Erschütternd

b.39     „44 duos“ch: Martin Schläpfer
b.39 „44 duos“ ch: Martin Schläpfer

Stefan Pütz über die Premiere von „b.39“

Dieser Abend wird mir dauerhaft in Erinnerung bleiben … er war einfach erschreckend! Nach  der Vorführung konnte man mich fast als wütend bezeichnen, so hoffte ich nach mehreren Wochen der Entspannung und des Abstandes ein milderes Urteil finden zu können, – es ist leider zwecklos  –  es bleibt dabei!
Drei absolut unterschiedliche  Ballettstücke an einem Abend ,- erst einmal ein erfreulicher Umstand! An früheren Ballettabenden z.B. „b.37“ war diese Vielfalt  auch erfrischend und bereichernd.
Das erste Stück „Dances with Piano“ von Altmeister Hans van Manen war ästhetisch und immerhin stimmig, jedoch ohne Höhepunkte und war als fast langweilig zu bezeichnen. Thema war die Beziehung zwischen Mann und Frau, dargestellt von drei Duos. „Atmosphères“ von Martin Chaix  wirkte sehr düster und irgendwie pubertär. Trotz einer starken Bildsprache, passenden Kostümen, hervorragend dargebotener Tanzkunst und guter Choreographie konnte das Stück mich nicht überzeugen. Aber immerhin ein Kontrapunkt zum ersten Stück. Viele Zuschauer  verabschiedeten sich schon jetzt nach dem zweiten Stück, doch ich glaube, sie konnten nicht erahnen, welches Glück sie hatten…
Das dritte Stück „ 44 Duos“ von Martin Schläpfer mit der Musik von Béla Bartók erschien mir so unerträglich nichtssagend, dass ich nach dem zehnten Auftritt hoffte, dass ich mich bei der Zahl 44 geirrt hätte – dem war leider nicht so …Eine schier endlose Abfolge von leider unzusammenhängenden Episoden ohne Spannungsbogen folgten nun gnadenlos aufeinander. Die grausigen Kostüme taten ein Übriges …

Bislang wurde ich als Opernscout durch die hohe Qualität der Opern- und Ballettaufführungen verwöhnt – es muss wahrscheinlich auch solche ernüchternde Abende geben um die dargebotene hohe Qualität weiterhin erkennen und schätzen zu können.
Puetz_Stefan_Foto2_Andreas_Endermann Stefan Pütz
Inhaber von „Buch in Bilk“

Den Namen Stefan Pütz verbindet man mit „Buch in Bilk“, einer Buchhandlung, die es mittlerweile sogar an zwei Standorten in Unterbilk gibt. Bei Kulturveranstaltungen ist er auch gern mit einem Büchertisch präsent, denn der direkte Kontakt zu den Kunden und die persönliche Beratung ist ihm wichtig. Wichtig ist ihm jetzt – nach langer Abstinenz – auch wieder die Begegnung mit Oper und Ballett: Früher war er oft mit seinen Eltern in der Oper – heute ist er wieder neugierig darauf und offen für die kritische Auseinandersetzung mit den Düsseldorfer Scouts für Oper und Ballett.

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In guter Erinnerung…

b.39  atmosphere
ch: Martin Chaix

Katrin Gehlen über die Premiere von „b.39“

Der Ballettabend ist mir trotz vereinzelter Verständnisschwieigkeiten in guter Erinnerung geblieben.

Beim ersten Stück von Hans van Manen kommen klassische Ballettliebhaber meiner Meinung nach wieder ganz auf ihre Kosten. Vor allem der dritte Pas de deux, der den Abschluss der Begegnung von Mann und Frau beschreibt, ist sehr gefühlvoll und wunderbar in seiner ganzen Ausdrucksweise. Auch die Kostüme sind sehr geschmackvoll und beweisen Eleganz in einer raffinierten Schlichtheit.

Das zweite Stück von Martin Chaix hat mir besonders gefallen. Schon der Hintergrund der Bühne weist auf eine gewisse Erotik hin. Dargestellt ist ein verschwommener weiblicher Akt, eine Fotografie des Choreographen selbst. Bewegung, Musik, Licht und Kostüme sind sehr gut aufeinander abgestimmt. In der letzte Szene erscheint das schöne Bild des Hintergrundmotivs.

Das letzte Stück von Martin Schläpfer hat mich diesmal weniger angesprochen. Von den Kostümen die ganze Zeit derart abgelenkt, konnte ich mich nicht auf den Tanz konzentrieren. Zu sehr habe ich innerlich im Konflikt gelegen, sogar immer wieder den Blick abgewendet. Zu dem ganzen Stück konnte ich leider keinen Zugang finden.

Gehlen_Katrin_Foto_Andreas_EndermannKatrin Gehlen
Modedesignerin

Katrin Gehlen ist als Modedesignerin spezialisiert auf individuelle Maßanfertigungen. Menschen, die wie sie selbst künstlerisch tätig sind, lädt sie in regelmäßigen Abständen gemeinsam mit ihrem Mann zum Kreativtreff „Rheingold“ ein. Dann wird das eigene Haus zu einem inspirierenden Kunstsalon. Mit ihrem besonderen Interesse am Ballett freut sie sich jetzt auf die Auseinandersetzung mit den Aufführungen im Opernhaus. 

Eine abgefahrene Mischung

b.35. Ballett am Rhein Düsseldorf/Duisburg
Abendlied. ch.: Remus Sucheana

Markus Wendel über die Premiere von „b.39“

Am heutigen Premierenabend erwarten uns drei Ballette, choreographiert von drei Herren, die dem Düsseldorfer Publikum nicht unbekannt sind.

Den Auftakt macht ein kleines Stück von Hans van Manen. Leider finde ich nicht wirklich einen Zugang hierzu, mir fehlt eine gewisse Leichtigkeit, es wirkt auf mich sehr überlegt und aufgesetzt. Ein wahrer Genuss ist die musikalische Begleitung durch die ganz hervorragende Pianistin.

Beim zweiten Stück des Abends hingegen werde ich sprichwörtlich aus dem Stuhl gerissen. Würde der Film-Regisseur Ridley Scott ein Ballett schaffen, würde es wahrscheinlich ähnlich aussehen, und was wir hier erleben, setzt sich sofort an die Spitze der besten Ballette, die ich hier gesehen habe. Unser ehemaliges Ensemble-Mitglied Martin Chaix schafft für uns in einem düsteren Raum ein wirklich beeindruckendes Gesamtkunstwerk. Nebel wandert über die Bühne, schwarz ist die dominierende Farbe, im Hintergrund schwebt die verwaschene Silhouette einer unbekleideten Frau. Zeitweilig wird die Szenerie von einem grellen Lichtstrahl durchschnitten, einem brutalen Gegenpunkt zu den vielen romantisch-intimen Momenten, inmitten dieser Science-Fiction-artigen Kulisse. Tanz, Choreographie, Kostüme, Beleuchtung, und auch die Abmischung der Musik: alles zieht mich in seinen Bann, trifft genau meinen Geschmack, und meine Vorliebe zu düsteren Inszenierungen. Bravo!

Martin Schläpfer hingegen bleibt mir ein Rätsel. Von ihm ist das letzte, und auch längste Stück an diesem Abend. Neben der ohnehin nicht ganz einfachen Musik von Bela Bartók bleibt mir der Zugang zu dieser Aneinanderreihung von Einzelsequenzen leider verwehrt.

Zusammenfassend ist es für mich ein herausfordernder Abend, mit großem Lob und Dank an Martin Chaix, für sein »Atmosphères«!

Wendel_Markus_Foto_Andreas_EndermannMarkus Wendel
Feuerwehrmann in Düsseldorf

Als neuer Scout folgt Markus Wendel in der Spielzeit 2018/19 frühen Spuren seiner Opernbegeisterung: Seine erste Begegnung mit Richard Wagners „Götterdämmerung“ hatte er 2003/04 im Düsseldorfer Opernhaus, und schon damals begeisterte ihn Linda Watson als Brünnhilde. Als Feuerwehrmann der Landeshauptstadt Düsseldorf kümmert sich Markus Wendel um die strategische Planung und Einsatzorganisation. Ganz besonders schätzt er seine Dienste im Opernhaus: Als Brandsicherheitswache beobachtet er die Aufführung dann von der Seitenbühne aus. „Ich mag das Gewusel hinter den Kulissen“, sagt der 39-Jährige. Was ihn aus dieser Perspektive besonders anspricht, schaut er sich gern noch einmal mit Freunden oder der Familie aus dem Zuschauerraum an.

far too much…

b.39  Dances with
ch.: Hans van Manen

Michael Langenberger über die Premiere von „b.39“

Wenn die Besten alles geben, dann kann es eben auch passieren, dass über das Ziel hinaus geschossen wird. So passiert bei der Premiere b.39.

Zu gekonnt kombinierten Klängen, zeigte uns Hans van Manen mit spartanischem Bühnenbild und zauberhaft gefühlvoll getanzten Szenen dreier Paare in “Dances with Piano”, eine Choreographie, von der dieses Mal die Männer mit Szenenapplaus profitierten. Wahrscheinlich lag es daran, dass deren Tanz körpersprachlich jeweils Geschichten erzählten, die so manch einer mit verbalen Erklärungen nicht zustande brächte. Spritzig und pointiert vorgebracht, wurden diese mit lautem Beifall belohnt. Genau wie das ganze Stück, zu dem natürlich noch die dazu gehörigen Ballerinen gehörten. Mit Recht bekam die Pianistin Schaghajegh Nosrati ebenfalls großen Applaus – aus meiner Sicht für ihre Bach-Interpretationen. Sehr rhythmisch, eben gerade noch kein Jazz à la Jacques Loussier. Toll gespielt, getanzt, choreographiert – einfach sehr schön.

Und dann ging’s in die Vollen. Gib alles – hat Martin Chaix sich wohl gedacht, als er bis zu insgesamt 22 Tänzerinnen und Tänzer zu “Atmosphères” z.T. wild über die Bühne fegen ließ. War es avantgardistischer oder archaischer Tanz – ich weiß es nicht. Für mich war es ein Zuviel an allem; eine herausfordernde Musikwahl, viele spezielle Effekte, gerne mit viel Rauch und Nebel und zu viel Verschiedenes zum gleichen Zeitpunkt auf der Bühne. Ich merkte es besonders daran, weil der eher ruhige Mittelteil zu Beethovens Adagio Cantabile aus der Sonate Pathétique mich kurz zu erden vermochte, bevor es wieder ungestüm weiterging. Hätte Martin Chaix das Eine oder Andere weggelassen, all meine Sinne hätten es ihm mit Begeisterung für das Erfassbare gedankt.

Dem jungen Meister Martin Chaix folgte mit “44 Duos” zum Abschluss des Abends, die Choreographie des großen Meisters des Balletts, Martin Schläpfer. Vermutlich hatte Béla Bartók die Violin-Duos als Etüden – eben als Übungsstück und nicht als Konzertreihe komponiert. Sicherlich meisterschaftlich von Catherine Ribes und Dragos Manza vorgetragen, dennoch als Übungsstücke für die Violonisten, anstatt für 1200 Ballettbesucher- Ohrenpaaren gedacht. Wie immer beim Ballett am Rhein, eine großartige tänzerische Leistung des gesamten Ensembles. Doch vermochten es die Tänzer nicht, den visuellen Eindruck, der z.T. wirklich schrecklichen Kostüme, soweit aufzuheben, dass es wirklich Spaß machte hinzuschauen. Es zeigt sich, wenn jedes “Gewerk” alles aufbietet was geht, das Maximale aus sich herausholt, doch nichts so recht aufeinander abgestimmt ist, zerstören sich die großartigen Künste jedes einzelnen Meisterhandwerks gegenseitig. Auch für mich, in der Form, eine wirklich neue Erkenntnis…

Opernscouts 2018 / 2019

Michael Langenberger
Wirtschaftsmediator und Coach

Michael Langenberger arbeitet freiberuflich als Wirtschafsmediator und Führungskräftecoach in Haan. Musik und Tanz spielen eine große Rolle in seinem Leben: Er spielt Klavier, sang im Chor und tanzt: Auf Standard und Latein folgten Salsa und Modern Contemporary Dance im tanzhaus nrw, wo er auch an öffentlichen Performances mit Profis und Laien mitwirkte. Er liebt die Vielfalt des kreativen Ausdrucks – sei es als Geschichtenerzähler, Musiker, Tänzer oder Opernscout – und macht sich diese auch im beruflichen Kontext zu Nutze.

Die Tänzer geben: Alles!

b.39     „44 duos“
ch: Martin Schläpfer

Hilli Hassemer über die Premiere von „b.39“

Dances with piano von Hans van Manen. Ich sage nur: Stille Größe!
Nur ein Klavier, – wunderbar gespielt von Schaghajegh Nosrath, begleitet die Tanzenden. Und wie der Titel, klar, pur und ehrlich, erscheint mir auch die Choreografie! Drei Paare, – sie erinnern mich in ihrem schlichten Erscheinungsbild an die Skulpturen des Bildhauers Stefan Balkenhol, – dialogisieren im Tanz.
Silbrig im Innenfutter, flattern die Röcke der Tänzerinnen und auch das erscheint mir symbolhaft, – unscheinbar und schlicht auf den ersten Blick, aber mit wundersamen Glanz, der aus dem Inneren strahlt. Zwischen die pas de deux‘ grätschen drei Tänzer zu Ausschnitten aus den Goldberg Variationen von Bach. In ihrem verwegenen Tanz konterkarieren die drei Haudegen die vorangegangene Strenge mit Humor und Lässigkeit. Sehr großartig. Man will gar nicht, dass es aufhört.
Viel zu kurz vergehen mir Dances with piano. Viel zu schnell schließt sich der Vorhang hinter diesem Understatement an berührendem Tanz und der wunderbaren Choreografie des alten Meisters. Mein Sahnehäubchen des Abends, aber das weiß ich erst am Ende.

Atmosphères von Martin Chaix gerät für mich schon von Beginn an in eine Schieflage. Das Bühnenbild: die Fotografie eines über die ganze Wand diagonal gestreckten, anämischen Frauenaktes, der sich langsam aus dem Trockeneisnebel windet, – wird in meinen Augen viel zu wichtig. Dieser Körper konkurriert während des ganzen Stückes mit den Tanzenden.
Chaix schafft eindrucksvolle Tanz-Szenen, die Musik ist ein Traum, aber ich bleibe insgesamt relativ unberührt. Zu viel Rauch wird da Effekt haschend in die Luft geblasen.

Zu Martin Schläpfers „44 Duos für zwei Violinen“: es sind derer mindestens 22 zu viel. Es gibt einen Punkt, etwa in der Mitte der Aufführung, an dem meine Aufmerksamkeit in die Knie sinkt. In meiner Wahrnehmung verschwimmen alle Tanzstücke der Duettpartner zu einem Großen Etwas. Eine Frustration macht sich in mir breit und zwar über mein eigenes Unvermögen, den wunderbaren Tänzern noch weiter aufmerksam zu folgen.
Die Arbeit der Tänzer ist einmal wieder beachtlich und beeindruckend. Bis an die Schmerzgrenze setzen sie ihren Körper ein,- geben: Alles.
Das Bühnenbild ist großartig, eine Reihung voran Fäden schwebenden Fragmenten, die sich zu einer wunderschönen abstrakten Einheit ergänzen.
Schläpfers Idee ist ersichtlich – aber er will zu viel und überspannt den Bogen. Meine Lust auf mehr,- wie nach dances with piano, bleibt aus.

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Hilli Hassemer
Bildende Künstlerin

Die Malerin Hilli Hassemer lebt und arbeitet seit 20 Jahren in Düsseldorf. Klassische und auch Opernmusik sind elementare Einflüsse in ihrer Arbeit. Das erste Jahr als Opernscout hat sie mit heller Freude erlebt. Die Vielfalt und Qualität der Düsseldorfer Opern und Ballettkultur zu erleben, war für sie eine neu prägende Seh- und Hörschule. Eine Sinn-schärfende Bereicherung, die sie nicht mehr missen möchte. So freut sie sich auf die zweite Spielzeit, auf die neuen Ballett und Opernwelten, die sich ihr eröffnen werden und für die sie Worte finden muss. Der Bleistift ist gespitzt….

Den Musikern und Tänzern gilt meine Hochachtung

b.39  Dances with
ch.: Hans van Manen

Jenny Ritter über die Premiere von „b.39“

Dances with Piano   (Deutsche Erstaufführung)   Hans van Manen
Dieser große alte Herr ist doch eine verlässliche Größe, stets zeigt er das Ballett in voller Schönheit und Ästhetik – auch dieses Stück war in seiner Schönheit ein Genuss. Harmonische Bilder, Beleuchtung und Kostüme ergaben ein schönes Ganzes, der Tanz der Paare zeigte alle Fassetten des männlich/weiblichen Zusammentreffens sehr ausdrucksstark. Wunderschön spielerisch war für mich der Tanz der drei Männer – siegessicher, mit Spaß und Spiel bewegten sie sich zur schönsten Musik des Abends: den Goldberg-Variationen von Bach.
Dank dem großen Meister, den Tänzern und der Pianistin.

Atmosphères ( Uraufführung)  Martin Chaix
Zunächst fand ich die Figur im Hintergrund ganz anziehend – als sie noch im Nebel  lag,  doch dann zeigte sich ein völlig unerotischer, androgyner, kopfloser Körper, und so empfand ich auch den Rest des Tanzes: anstrengend. Die scharrenden Geräusche des Spitzentanzes erinnerten mich an einfallende Heuschreckenhorden, schon unheimlich; – ich konnte dem Ganzen nichts Schönes entnehmen – auch der Musik nicht. Ich muss jedoch den Musikern und Tänzern meine Hochachtung aussprechen; denn die haben immer und zu jeder Zeit ihr Bestes gegeben.

44 Duos (Uraufführung) Martin Schläpfer
Hat mich leider in keiner Weise angesprochen, zu lang, zu viele schreckliche Kostüme und die Musik traf auch nicht meinen Geschmack – und nicht nur meinen, die Damen um mich herum haben auch gestöhnt und gelitten!

Doch auch hier waren die Tänzer und Musiker einfach Spitzenklasse!!!

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Jenny Ritter
Tai-Chi-Lehrerin

Jenny Ritter ist Lehrerin für verschiedene Entspannungstechniken und die chinesische Kampfkunst „Tai-Chi Chuan“. In ihrer Arbeit ist ihr der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Bewegung besonders wichtig. Schon durch ihren ersten Lehrmeister, der ihr eine sehr tänzerische Art des Tai-Chi vermittelte, entwickelte sich auch ihre Begeisterung für das Ballett. Seitdem  sie in der Spielzeit 2016/17 „Das Rheingold“ gesehen hat, ist Jenny Ritter nun auch ein Fan von Wagners „Ring“ und freut sich diesen als Opernscout in Düsseldorf abschließen zu können.

„b.38“ – Eine angenehme Überraschung

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b.38 Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg „Sinfonie Nr. 1“ ch: Remus Sucheana

Jürgen Ingenhaag über „b.38“

Unvoreingenommen und ohne Erwartung bin ich in den dreiteiligen Ballettabend „b.38“ hineingegangen, um dann angenehm überrascht zu werden!
Sergej Rachmaninows 1. Sinfonie ist von Remus Sucheana zu einer Tanzgeschichte über Krieg und Frieden verarbeitet worden. Tolle Kostüme und Frisuren ergänzen die klassischen und zeitgenössischen Tanzbilder. Dem trügerischen Frieden folgt das hoffnungslose Ende vom untergehenden Volk.
Das lässt nachdenklich zurück.
„One flat thing, reproduced“ von William Forsythe und der nervigen Computermusik ist ein relativ kurzes Stück. Der Tanz mit Tischen, auf Tischen und seinen schnellen Bewegungsabläufen spornt das Ballett-Ensemble zur Höchstleistung an. Am Südpol, wo das Stück spielt, scheint es diesen Körperbeherrschenden nicht kalt zu sein. Respektvolle Ovationen!
Nummer 3 ist dann das augenzwinkernde Stück „Ulenspiegeltänze“ des Chefchoreographen Martin Schläpfer. Till Eulenspiegel hält der Gesellschaft den Spiegel vor, treibt seinen Schabernack und lässt auf dem Vulkan tanzen… Hier begeistern auch die Video-Einspielungen mit teils harmlosen und teils bedrohlichen Bildern. Ich finde es einen genialen Einfall, dass Schläpfer nicht die Musik von Richard Strauss, sondern die letzte Sinfonie von Sergej Prokofjew mit ursprünglichem Schlusssatz verwendet hat. Großes Lob auch für die Duisburger Philharmoniker unter Wen-Pin Chien und ihrer exzellenten Interpretationen der russischen Meisterwerke von Rachmaninow und Prokofjew!

19.09.2018, DU Duisburg , Opernscouts Deutsche Oper am Rhein , Opernplatz.

Jürgen Ingenhaag
Vorstandsmitglied der Musikalischen Gesellschaft Rheinberg

Der Staatlich geprüfte Techniker für Druck und Medien qualifiziert sich zurzeit zur Fachkraft für Arbeitssicherheit. Im Vorstand der Musikalischen Gesellschaft Rheinberg organisiert klassische Konzerte in der Stadt am Niederrhein. Daneben spielt er Gitarre in der Rheinberger Band ,,Die Zauberlehrlinge‘‘. Mit Rock- und Popmusik ist er aufgewachsen – sie hat ihn geprägt und trotzdem nicht daran gehindert, ein großer Freund der Oper zu werden; einer, der sogar auch die Bayreuther Festspiele besucht. Im Theater Duisburg freut er sich nach „Rheingold“ und „Walküre“ in dieser Spielzeit auf die Fortsetzung von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“.