa und Modern Contemporary Dance im tanzhaus nrw, wo er auch an öffentlichen Performances mit Profis und Laien mitwirkte. Er liebt die Vielfalt des kreativen Ausdrucks – sei es als Geschichtenerzähler, Musiker, Tänzer oder Opernscout – und macht sich diese auch im beruflichen Kontext zu Nutze.