Musikalischer Genuss mit eindrucksvollen Stimmen

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Sassa von Roehl über die Premiere von „Samson et Dalila“

Etwas aufgeregt saß ich in der ersten Premiere meiner Zeit als Opernscout im Zuschauersaal und wurde schon gleich zu Beginn vom oratorienhaften Gesang des Chors und  der mystischen Atmosphäre düsterer Rauchschwaden in den Bann von Saint-Saens Oper Samson et Dalila gezogen. Die Chor-Sänger kamen als Hebräer und versklavte Bergarbeiter mit Stirnlampen langsam von „unter Tage“ auf die Bühne. Doch schnell erhellte sich die Szene und zeigte durchgängig ein für mich eher nichtssagendes Bühnenbild. Die Stimmung wechselte zum aggressiven Kampf gegen die als geldgierige Manager gezeigten Philister, von denen der Held Samson die Unterdrückten befreit. Die schöne Philisterin Dalila umgarnt Samson, der auf ihre Verführungskünste hereinfällt und ihr das Geheimnis seiner Kraft verrät. Im Sinne eines modernen Frauenbildes hätte ich mir Dalila als starke, unabhängige Priesterin gewünscht und nicht als Prostituierte im Glitzerfummel und Highheels. Ihr übertriebenes Outfit empfand ich eher nervig als passend. Es stand für mich beinah im Gegensatz zur beeindruckenden Stimme Ramona Zaharias. Ähnlich bei Michael Weinius, bei dessen  „Delila – je t´aime“ ich dahinschmolz, solange ich die Augen schloss. Für meinen – zugeben etwas romantischen – Geschmack hätten Samson dicke, schwarze Haarlocken zieren können, wo doch all seine Kraft genau darin liegt.  Wenigstens ein Hemd statt eines ausgeleierte T-Shirts  hätte ihm gut zu Gesicht gestanden, um seiner aufgetakelten Gegenspielerin äußerlich halbwegs ebenbürtig zu sein. Für mich wurde der Gegensatz Arm gegen Reich zu eindimensional und plakativ dargestellt. Die Inszenierung bemüht dabei viele Klischees, die Themen Geld und Bestechung wurden reichlich überstrapaziert.

Die Saint-Saëns Oper war für mich ein musikalischer Genuss mit eindrucksvollen Stimmen, aber als Kapitalismuskritik weniger geeignet.

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Dr. Sassa von Roehl
Social Campaining / Dozentin an der Heinrich-Heine-Universität

Dr. Sassa von Roehl engagiert sich für Zivilcourage und berät Gemeinnützige Projekte im Bereich PR. Als kulturinteressierte besucht sie oft das Theater Duisburg. Sie ist großer Martin Schläpfer Fan, im Bereich Oper allerdings eher ein „interessierter Neuling“. Gespannt startet sie nun in ihre erste Spielzeit als Scout für Oper und Ballett in Düsseldorf.

Finale

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Sandra Christmann über die Premiere von „Young Moves“

 

Was für ein Bühnenbild von Brice Asnar!!!! in dem ersten Stück AS IT LEAVES von Brice Asnar. Anfangs dachte ich, als die Puppen in die den Himmel stiegen: Respekt, was für eine Körperspannung, es dauerte also zu realisieren, dass es sich um Puppen handelt. Ein gelungenes Moment.
Und dann ein Pax de deux, mit Wun Sze Chan und Daniel Vizcayo, das mit unglaublicher Präzision, Anmut und Reinheit getanzt wurde, modern und choreografisch mein absolutes Highlight an diesem Abend. Ich habe kaum geatmet, weil ich nicht eine Bewegung verpassen wollte.
Musikauswahl: großartig.
Die beiden haben mich so berührt, dass mir völlig klar war, dass nichts mehr folgen kann, was mich noch mehr begeistert. So war es dann auch, dennoch es folgten noch weitere Highlights, sie reichten nur nicht mehr an die wunderbare Inszenierung von Brice Asnar heran.

UNQUALIFIED von Helen Clare Kinney
Überraschend die Kostüme von LYCS Kollektiv, cool und futuristisch – neu und anders. Ebenso wie die Choreografie: von großer Varianz und reich an Überraschungen.
Möglich, dass, ein Störer die Konzentration der Zuschauer bricht, sie erheitert, sie einfängt – so ein Bruch kann die Atmosphäre in Sekunden verändern – leider in jede Richtung. Dass mir sich nicht erschließende Ikea Intermezzo, hat für kurzzeitige Erheiterung, Befremdung beigetragen, war aber im Gesamtkontext unnötig.
Aber auch hier, tänzerisch war der Auftritt ein Genuss.

Bei OPUS 29 von Michael Foster, Musik die Toteninsel von Rachmaninow, legte sich die Musik auf den Tanz. Die Dramatik der Musik überrannte teilweise die Choreografie, die hervorragend ist.
Starke homogene tänzerische Gruppe, ebenso starke pax de deuxs – die der Musik dann wieder standhalten konnten.
Dass sich die Gruppe dem Publikum stellte, geschlossen, Auge in Auge, hat aufgeweckt.
Fosters Bühnenbild ist großartig – das 2. Bühnenbild an dem Abend, das in diesem Falle akzentuiert einfache, weiße, rechteckige Flächen/Leinwände auf den Punkt inszeniert, einen tollen Raum schafft.
Aber auch hier waren die Einheit von Bühnenbild (sehr sehr toll), Choreografie, tänzerische Leistung, Kostüme (erster Eindruck:  gutsituierte Hampton Strandcocktailgänger) insgesamt eine exzellente, bereichernde Performance.

ROCOCO VARIANTIONS von So-Yeon Kim.
Beim klassischen Finale wurde es auch dann sehr klassisch.
Zurück ins Ballett. Tschaikowsky, Tütüs, perfekter Tanz. Eine schöne Choreografie, insbesondere mit der Aufhebung der klassischen pax de deux Besetzung: Mann / Frau.
Hier hat auch der moderne Tanz zeitweise Einzug gehalten. Gelungen und sehr schön anzusehen.

Der Abend war insgesamt großartig, toll und ich bin besonders dankbar für Brice Asnar.

Voller Qualität, Überraschung, Excellenz und Schönheit. Inhaltlich, choreografisch und optisch hat das Ensemble der Oper mal kurz gezeigt, dass die Welt auf der Bühne unserer deutschen Oper am Rhein zu Hause ist! Variantenreich und sehr sehr kreativ. Bämm! Danke.

Christmann_Sandra_Foto2_Andreas_EndermannSandra Christmann
 Head of Strategic Alliances

Sandra Christmann liebt Düsseldorf, ihre Wahlheimat, und die Kunst. Sie engagiert sie sich bei ArtFair Internantional GmbH. Strategische Allianzen sind ihr Kernthema. Für die Kunst pflegt sie zahlreiche Kontakte, um mit Partnern aus Wirtschaft, Industrie, Handel und Medien innovative Formate und Kooperationskonzepte zu entwickeln. Neben dieser Arbeit hat sie ein Hilfsprojekt in Kenia ins Leben gerufen. Ihr Netzwerktalent, die Liebe zur Kunst und zum Schreiben nutzt sie jetzt auch als Opernscout.

Besuch sehr empfehlenswert

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Hubert Kolb über die Premiere von „Young Moves“

Der Ballettabend Young Moves gab zwei Tänzerinnen und zwei Tänzern des Düsseldorfer Balletts die Gelegenheit, mit einer eigenen Choreographie ihre Fähigkeiten zur Gestaltung eines Ballettstückes zu erproben. Das Ergebnis war heterogen, und genau darum war es ein sehr anregender Abend!

Brice Asnar hat sich mit AS IT LEAVES der Thematik von Trauer und Verlust gewidmet. Das Anfangsbild mit in die Höhe schwebenden Tänzer-Puppen war eindrucksvoll und symbolisch. Dann folgte ein technisch eindrucksvoller rasanter Paar-Tanz, der für mich seelenlos und nicht berührend wirkte – schade. Das Bühnenlicht war allerdings toll.

Helen Clare Kinney bezog in UNQUALIFIED das Ensemble von sechs Tänzer/innen in die Entwicklung der Choreographie mit ein. Heraus kam ein heterogenes Stück mit vielen Brüchen, welches mich nicht berührte oder anderweitig überzeugte.

Michael Foster hatte mit OPUS 29 bereits zum dritten Male die Gelegenheit zu einer eigenen Choreographie. Die Umsetzung der Musik von Rachmaninoff über Böcklins Bilder der Toteninsel (op.29) gelang den neun Tanzenden großartig, mit eher klassischem Tanz aber moderner Personenregie und Lichteffekten. Zum Schluss gehen alle, zum Teil widerstrebend, sehr langsam in das große Licht – die Ewigkeit.

Auch So-Yeon Kim lieferte mit ROCOCO VARIATIONS bereits ihre dritte Arbeit ab. Alles war klassisch gefällig, mit dem Cellokonzert von Tschaikowski als Leitmusik. Was ist hier neu und modern, fragte ich mich – bis ein Zwischenspiel mit einem erotischen Tanz von zwei Tänzerinnen, und danach von zwei Tänzern ein aktuelles Thema aufnahm. Beim schnellen Schlusssatz des Musikstückes mit allen sechs Tanzenden ging diese gesellschaftspolitische Spannung wieder verloren.

Das war für uns Opernscouts die letzte Premiere der Saison. Rückblickend dominiert die Wahrnehmung, dass hier Oper und Ballett auf hohem, oft höchstem Niveau präsentiert wurde, mit großem Aufwand für zum Teil nur wenige Vorstellungen, und in einer enormen kulturellen Breite. Es ist großartig, dass es sich unsere Gesellschaft (noch) leisten kann, Hochkultur in diesem Umfang zu ermöglichen.

Kolb_Hubert_Foto_Andreas_EndermannDr. Hubert Kolb
Professor für Immunologie/Diabetologie im Ruhestand

Als Biologe und Immunologe hat Hubert Kolb am Deutschen Diabetes-Zentrum Düsseldorf zu Mechanismen und Therapien des Kinder- und des Erwachsenendiabetes geforscht und gearbeitet. Vorsorge und Umgang mit der Krankheit beschäftigen ihn auch noch im Ruhestand. Den Weg zur Oper fand Hubert Kolb im Studium in München – eine „Zauberflöte“ in Spitzenbesetzung begeisterte ihn nachhaltig. Mittlerweile findet er genügend Zeit, die Oper regelmäßig zu besuchen und Vieles neu kennen zu lernen. Auch das Ballett am Rhein, das ihm unter Martin Schläpfer unerwartet gut gefällt

 

 

Großartige Kunst!

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Benedikt Stahl über die Premiere von „b.40“

Was mit b.40 auf der Düsseldorfer Bühne gezeigt wird, ist durchdrungen von Experimentierfreude,  wunderbaren Bildern und Lust an reinster Darstellung. Von der ersten bis zur letzten Minute füllen vor allem die Tänzer und Musiker die Oper mit großartiger Kunst!
Es beginnt mit Pacific von Mark Morris, dessen im Programmheft wiedergegebenes Zitat: „I‘m a musician and my medium is dancing“ eindrucksvoll nachzuvollziehen ist. Bewegung, Musik und Bilder fließen ineinander wie die intensiven Farbverläufe des Lichts und der Kostüme. Alles ist erstklassig aufeinander abgestimmt.

Locus Trio von Trisha Brown ist mein Lieblingsstück an diesem Abend. Eine Aufführung ganz ohne Musik. Die Bewegungsabläufe der Tänzer interagieren mit unsichtbaren Ordnungsstrukturen im Raum. Sie be- und umschreiben einen sich zunehmend verdichtenden Ort. Das stille Spiel der Tänzer hat zugleich etwas geheimnisvolles wie klärendes. Ihre tranceartige Stimmung springt über, ich könnte ihnen noch stundenlang so zusehen.

Dann Night Wandering von Merce Cunningham. Ein erzählerisches Stück und in seiner Entfaltung ein sehr gelungener Kontrast zur vorherigen Aufführung. Die Szene wird von einem Mann in orange und einer Frau in Fellkleid bestimmt. Diese Kostümentwürfe nach Ideen des Künstlers Robert Rauschenberg, nehmen die Betrachter mit in eine Welt jenseits aller Zivilisation. Die suchende Bewegung der beiden Gestalten durch den dunklen Raum hat etwas ursprüngliches und ihr Verschmelzen im Mondlicht der Schlussszene bleibt eindrucksvoll in meiner Erinnerung.

Zum Abschluss dann noch die Offenbach Overtures. Mir ehrlich gesagt zu voll, zu laut, zu rot und viel zu grell. Allerdings bin ich auch überhaupt kein Offenbach-Fan und die tänzerische Leistung der großen Truppe ist ganz ohne Zweifel erstklassig!

Insgesamt ein wunderbarer Abend, der sich wirklich gelohnt hat und der übrigens nochmal ein ganz anderes Amerika zeigt, als das, was sich in der Tagespresse fortwährend festsetzt: frisch, spielerisch, intensiv, freidenkend, avantgardistisch.

Bravo!

Stahl_Benedikt_Foto2_Andreas_EndermannBenedikt Stahl
Architekt und Professor an der Alanus Hochschule

Als selbständiger Architekt und Partner im Düsseldorfer Atelier Fritschi & Stahl hat Benedikt Stahl eine große Nähe zur Kunst: Was macht Stadtraum, was macht die Choreographie, die Dramatik der Räume aus? Zur Oper ist es da nicht weit: Wie Bild, Musik und Darstellung hier zusammen wirken, fasziniert ihn. Als interdisziplinär denkender Grenzgänger ist er auch an der Alanus Hochschule Bonn-Alfter tätig: Was  Architektur mit Schauspiel, Wirtschaft mit Kunst zu hat – diese Fragestellungen interessieren ihn auch in der Lehre. Nicht nur die Oberfläche, sondern die spannenden Zusammenhänge will er nun als Scout für Oper und Ballett entdecken.

 

 

 

 

 

 

 

Der ganz normale Wahnsinn

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Benedikt Stahl über die Premiere von „Pique Dame“

Für diesen kurzen Beitrag überlasse ich die Zusammenfassung der Handlung den Opernführern.
Nur soviel: es geht um Leben und Tod, Verzweiflung, Liebe, Eifersucht, Gier, Glück, Betrug, Enttäuschung, Lust und Leidenschaft. Der ganz normale Wahnsinn also.

Tschaikowski malt für diesen Rausch die facettenreichsten Bilder. Durchdringend, gewaltig, tiefgehend, schön. Alle Sänger und Musiker geben ihr bestes. Wunderbar! Für mich, als Hobbykoch, bleibt da kein Wunsch übrig.
Die Bühne ist fantastisch! Das ist kein Bühnenbild, das ist Bühnenraum! Bärbl Hohmann bespielt mit ihren Ideen die ganze Klaviatur der Raumkunst. Von opulenter Überfülle bis zum beinahe Nichts gelingt ihr ein großer Wurf! Dazu das Licht, gestaltet von Stefan Bolliger, der schon die Maria Stuarda so grandios in Szene gesetzt hat, einfach genial! Die beiden muss man sich merken!
Von den durchgängig sehr guten Darstellern bleiben mir persönlich zwei Personen in besonderer Erinnerung. Hermann, die zentrale Figur im Stück, stark gespielt und gesungen von Sergey Polyakov. Irgendwie eine Art ungepflegter „Nerd“, ein Außenseiter, der sowohl in seiner äußeren Erscheinung wie auch in seinem ganzen Habitus eine Sonderrolle einnimmt. Der Getriebene ist in seiner besinnungslosen Verliebtheit in die etwas dümmlich scheinende Lisa vollkommen außer sich. Zutiefst erschrocken über die unzähmbare Kraft seiner Liebesgier, rast er unaufhaltsam dem Abgrund entgegen. Man ahnt, dass es die Verzweiflung des Komponisten selbst sein muss, die dieser Figur ihre außerordentliche Kraft gibt.
Dann die Gräfin, die Gralshüterin. Vom ersten Moment an wird klar, dass nur sie das große Geheimnis kennt, dass nur sie wirklich etwas versteht von Liebe, Freiheit und Leidenschaft. Hanna Schwarz zeigt mit ihrer wunderbaren Stimme und jeder noch so kleinen Geste die Tiefgründigkeit dieser Figur. Kein Wunder, dass die eigentliche Liebe – nicht das Verliebtsein – zwischen diesen beiden spielt.

Unvergesslich! Riesenapplaus! Reingehen!

Stahl_Benedikt_Foto2_Andreas_EndermannBenedikt Stahl
Architekt und Professor an der Alanus Hochschule

Als selbständiger Architekt und Partner im Düsseldorfer Atelier Fritschi & Stahl hat Benedikt Stahl eine große Nähe zur Kunst: Was macht Stadtraum, was macht die Choreographie, die Dramatik der Räume aus? Zur Oper ist es da nicht weit: Wie Bild, Musik und Darstellung hier zusammen wirken, fasziniert ihn. Als interdisziplinär denkender Grenzgänger ist er auch an der Alanus Hochschule Bonn-Alfter tätig: Was  Architektur mit Schauspiel, Wirtschaft mit Kunst zu hat – diese Fragestellungen interessieren ihn auch in der Lehre. Nicht nur die Oberfläche, sondern die spannenden Zusammenhänge will er nun als Scout für Oper und Ballett entdecken.

Modern Dance – Zug verpasst

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Sandra Christmann über die Premiere von „b.40“

Die tänzerische Qualität lässt sich nicht in Frage stellen. Unser Ballett kann Großes.

Pacific – Mark Morris
Für mich die beste Performance des Abends, ganz im alten 90er Stil – Modern Dance aus den Anfangsjahren. Die schönsten Kostüme des Abends. Solide, im positiven Sinne, choreografisch nicht überraschend, aber darum ging es an diesem Abend ja auch nicht.
Locus Trio – Trisha Brown
Still war’s – da bin ich wohl ein altmodischer Hase, die Musik gehört dazu – somit offenbar etwas für die intellektuellen Tanzhasen. Es ist wie bei einer Probe zuzuschauen. Eine Werkprobe, ohne Musik, somit ist jeder körperliche Kraftakt zu hören und somit geht auch die Leichtigkeit des Tanzes verloren.
Night Wandering – Merce Cunningham
Auch dieses Pas de deux zeigt die enorme Kraftanstrengung. Interessant im Sinne damals „neuer“ Aktzente. Sonst bleibt es dabei: Synchron, kraftvoll, unberührend. Musikalisch für mich ganz persönlich grausam. Die Kostüme habe ich nicht verstanden und wenn sie 10x von Robert Rauschenberg sind.
Offenbach Overtures – Paul Taylor:
Während um mich herum Brava, Begeisterung und anhaltender Applaus stürmen, sitze ich regungslos da. Insbesondere das favorisierte Finale als Highlight besprochen, erinnert an eine Mischung aus YMCA, Polka, und Puppentheater. Einziger Lichtblick: Doris Becker – wunderbare Tänzerin, sie wäre eine, die es hätte retten können.
Ihr könnte man stundenlang zusehen, eine wunderschöne, grazile und einfangende Tänzerin.

Alles in Allem gab es keine großen Erwartungen und diese wurden auch nicht erfüllt.
Unser herausragendes Ballettensemble hat gut gemeistert und hat hoffentlich bald wieder wie gewohnt kreativen, choreografischen, überraschenden Unterbau.

Christmann_Sandra_Foto2_Andreas_EndermannSandra Christmann
 Head of Strategic Alliances

Sandra Christmann liebt Düsseldorf, ihre Wahlheimat, und die Kunst. Sie engagiert sie sich bei ArtFair Internantional GmbH. Strategische Allianzen sind ihr Kernthema. Für die Kunst pflegt sie zahlreiche Kontakte, um mit Partnern aus Wirtschaft, Industrie, Handel und Medien innovative Formate und Kooperationskonzepte zu entwickeln. Neben dieser Arbeit hat sie ein Hilfsprojekt in Kenia ins Leben gerufen. Ihr Netzwerktalent, die Liebe zur Kunst und zum Schreiben nutzt sie jetzt auch als Opernscout.

Die Oppulenz des großen Gatsbys

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Sandra Christmann über die Premiere von „Pique Dame“

Bämm, schon das Opening der 50er Jahre Kostüme geht so extrem in Vorkasse, dass  nichts folgen könnte, was diese Impression schwächt. Aber sie kann gesteigert werden und das wird sie. Ich muss das hier jetzt mal sagen: Was für sensationelle, perfektionistische Kreationen und Choreografie der Kostüme.

Oppulent, dekadent, commedia dell’arte at it’s best – ein großes Kompliment an Ursula Kudrna! Genrewechsel, epochengetreu und so großartig interpretiert.
Es ist nicht zu toppen. Jedes Detail, inklusive Maske, jedes Accessoire – ist perfekt und macht Spaß – ein Augenfest! Jeder Kostümwechsel und dessen Inszenierung erinnert an die Oppulenz des großen Gatsbys.

Und dann das Bühnenbild. Spontan erinnert es an den nordischen Pavillon in den Guardini auf der Biennale in Venedig und an die Jeff Walls „Morning Cleaning“ des Mies van der Rohe Baus – und so sieht es aus – wie ein Mies van der Rohe Entwurf. Großartig. Mit dem Pool in der Mitte. Chapeau Bärbl Homann.
Kostüme und Bühnebild sind für mich eine Eins mit Sternchen.

Dass ich eher der visuelle Typ bin, zeigt sich darin, dass ich Stunden über Kostüme und Bühne schreiben könnte und in diesem Fall die Inszenierung, die mir durchaus gefallen hat, nicht in dieser Ausführlichkeit beachten kann.

Pique Dame von Tschaikowsky – sehr umfangreich. Keine Längen, eine wunderbare, schöne Komposition.
Eine tolle Besetzung, aber herausragend für mich: „Die Gräfin“, Hanna Schwarz. Eine besondere Stimme, die nicht schmettert, sondern unaufdringlich Präsenz schafft mit einer unvergleichlichen Stimmfarbe. Als Laie kann ich es mehr nicht interpretieren, aber sie macht Freude.
Wirklich gewachsen im Rahmen der Inszenierung ist Lisa, anfangs noch unscheinbar und auch recht unattraktiv in ihrer gesamten Präsenz, wird sie zunehmend einnehmender, gewinnender und reißt dann die gesamte Aufmerksamkeit an sich.
Fast wie eine Metarmorphose entwickelt sich die junge Frau in die Grande Dame.
Beeindruckend.

Mein Fazit: Pique Dame: Absolut „Sehens“-wert!!

Christmann_Sandra_Foto2_Andreas_EndermannSandra Christmann
 Head of Strategic Alliances

Sandra Christmann liebt Düsseldorf, ihre Wahlheimat, und die Kunst. Sie engagiert sie sich bei ArtFair Internantional GmbH. Strategische Allianzen sind ihr Kernthema. Für die Kunst pflegt sie zahlreiche Kontakte, um mit Partnern aus Wirtschaft, Industrie, Handel und Medien innovative Formate und Kooperationskonzepte zu entwickeln. Neben dieser Arbeit hat sie ein Hilfsprojekt in Kenia ins Leben gerufen. Ihr Netzwerktalent, die Liebe zur Kunst und zum Schreiben nutzt sie jetzt auch als Opernscout.

Wahnsinnsoper in Düsseldorf

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Katrin Gehlen über die Premiere von „Pique Dame“

Es beginnt an einem strahlenden Frühlingstag im Freien, in Anlehnung an die Poolszene aus Billy Wilders Sunset Boulevard.
Wir lernen Hermann kennen, einen der Protagonisten in Pique Dame. Er hat sich in Lisa verliebt, Enkelin der Königin der besseren Gesellschaft und Verlobte des mächtigen Jeletzkis. Es beginnt eine unerreichbar scheinende, zum scheitern verurteilte Liebesgeschichte, die anfänglich überraschender Weise möglich zu sein scheint. Alles spricht für ein Happy End.
Bis Hermann Wissen über die Großmutter erlangt, wieso diese von allen „Pique Dame“ genannt wird und sich in seinem Kopf die Idee fest setzt, das Geheimnis des ewig gewinnenden Kartenspiels zu erfahren. Auf ein Mal scheint die Gier nach Geld Überhand zu bekommen. Es setzt eine Art Wahnsinn ein, die der Betrachter von Szene zu Szene beobachten kann. Letztendlich bleibt offen, wem oder was nun Hermanns Liebe wirklich gilt.
Musikalisch ist die Oper für mich fantastisch. Die Anlehnung an das Hollywood der zwanziger Jahre ist gut gelungen, die Übertragung auf das 21. Jahrhundert allerdings setzt mich  streckenweise einer zu großen Reizüberflutung aus. Einige Szenen scheinen mir überspielt und zum Teil sogar übertrieben brutal, auch wenn dadurch wohl nur der zunehmende Wahnsinn Hermanns dargestellt werden möchte.

Tschaikowskys „Pique Dame“ ist sicherlich eine sehenswerte Oper hier bei uns in Düsseldorf und ich kann jedem nur empfehlen, sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen.

Gehlen_Katrin_Foto_Andreas_EndermannKatrin Gehlen
Modedesignerin

Katrin Gehlen ist als Modedesignerin spezialisiert auf individuelle Maßanfertigungen. Menschen, die wie sie selbst künstlerisch tätig sind, lädt sie in regelmäßigen Abständen gemeinsam mit ihrem Mann zum Kreativtreff „Rheingold“ ein. Dann wird das eigene Haus zu einem inspirierenden Kunstsalon. Mit ihrem besonderen Interesse am Ballett freut sie sich jetzt auf die Auseinandersetzung mit den Aufführungen im Opernhaus. 

Für jeden etwas dabei

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Michael Langenberger über die Premiere von „Pique Dame“

Sie mögen es opulent, spektakulär? Wollen kurzweilige Unterhaltung? Ständig und überall etwas neues Entdecken? Vielschichtige Anspielungen, echten Tiefgang? Dann ist die Neuinszenierung von Pique Dame, die vorletzte Oper Tschaikowskys, nach der gleichnamigen Novelle von Puschkin, genau das, was Sie sich anschauen sollten. Nur je nach Ihren präferierten Opernbesuch-Gewohnheiten bedarf es unterschiedlicher Vorbereitungen.

Opulent und spektakulär verbindet die amerikanische Regisseurin Lydia Steier die russische Welt der Zarenzeit mit dem Hollywood der 20er-Jahre. Aufwendige Kostüme, abwechslungsreiches Bühnenbild mit einer extra-perfekten Beleuchtung beschäftigen Ihre Augen zu jedem Zeitpunkt der Aufführung. Im Orchestergraben überlässt man, mit den wie immer blendend aufgelegten Düsseldorfer Symphonikern unter Leitung von Aziz Shokhakimov, nichts dem Zufall. Überhaupt, alle Akteure auf der Bühne liefern imposante schauspielerische- und Gesangsleistungen ab. Besonders Hanna Schwarz als die Gräfin beeindruckt bei der Interpretation ihrer Rolle und mit ihrer Stimme (und das in einem Alter, deutlich jenseits dessen, was wir als Rentenalter bezeichnen). Auffällig viel Beifall bekommt Maria Kataeva als Polina, sicherlich nicht nur wegen ihres “Heimvorteils”, sondern wegen ihres tonumfangreichen Mezzosoprans, was auch mich immer wieder dahinschmelzen lässt.

Anfänglich tat ich mich hingegen schwer mit Elisabeth Strid in ihrer Rolle der Lisa. War es die Stimme? Ihr Auftritt selbst? Ihre Einbettung in das Bühnengeschehen? Und so kommen wir zum anspruchsvollen Teil der Aufführung. Viele tiefgründige Anspielungen auf Tschaikowskys Leben, die damalige Zeit, Verbindungen zur heutigen Zeit baut die Regisseurin insbesondere in das Spiel von Lisa und Hermann ein. Wer ein gutes, oder besser noch, ein hervorragendes Wissen über die damalige Zeit, Puschkins Novelle und Tschaikowskys Leben hat, kann die ganze Tiefe dieser Hintergründigkeit der Inszenierung schon während der Aufführung erfassen. Ich war in der Hinsicht nicht gut vorbereitet. Doch das spielte aus den o.g. Gründen, für einen kurzweilig erlebten Premiereabend, keine Rolle.

Opernscouts 2018 / 2019

Michael Langenberger
Wirtschaftsmediator und Coach

Michael Langenberger arbeitet freiberuflich als Wirtschafsmediator und Führungskräftecoach in Haan. Musik und Tanz spielen eine große Rolle in seinem Leben: Er spielt Klavier, sang im Chor und tanzt: Auf Standard und Latein folgten Salsa und Modern Contemporary Dance im tanzhaus nrw, wo er auch an öffentlichen Performances mit Profis und Laien mitwirkte. Er liebt die Vielfalt des kreativen Ausdrucks – sei es als Geschichtenerzähler, Musiker, Tänzer oder Opernscout – und macht sich diese auch im beruflichen Kontext zu Nutze.

Tschaikowsky in Hollywood: es gilt „Entertainment first“

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Hubert Kolb über die Premiere von „Pique Dame“

Die zur Zeit angesagte Regisseurin Lydia Steier ist der Meinung, Oper muss unterhalten, also „Entertainment first“. So hat sie die Geschichte von Pique Dame in das Hollywood der 1950er Jahre übertragen: das kann man blöd finden oder anregend; ich fand es höchst anregend – ich blieb bis zum Ende hellwach und genoss die vielen Einfälle der Regie.
Nicht alle Einfälle waren gelungen, zum Teil passte der Text nicht auf die auf der Bühne dargestellten Vorgänge. Und die Leichtigkeit und bunten Kostüme der ersten Hälfte wichen in der zweiten Hälfte dem dunklen Thema der Story. Da hat sich Tschaikowsky dann doch noch durchgesetzt. Aber auch dieser Teil der Handlung wird mit wirksamen Effekten der Regie und tollen Lichteffekten gestützt. Besonders eindrucksvoll war, wie die halbe Bühne mit der feiernden Casino-Gesellschaft aus der Versenkung nach oben gefahren wurde, als Kontrast zu der dunklen Todesszene im Vordergrund.

Die kraftvollen russischen und osteuropäischen Stimmen und der dunkle Klang der russischen Sprache waren angenehm zu hören. Schade, dass der usbekische Dirigent Orchester, Chor und Sänger manchmal nicht gut zusammenhalten konnte, darunter litt etwas die musikalische Präsentation dieser großen Oper.

Auch diese Inszenierung könnte ich mir, wie Roméo et Juliette, noch einmal anschauen. Bei Roméo et Juliette habe ich es getan – und war wieder hingerissen von der überzeugend-modernen Umsetzung der klassischen Story.

Kolb_Hubert_Foto_Andreas_EndermannDr. Hubert Kolb
Professor für Immunologie/Diabetologie im Ruhestand

Als Biologe und Immunologe hat Hubert Kolb am Deutschen Diabetes-Zentrum Düsseldorf zu Mechanismen und Therapien des Kinder- und des Erwachsenendiabetes geforscht und gearbeitet. Vorsorge und Umgang mit der Krankheit beschäftigen ihn auch noch im Ruhestand. Den Weg zur Oper fand Hubert Kolb im Studium in München – eine „Zauberflöte“ in Spitzenbesetzung begeisterte ihn nachhaltig. Mittlerweile findet er genügend Zeit, die Oper regelmäßig zu besuchen und Vieles neu kennen zu lernen. Auch das Ballett am Rhein, das ihm unter Martin Schläpfer unerwartet gut gefällt

Sekt statt Wodka

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Jenny Ritter über die Premiere von „Pique Dame“

Was haben Tschaikowsky und Puschkin mit Cowboys und Indianer zu tun:  gewiss, es gibt in dem Stück Uniformen, schließlich war Herrmann ein Offizier im Militär, doch  in dieser Inszenierung trug er einen braunen Cordanzug, das war ein Schock mich und nicht nachvollziehbar. Lisa wurde als Trampel vom Lande dargestellt. Die fehlenden Uniformen wurden lächerlicherweise in Cowboy- und Indianerspielen dargestellt. Das Gutelaunegefühl wurde sehr amerikanisch mit Sekt, statt mit Wodka und dann auch noch am Swimmingpool  dargestellt, in Kostümen der 1950-Jahre(?)
Tschaikowskys Liebe zu Mozarts Musik wurde interessanterweise mit  Kostümen und Bildern aus seiner Zeit dargestellt – seine Homosexualität mit schrägen Kostümen, Manches witzig, Vieles peinlich. Indianer wurden mit der  „Zweifingergeste“ totgeschossen und fielen um? Der Sinn hat sich mir nicht erschlossen.

Es gab viele schöne Bilder – gezaubert durch wahnsinnige Lichteffekt: der Wechsel vom kitschigen pinken amerikanischen Bühnenbild wird in eine stimmungsvolle Szene verändert – alleine durch die Beleuchtung. Wunderbar.

Es waren viele schöne Momente – vor allem die Musik, mit fehlte allerdings in dieser  Inszenierung  die Russische Seele! der Tschaikowsky und der Puschkin!

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Jenny Ritter
Tai-Chi-Lehrerin

Jenny Ritter ist Lehrerin für verschiedene Entspannungstechniken und die chinesische Kampfkunst „Tai-Chi Chuan“. In ihrer Arbeit ist ihr der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Bewegung besonders wichtig. Schon durch ihren ersten Lehrmeister, der ihr eine sehr tänzerische Art des Tai-Chi vermittelte, entwickelte sich auch ihre Begeisterung für das Ballett. Seitdem  sie in der Spielzeit 2016/17 „Das Rheingold“ gesehen hat, ist Jenny Ritter nun auch ein Fan von Wagners „Ring“ und freut sich diesen als Opernscout in Düsseldorf abschließen zu können.

Erschütternd

b.39     „44 duos“ch: Martin Schläpfer
b.39 „44 duos“ ch: Martin Schläpfer

Stefan Pütz über die Premiere von „b.39“

Dieser Abend wird mir dauerhaft in Erinnerung bleiben … er war einfach erschreckend! Nach  der Vorführung konnte man mich fast als wütend bezeichnen, so hoffte ich nach mehreren Wochen der Entspannung und des Abstandes ein milderes Urteil finden zu können, – es ist leider zwecklos  –  es bleibt dabei!
Drei absolut unterschiedliche  Ballettstücke an einem Abend ,- erst einmal ein erfreulicher Umstand! An früheren Ballettabenden z.B. „b.37“ war diese Vielfalt  auch erfrischend und bereichernd.
Das erste Stück „Dances with Piano“ von Altmeister Hans van Manen war ästhetisch und immerhin stimmig, jedoch ohne Höhepunkte und war als fast langweilig zu bezeichnen. Thema war die Beziehung zwischen Mann und Frau, dargestellt von drei Duos. „Atmosphères“ von Martin Chaix  wirkte sehr düster und irgendwie pubertär. Trotz einer starken Bildsprache, passenden Kostümen, hervorragend dargebotener Tanzkunst und guter Choreographie konnte das Stück mich nicht überzeugen. Aber immerhin ein Kontrapunkt zum ersten Stück. Viele Zuschauer  verabschiedeten sich schon jetzt nach dem zweiten Stück, doch ich glaube, sie konnten nicht erahnen, welches Glück sie hatten…
Das dritte Stück „ 44 Duos“ von Martin Schläpfer mit der Musik von Béla Bartók erschien mir so unerträglich nichtssagend, dass ich nach dem zehnten Auftritt hoffte, dass ich mich bei der Zahl 44 geirrt hätte – dem war leider nicht so …Eine schier endlose Abfolge von leider unzusammenhängenden Episoden ohne Spannungsbogen folgten nun gnadenlos aufeinander. Die grausigen Kostüme taten ein Übriges …

Bislang wurde ich als Opernscout durch die hohe Qualität der Opern- und Ballettaufführungen verwöhnt – es muss wahrscheinlich auch solche ernüchternde Abende geben um die dargebotene hohe Qualität weiterhin erkennen und schätzen zu können.
Puetz_Stefan_Foto2_Andreas_Endermann Stefan Pütz
Inhaber von „Buch in Bilk“

Den Namen Stefan Pütz verbindet man mit „Buch in Bilk“, einer Buchhandlung, die es mittlerweile sogar an zwei Standorten in Unterbilk gibt. Bei Kulturveranstaltungen ist er auch gern mit einem Büchertisch präsent, denn der direkte Kontakt zu den Kunden und die persönliche Beratung ist ihm wichtig. Wichtig ist ihm jetzt – nach langer Abstinenz – auch wieder die Begegnung mit Oper und Ballett: Früher war er oft mit seinen Eltern in der Oper – heute ist er wieder neugierig darauf und offen für die kritische Auseinandersetzung mit den Düsseldorfer Scouts für Oper und Ballett.

Vorhang auf und Voilá.

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Sandra Christmann über die Premiere von „Roméo et Juliette“

Erst einmal nur Glitzer. Toll. Die Kostüme funkeln, spiegeln, glitzern und auch das Bühnenbild sitzt. Es ist ein direktes Eintauchen in das Romeo und Julia, das man kennt, wissentlich, dass dieses eine neue, moderne Inszenierung ist, aber nicht so verfremdend, dass man Angst bekommt enttäuscht zu werden.

Interessanterweise – und auch leider –  sind aber die starken Gefühle des Paares nur spürbar in dem jungen tanzenden Paar, das nicht singt. Pathetisch genug und auch gesanglich ist das „singende“ Paar hervorragend. Super Besetzung, ganz großartige Stimmen und auch die Komposition gefällt durchgängig.

Der Handlungsstrang ist etwas schräg, künstlerische Freiheit willkommen, dass aber am Ende Julia kein Gift nimmt, ihr armer Romeo verstirbt und sie doch mit einem anderen abhaut. Bedauerlich. Warum haben wir nur immer selbst im Drama den Wunsch, ja selbst im Tod, dass die Liebe Erfüllung findet. Vielleicht war das schon spürbar und deshalb erfasste einen die emotionale Welle nicht.

Ich finde es dennoch eine sehr interessante, junge und durchgängig qualitätsvolle Inszenierung. Ein bißchen Rocky Horror ist der Cousin.
Philipp Westerbarkei merke ich mir, sehr sehr interessante, unterhaltsame Inszenierung, die im Gefüge mit Tatjana Ivschinas Kostümen und einem gelungenen Bühnenbild und erfrischend in der französischen Sprache direkt einfängt.

Gesanglich ist Luiza Fatyol wie gewünscht raumfüllend, mir für eine Julia mit meiner romantisch verklärten Vorstellung fast zu stark, aber deshalb nicht weniger großartig.
Also Vorhang zu und Danke!

Christmann_Sandra_Foto2_Andreas_EndermannSandra Christmann
 Head of Strategic Alliances

Sandra Christmann liebt Düsseldorf, ihre Wahlheimat, und die Kunst. Sie engagiert sie sich bei ArtFair Internantional GmbH. Strategische Allianzen sind ihr Kernthema. Für die Kunst pflegt sie zahlreiche Kontakte, um mit Partnern aus Wirtschaft, Industrie, Handel und Medien innovative Formate und Kooperationskonzepte zu entwickeln. Neben dieser Arbeit hat sie ein Hilfsprojekt in Kenia ins Leben gerufen. Ihr Netzwerktalent, die Liebe zur Kunst und zum Schreiben nutzt sie jetzt auch als Opernscout.

Less is more!

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Benedikt Stahl über die Premiere von „Roméo et Juliette“

Zwei Liebende in Badekleidung stürzen sich lustvoll umarmend von einem Sprungbrett und werden im Moment des Absprungs von der Fotografin Tatyana Druz für immer dort festgehalten. Dieses Foto mit dem Titel „The point of no return“ entdecke ich am Abend der Premiere von Roméo und Juliette auf den ersten Seiten des schönen Begleitheftes und bin immer noch ergriffen von dessen Ausdruckskraft, die Shakespeares Drama nahezu in einem Bild erzählt. Weniger überzeugt bin ich von den Bildern der Oper selbst. Der Kunstfelsen mitsamt Madonna erinnert eher an die Grotte von Lourdes als an eine italienische Piazza und der zappelnde, rauchende Chor braucht diese Übertreibung ebenso wenig, wie Juliette ihre Akrobatikeinlagen auf dem Stuhlstapel.

Nach der Pause wird die Bühne stärker. Der Lichterhimmel hat sich auf den Boden gesenkt und Roméo und Juliette kommen ihrem tragischen Ende mit jedem ihrer hinreißenden Duette unaufhörlich näher. Auch wenn ihre Liebe zueinander kaum sichtbar wird, so dringt ihre Liebessehnsucht wie auch die damit verbundene Verzweiflung, ihr Schmerz, mit jedem Ton bis tief ins Innerste. Das ist Oper pur!

Das Ganze ist lebendig, experimentierfreudig und vor allem als Musiktheater mehr als sehenswert. Aber am Ende frage ich mich, ob diese Inszenierung nicht einfach nur zu viel auf einmal will. Das Drama, die große Erzählung, das Neue, das Andere, das Besondere, das Ausprobieren, die Zeitcollage, das Glitzern, Farbenrausch, Lichtbilder, Herzklopfen… Lauter aneinandergereihte Übertreibungen, die alle etwas sagen wollen und doch unter der gesammelten Ideenfülle leiden. Warum eigentlich? Wo das, was wesentlich ist, schon mit nur einem Bild gesagt werden kann? Less is more!

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Benedikt Stahl
Architekt und Professor an der Alanus Hochschule

Als selbständiger Architekt und Partner im Düsseldorfer Atelier Fritschi & Stahl hat Benedikt Stahl eine große Nähe zur Kunst: Was macht Stadtraum, was macht die Choreographie, die Dramatik der Räume aus? Zur Oper ist es da nicht weit: Wie Bild, Musik und Darstellung hier zusammen wirken, fasziniert ihn. Als interdisziplinär denkender Grenzgänger ist er auch an der Alanus Hochschule Bonn-Alfter tätig: Was  Architektur mit Schauspiel, Wirtschaft mit Kunst zu hat – diese Fragestellungen interessieren ihn auch in der Lehre. Nicht nur die Oberfläche, sondern die spannenden Zusammenhänge will er nun als Scout für Oper und Ballett entdecken.

 

In guter Erinnerung…

b.39  atmosphere
ch: Martin Chaix

Katrin Gehlen über die Premiere von „b.39“

Der Ballettabend ist mir trotz vereinzelter Verständnisschwieigkeiten in guter Erinnerung geblieben.

Beim ersten Stück von Hans van Manen kommen klassische Ballettliebhaber meiner Meinung nach wieder ganz auf ihre Kosten. Vor allem der dritte Pas de deux, der den Abschluss der Begegnung von Mann und Frau beschreibt, ist sehr gefühlvoll und wunderbar in seiner ganzen Ausdrucksweise. Auch die Kostüme sind sehr geschmackvoll und beweisen Eleganz in einer raffinierten Schlichtheit.

Das zweite Stück von Martin Chaix hat mir besonders gefallen. Schon der Hintergrund der Bühne weist auf eine gewisse Erotik hin. Dargestellt ist ein verschwommener weiblicher Akt, eine Fotografie des Choreographen selbst. Bewegung, Musik, Licht und Kostüme sind sehr gut aufeinander abgestimmt. In der letzte Szene erscheint das schöne Bild des Hintergrundmotivs.

Das letzte Stück von Martin Schläpfer hat mich diesmal weniger angesprochen. Von den Kostümen die ganze Zeit derart abgelenkt, konnte ich mich nicht auf den Tanz konzentrieren. Zu sehr habe ich innerlich im Konflikt gelegen, sogar immer wieder den Blick abgewendet. Zu dem ganzen Stück konnte ich leider keinen Zugang finden.

Gehlen_Katrin_Foto_Andreas_EndermannKatrin Gehlen
Modedesignerin

Katrin Gehlen ist als Modedesignerin spezialisiert auf individuelle Maßanfertigungen. Menschen, die wie sie selbst künstlerisch tätig sind, lädt sie in regelmäßigen Abständen gemeinsam mit ihrem Mann zum Kreativtreff „Rheingold“ ein. Dann wird das eigene Haus zu einem inspirierenden Kunstsalon. Mit ihrem besonderen Interesse am Ballett freut sie sich jetzt auf die Auseinandersetzung mit den Aufführungen im Opernhaus. 

Eine abgefahrene Mischung

b.35. Ballett am Rhein Düsseldorf/Duisburg
Abendlied. ch.: Remus Sucheana

Markus Wendel über die Premiere von „b.39“

Am heutigen Premierenabend erwarten uns drei Ballette, choreographiert von drei Herren, die dem Düsseldorfer Publikum nicht unbekannt sind.

Den Auftakt macht ein kleines Stück von Hans van Manen. Leider finde ich nicht wirklich einen Zugang hierzu, mir fehlt eine gewisse Leichtigkeit, es wirkt auf mich sehr überlegt und aufgesetzt. Ein wahrer Genuss ist die musikalische Begleitung durch die ganz hervorragende Pianistin.

Beim zweiten Stück des Abends hingegen werde ich sprichwörtlich aus dem Stuhl gerissen. Würde der Film-Regisseur Ridley Scott ein Ballett schaffen, würde es wahrscheinlich ähnlich aussehen, und was wir hier erleben, setzt sich sofort an die Spitze der besten Ballette, die ich hier gesehen habe. Unser ehemaliges Ensemble-Mitglied Martin Chaix schafft für uns in einem düsteren Raum ein wirklich beeindruckendes Gesamtkunstwerk. Nebel wandert über die Bühne, schwarz ist die dominierende Farbe, im Hintergrund schwebt die verwaschene Silhouette einer unbekleideten Frau. Zeitweilig wird die Szenerie von einem grellen Lichtstrahl durchschnitten, einem brutalen Gegenpunkt zu den vielen romantisch-intimen Momenten, inmitten dieser Science-Fiction-artigen Kulisse. Tanz, Choreographie, Kostüme, Beleuchtung, und auch die Abmischung der Musik: alles zieht mich in seinen Bann, trifft genau meinen Geschmack, und meine Vorliebe zu düsteren Inszenierungen. Bravo!

Martin Schläpfer hingegen bleibt mir ein Rätsel. Von ihm ist das letzte, und auch längste Stück an diesem Abend. Neben der ohnehin nicht ganz einfachen Musik von Bela Bartók bleibt mir der Zugang zu dieser Aneinanderreihung von Einzelsequenzen leider verwehrt.

Zusammenfassend ist es für mich ein herausfordernder Abend, mit großem Lob und Dank an Martin Chaix, für sein »Atmosphères«!

Wendel_Markus_Foto_Andreas_EndermannMarkus Wendel
Feuerwehrmann in Düsseldorf

Als neuer Scout folgt Markus Wendel in der Spielzeit 2018/19 frühen Spuren seiner Opernbegeisterung: Seine erste Begegnung mit Richard Wagners „Götterdämmerung“ hatte er 2003/04 im Düsseldorfer Opernhaus, und schon damals begeisterte ihn Linda Watson als Brünnhilde. Als Feuerwehrmann der Landeshauptstadt Düsseldorf kümmert sich Markus Wendel um die strategische Planung und Einsatzorganisation. Ganz besonders schätzt er seine Dienste im Opernhaus: Als Brandsicherheitswache beobachtet er die Aufführung dann von der Seitenbühne aus. „Ich mag das Gewusel hinter den Kulissen“, sagt der 39-Jährige. Was ihn aus dieser Perspektive besonders anspricht, schaut er sich gern noch einmal mit Freunden oder der Familie aus dem Zuschauerraum an.

far too much…

b.39  Dances with
ch.: Hans van Manen

Michael Langenberger über die Premiere von „b.39“

Wenn die Besten alles geben, dann kann es eben auch passieren, dass über das Ziel hinaus geschossen wird. So passiert bei der Premiere b.39.

Zu gekonnt kombinierten Klängen, zeigte uns Hans van Manen mit spartanischem Bühnenbild und zauberhaft gefühlvoll getanzten Szenen dreier Paare in “Dances with Piano”, eine Choreographie, von der dieses Mal die Männer mit Szenenapplaus profitierten. Wahrscheinlich lag es daran, dass deren Tanz körpersprachlich jeweils Geschichten erzählten, die so manch einer mit verbalen Erklärungen nicht zustande brächte. Spritzig und pointiert vorgebracht, wurden diese mit lautem Beifall belohnt. Genau wie das ganze Stück, zu dem natürlich noch die dazu gehörigen Ballerinen gehörten. Mit Recht bekam die Pianistin Schaghajegh Nosrati ebenfalls großen Applaus – aus meiner Sicht für ihre Bach-Interpretationen. Sehr rhythmisch, eben gerade noch kein Jazz à la Jacques Loussier. Toll gespielt, getanzt, choreographiert – einfach sehr schön.

Und dann ging’s in die Vollen. Gib alles – hat Martin Chaix sich wohl gedacht, als er bis zu insgesamt 22 Tänzerinnen und Tänzer zu “Atmosphères” z.T. wild über die Bühne fegen ließ. War es avantgardistischer oder archaischer Tanz – ich weiß es nicht. Für mich war es ein Zuviel an allem; eine herausfordernde Musikwahl, viele spezielle Effekte, gerne mit viel Rauch und Nebel und zu viel Verschiedenes zum gleichen Zeitpunkt auf der Bühne. Ich merkte es besonders daran, weil der eher ruhige Mittelteil zu Beethovens Adagio Cantabile aus der Sonate Pathétique mich kurz zu erden vermochte, bevor es wieder ungestüm weiterging. Hätte Martin Chaix das Eine oder Andere weggelassen, all meine Sinne hätten es ihm mit Begeisterung für das Erfassbare gedankt.

Dem jungen Meister Martin Chaix folgte mit “44 Duos” zum Abschluss des Abends, die Choreographie des großen Meisters des Balletts, Martin Schläpfer. Vermutlich hatte Béla Bartók die Violin-Duos als Etüden – eben als Übungsstück und nicht als Konzertreihe komponiert. Sicherlich meisterschaftlich von Catherine Ribes und Dragos Manza vorgetragen, dennoch als Übungsstücke für die Violonisten, anstatt für 1200 Ballettbesucher- Ohrenpaaren gedacht. Wie immer beim Ballett am Rhein, eine großartige tänzerische Leistung des gesamten Ensembles. Doch vermochten es die Tänzer nicht, den visuellen Eindruck, der z.T. wirklich schrecklichen Kostüme, soweit aufzuheben, dass es wirklich Spaß machte hinzuschauen. Es zeigt sich, wenn jedes “Gewerk” alles aufbietet was geht, das Maximale aus sich herausholt, doch nichts so recht aufeinander abgestimmt ist, zerstören sich die großartigen Künste jedes einzelnen Meisterhandwerks gegenseitig. Auch für mich, in der Form, eine wirklich neue Erkenntnis…

Opernscouts 2018 / 2019

Michael Langenberger
Wirtschaftsmediator und Coach

Michael Langenberger arbeitet freiberuflich als Wirtschafsmediator und Führungskräftecoach in Haan. Musik und Tanz spielen eine große Rolle in seinem Leben: Er spielt Klavier, sang im Chor und tanzt: Auf Standard und Latein folgten Salsa und Modern Contemporary Dance im tanzhaus nrw, wo er auch an öffentlichen Performances mit Profis und Laien mitwirkte. Er liebt die Vielfalt des kreativen Ausdrucks – sei es als Geschichtenerzähler, Musiker, Tänzer oder Opernscout – und macht sich diese auch im beruflichen Kontext zu Nutze.

Eine sehr ungewöhnliche Adaption des klassischen Shakespeare-Dramas

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Stefan Pütz über die Premiere von „Roméo et Juliette“

Eine sehr ungewöhnliche Adaption des klassischen Shakespeare Dramas von Charles Gounod:
Roméo (Ovidiu Purcel) stirbt (wie gehabt) durch Gift, Juliette (Luiza Fatyol) verzichtet auf die Einnahme des „echten“ Giftes und erwählt dann doch lieber den vom „Dandy-Vater“ vorgeschlagenen Ehemann Paris.

Der junge Regisseur Philipp Westerbarkei verzichtete auf eine Verortung der Handlung in Italien.
Alles wirkt stark reduziert   – ein großer Felsen; ansonsten sehr, sehr viele Stühle, die auch teilweise in immense Höhen aufgetürmt wurden. Auch auf „unnötige“(?!) Romantik wurde verzichtet, der Hauptaugenmerk lag eher auf einer diffusen Gesellschaftskritik: Die Hervorhebung der Bedeutung der verfeindeten Familien war ihm wichtiger – sie wirkten wie Jugendgangs!
Das Orchester unter der musikalische Leitung von David Crescenzi, die Chöre und Kostüme waren wieder einmal hervorragend.

Alles in Allem ein sehr gelungener, aber teilweise anstrengender Abend!
Puetz_Stefan_Foto2_Andreas_Endermann Stefan Pütz
Inhaber von „Buch in Bilk“

Den Namen Stefan Pütz verbindet man mit „Buch in Bilk“, einer Buchhandlung, die es mittlerweile sogar an zwei Standorten in Unterbilk gibt. Bei Kulturveranstaltungen ist er auch gern mit einem Büchertisch präsent, denn der direkte Kontakt zu den Kunden und die persönliche Beratung ist ihm wichtig. Wichtig ist ihm jetzt – nach langer Abstinenz – auch wieder die Begegnung mit Oper und Ballett: Früher war er oft mit seinen Eltern in der Oper – heute ist er wieder neugierig darauf und offen für die kritische Auseinandersetzung mit den Düsseldorfer Scouts für Oper und Ballett.

Die Tänzer geben: Alles!

b.39     „44 duos“
ch: Martin Schläpfer

Hilli Hassemer über die Premiere von „b.39“

Dances with piano von Hans van Manen. Ich sage nur: Stille Größe!
Nur ein Klavier, – wunderbar gespielt von Schaghajegh Nosrath, begleitet die Tanzenden. Und wie der Titel, klar, pur und ehrlich, erscheint mir auch die Choreografie! Drei Paare, – sie erinnern mich in ihrem schlichten Erscheinungsbild an die Skulpturen des Bildhauers Stefan Balkenhol, – dialogisieren im Tanz.
Silbrig im Innenfutter, flattern die Röcke der Tänzerinnen und auch das erscheint mir symbolhaft, – unscheinbar und schlicht auf den ersten Blick, aber mit wundersamen Glanz, der aus dem Inneren strahlt. Zwischen die pas de deux‘ grätschen drei Tänzer zu Ausschnitten aus den Goldberg Variationen von Bach. In ihrem verwegenen Tanz konterkarieren die drei Haudegen die vorangegangene Strenge mit Humor und Lässigkeit. Sehr großartig. Man will gar nicht, dass es aufhört.
Viel zu kurz vergehen mir Dances with piano. Viel zu schnell schließt sich der Vorhang hinter diesem Understatement an berührendem Tanz und der wunderbaren Choreografie des alten Meisters. Mein Sahnehäubchen des Abends, aber das weiß ich erst am Ende.

Atmosphères von Martin Chaix gerät für mich schon von Beginn an in eine Schieflage. Das Bühnenbild: die Fotografie eines über die ganze Wand diagonal gestreckten, anämischen Frauenaktes, der sich langsam aus dem Trockeneisnebel windet, – wird in meinen Augen viel zu wichtig. Dieser Körper konkurriert während des ganzen Stückes mit den Tanzenden.
Chaix schafft eindrucksvolle Tanz-Szenen, die Musik ist ein Traum, aber ich bleibe insgesamt relativ unberührt. Zu viel Rauch wird da Effekt haschend in die Luft geblasen.

Zu Martin Schläpfers „44 Duos für zwei Violinen“: es sind derer mindestens 22 zu viel. Es gibt einen Punkt, etwa in der Mitte der Aufführung, an dem meine Aufmerksamkeit in die Knie sinkt. In meiner Wahrnehmung verschwimmen alle Tanzstücke der Duettpartner zu einem Großen Etwas. Eine Frustration macht sich in mir breit und zwar über mein eigenes Unvermögen, den wunderbaren Tänzern noch weiter aufmerksam zu folgen.
Die Arbeit der Tänzer ist einmal wieder beachtlich und beeindruckend. Bis an die Schmerzgrenze setzen sie ihren Körper ein,- geben: Alles.
Das Bühnenbild ist großartig, eine Reihung voran Fäden schwebenden Fragmenten, die sich zu einer wunderschönen abstrakten Einheit ergänzen.
Schläpfers Idee ist ersichtlich – aber er will zu viel und überspannt den Bogen. Meine Lust auf mehr,- wie nach dances with piano, bleibt aus.

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Hilli Hassemer
Bildende Künstlerin

Die Malerin Hilli Hassemer lebt und arbeitet seit 20 Jahren in Düsseldorf. Klassische und auch Opernmusik sind elementare Einflüsse in ihrer Arbeit. Das erste Jahr als Opernscout hat sie mit heller Freude erlebt. Die Vielfalt und Qualität der Düsseldorfer Opern und Ballettkultur zu erleben, war für sie eine neu prägende Seh- und Hörschule. Eine Sinn-schärfende Bereicherung, die sie nicht mehr missen möchte. So freut sie sich auf die zweite Spielzeit, auf die neuen Ballett und Opernwelten, die sich ihr eröffnen werden und für die sie Worte finden muss. Der Bleistift ist gespitzt….

Den Musikern und Tänzern gilt meine Hochachtung

b.39  Dances with
ch.: Hans van Manen

Jenny Ritter über die Premiere von „b.39“

Dances with Piano   (Deutsche Erstaufführung)   Hans van Manen
Dieser große alte Herr ist doch eine verlässliche Größe, stets zeigt er das Ballett in voller Schönheit und Ästhetik – auch dieses Stück war in seiner Schönheit ein Genuss. Harmonische Bilder, Beleuchtung und Kostüme ergaben ein schönes Ganzes, der Tanz der Paare zeigte alle Fassetten des männlich/weiblichen Zusammentreffens sehr ausdrucksstark. Wunderschön spielerisch war für mich der Tanz der drei Männer – siegessicher, mit Spaß und Spiel bewegten sie sich zur schönsten Musik des Abends: den Goldberg-Variationen von Bach.
Dank dem großen Meister, den Tänzern und der Pianistin.

Atmosphères ( Uraufführung)  Martin Chaix
Zunächst fand ich die Figur im Hintergrund ganz anziehend – als sie noch im Nebel  lag,  doch dann zeigte sich ein völlig unerotischer, androgyner, kopfloser Körper, und so empfand ich auch den Rest des Tanzes: anstrengend. Die scharrenden Geräusche des Spitzentanzes erinnerten mich an einfallende Heuschreckenhorden, schon unheimlich; – ich konnte dem Ganzen nichts Schönes entnehmen – auch der Musik nicht. Ich muss jedoch den Musikern und Tänzern meine Hochachtung aussprechen; denn die haben immer und zu jeder Zeit ihr Bestes gegeben.

44 Duos (Uraufführung) Martin Schläpfer
Hat mich leider in keiner Weise angesprochen, zu lang, zu viele schreckliche Kostüme und die Musik traf auch nicht meinen Geschmack – und nicht nur meinen, die Damen um mich herum haben auch gestöhnt und gelitten!

Doch auch hier waren die Tänzer und Musiker einfach Spitzenklasse!!!

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Jenny Ritter
Tai-Chi-Lehrerin

Jenny Ritter ist Lehrerin für verschiedene Entspannungstechniken und die chinesische Kampfkunst „Tai-Chi Chuan“. In ihrer Arbeit ist ihr der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Bewegung besonders wichtig. Schon durch ihren ersten Lehrmeister, der ihr eine sehr tänzerische Art des Tai-Chi vermittelte, entwickelte sich auch ihre Begeisterung für das Ballett. Seitdem  sie in der Spielzeit 2016/17 „Das Rheingold“ gesehen hat, ist Jenny Ritter nun auch ein Fan von Wagners „Ring“ und freut sich diesen als Opernscout in Düsseldorf abschließen zu können.

Love is a losing game

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Markus Wendel über die Premiere von „Roméo et Juliette“

Noch bevor am Ende der Vorhang gefallen ist, wissen wir, dass es nicht gut ausgehen wird. Und ja, so wird es auch an diesem Abend sein. In den letzten Minuten des Unvermeidlichen hebt sich lautlos ein Kulissenteil. An der Unterseite leuchtet der Schriftzug ‚Love is a losing game‘.

Nachdem klar war, dass ich es nicht in die Opernwerkstatt schaffen würde, habe ich beschlossen, mich überraschen zu lassen, von dieser mir bis dato unbekannten Oper. Lediglich die Einführung vor der Vorstellung habe ich besucht. Und das Vorspiel gehört. Zweimal, im Auto auf dem Weg zur Arbeit. Die Geschichte ist mir jedoch, wie wahrscheinlich den meisten von uns, nicht völlig unbekannt. Und heute beginnt sie mit einem Herzschlag.

Die Inszenierung ist gewaltig. Es bleibt durchgängig düster und neblig, die Bilder sind kraftvoll, intensiv, und spannungsgeladen. Nur selten ist es dabei ebenso hochromantisch, wie Gounods wunderbare Musik es vorgibt. Es geht vielmehr um die dramatischen Momente, die ihren Raum bekommen, und bis zum Zerreißen verstärkt werden. Die Handlung wird immer wieder gebrochen, bis zum Schluss gibt es fordernd-unerwartete Wandlungen. Die Beziehung zwischen Roméo und Juliette erscheint hochfragil. In ihrem Umgang wird wahre Nähe scheinbar kaum zugelassen. Immer wieder lösen sich beide, wenden sich ab, erstarren die Blicke. Es ist wie ein Traum, und voller Zweifel.

Das Ende überrascht, und macht nachdenklich. Das Publikum hält für einen kurzen Moment inne, dann bricht großer Applaus durch die ausverkauften Reihen.

Diese Inszenierung verlangt nach kontroverser Diskussion. Mich hat sie völlig umgehauen, und ist wahrscheinlich das Beste, was ich in Düsseldorf bislang erlebt habe.

Ein großes Bravi an alle Beteiligten! Und an alle, die dieses mutige Konzept geschaffen und ermöglicht haben!

Wendel_Markus_Foto_Andreas_EndermannMarkus Wendel
Feuerwehrmann in Düsseldorf

Als neuer Scout folgt Markus Wendel in der Spielzeit 2018/19 frühen Spuren seiner Opernbegeisterung: Seine erste Begegnung mit Richard Wagners „Götterdämmerung“ hatte er 2003/04 im Düsseldorfer Opernhaus, und schon damals begeisterte ihn Linda Watson als Brünnhilde. Als Feuerwehrmann der Landeshauptstadt Düsseldorf kümmert sich Markus Wendel um die strategische Planung und Einsatzorganisation. Ganz besonders schätzt er seine Dienste im Opernhaus: Als Brandsicherheitswache beobachtet er die Aufführung dann von der Seitenbühne aus. „Ich mag das Gewusel hinter den Kulissen“, sagt der 39-Jährige. Was ihn aus dieser Perspektive besonders anspricht, schaut er sich gern noch einmal mit Freunden oder der Familie aus dem Zuschauerraum an.

 

 

So muss man es machen

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Michael Langenberger über die Premiere von „Roméo et Juliette“

Das erste Lob gehört dem Generalintendanten der Düsseldorfer Oper. Prof. Christoph Meyer vertraut die Inszenierung dieses großen Werkes Philipp Westerbarkei an, ein Eigengewächs der Düsseldorfer Oper. Der wiederum kooperiert mit Tatjana Ivschina, verantwortlich für Bühne und Kostüme, im besten Sinne wie ein Start-Up in agiler Arbeitsweise, indem beide Ihr Know-How so verzahnen, das ein grandioses Bühnenwerk entsteht. Wer sehen will, welche Special-Effects eine renovierungsbedürftige Operntechnik in der Lage ist zu liefern, der sollte sich diese Oper ansehen und genießen.

Es sind diese Lichteffekte, die beispielsweise Luiza Fatyol als Juliette im silbern glitzernden Kleid zu einem grandiosen Auftritt erheben oder die Bühne in Sekundenschnelle zu einem Kirchenraum wandeln. Oder habe Sie schon einmal minutenlangen Regen auf der Bühne erlebt? Ja, es war wirklich nasser Regen. So ist dann auch ein steinerner Fels eben nicht nur Bühnenbild, sondern hilft auch bei der Visualisierung der bizarren Formen von Gewitterblitzen.

Immer wieder mal erscheinen Maria Sauckel-Plock und Egor Reider als ihr jeweils jüngeres Ich von Roméo und Juliette. Man hört – intoniert – deren Herzen höher schlagen. Die beiden zwar nicht singend, doch als blutjunge Mimen, die Liebe und Verrücktheiten junger, frischer Verliebter verkörpernd, quasi pantomimisch darstellend. So geht das Schauspiel vor dem abgesenkten Vorhang während des Bühnenumbaus kurzweilig weiter, hält den Zuschauer emotional gefangen und löst sich fließend, schauspielerisch im folgenden Bühnenbild wieder auf.

Übrigens, wer einmal einen riesigen Chor tanzen sehen will oder ebenso viele Anregungen zu fantasievollen Kleidern und Kostümen, wie der Chor Mitglieder hat, sehen will, sollte die vielen unterschiedlichen Auftritte des Chors nicht versäumen.

Gerade zu Beginn verbinde ich mit dem Auftritt des Chors einige Szenen mit Leonard Bernsteins “West Side Story”. Wenn dieses Musical damals als die moderne Form des Dramas Romeo und Julia galt, dann haben wir jetzt bei der Premiere von „Roméo et Juliette“ die Fusion von spektakulärem Opern-Schauspiel mit highly sophisticated Animation gesehen.

War das jetzt z.B. auch die Bewerbung der Oper Düsseldorf für einen Opernhaus-Neubau auf Weltniveau? In Zeiten, wo Opernhaus-Neubau zur bloßen Auseinandersetzung auf Standort und Geld reduziert wird, ist es gerade jetzt wichtig mit dem oft gespielten Stück „Roméo et Juliette“ durch performative Leistung zu glänzen, auch Grenzen auszutesten. Denn welches Opernhaus kann schon mit einem Sänger (und Tänzer-) Ensemble glänzen, das selbst bei komplexen Besetzungen, nahezu alle Rollen selbst besetzen kann und damit gleichzeitig Talentschmiede der internationalen Opern- und Ballettwelt ist? Welches Opernhaus ermöglicht eigenen, jungen Talenten die Verantwortung für Regie und Ausstattung zu übernehmen? Welch anderes Opernhaus liefert in steter Regelmäßigkeit Award-Qualitäten ab? Hätte es ein solches Opernhaus nicht auch verdient, mit perfekter Technik – einschließlich der für Liveübertragungen – den Rest der Welt an seinen Ideenreichtum und moderner Arbeits- und Management-Leistung teilhaben zu lassen?

Opernscouts 2018 / 2019

Michael Langenberger
Wirtschaftsmediator und Coach

Michael Langenberger arbeitet freiberuflich als Wirtschafsmediator und Führungskräftecoach in Haan. Musik und Tanz spielen eine große Rolle in seinem Leben: Er spielt Klavier, sang im Chor und tanzt: Auf Standard und Latein folgten Salsa und Modern Contemporary Dance im Tanzhaus NRW, wo er auch an öffentlichen Performances mit Profis und Laien mitwirkte. Er liebt die Vielfalt des kreativen Ausdrucks – sei es als Geschichtenerzähler, Musiker, Tänzer oder Opernscout – und macht sich diese auch im beruflichen Kontext zu Nutze.

 

 

Quintessenz der Liebesgeschichte

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Hilli Hassemer über die Premiere von „Roméo et Juliette“

love is a losing game

erscheint in Leuchtschrift  (nach einem tollen Song von Amy Winehouse), als Quintessenz der Liebesgeschichte zwischen Roméo und Juliette.

Um es vorweg zu nehmen, Juliette verliert zwar auch irgendwie das Spiel, aber sie stirbt nicht. Nach dem Motto der Stadtmusikanten „Etwas Besseres als den Tod finden wir überall“  entscheidet sie sich für das Leben und dies dann eben mit dem ungeliebten
Paris.
Luiza Fatyol und Ovidiu Purcel, als Roméo und Juliette glänzen gesanglich und es ist ergötzend, den beiden zu lauschen. Genauso beglückt mich der Opernchor, der zudem noch Tanzeinlagen zum Besten gibt, welche schweißtreibendes
Training erahnen lassen.
Maria Boikos Auftritte als Stéphano, so kurz sie sind, finde ich sehr stark. Sie groovt in hippen schlaksigen Bewegungen über die Bühne und überrascht mich aus dieser Lässigkeit heraus umso mehr mit ihrer wunderbaren Stimme.
Auf die Düsseldorfer Sänger und Musiker ist einfach Verlass, denke ich immer wieder, nicht ohne Stolz.
Ein Lob an das Licht! Dramatisch gut beleuchtet, sind besonders die großen Chor-Tanzszenen. Die singenden Akteure sind mit rot-grün Spots angestrahlt und man möchte eigentlich an diesen 2-Kanal Licht-Stellen eine 3 D Brille zu Hand haben, um die räumliche Tiefenwirkung noch zu verstärken.
Mich strapazieren die Szenen, in denen Juliette auf rätselhafte Stuhlstapeltürme klettern und aus überhöhter Position ihre Arien singen muss. Sicher sind diese Gebilde gut fixiert und stabiler, als sie aussehen, aber was ist, wenn es Juliette schwindelt oder sich ihr langes Kleid verfängt oder … meine Sorge um die Sängerin überwiegt und überschattet den Genuss der musikalischen Darbietung.
Was die Inszenierung betrifft, so spricht Westerbarkei für mich in Rätseln. Da gibt es dieses jüngere stumme alter Ego Roméo-und-Juliette Paar, welches von Szene zu Szene auftaucht und sich in übertriebenen Gesten liebt und rauft und liebt und rauft. Sind sie ein Traum, oder vielleicht die echten und
zeitgenössischen Romeo und Julia Akteure?
Dann die seltsame Grotte im Hintergrund, – auch als Kletterfelsen für gewagte Stunts genutzt, – sie ist der Hort für eine an Lourdes erinnernde Muttergottes Statue. Sie leuchtet still und irgendwie religiös und erschließt sich mir nicht. Die schwarzwelligen Bühnenelemente in den letzten Akten, sind sie Meeresküste?
Nachtschattengewächse?
Zum Kern aber: die Verbundenheit, diese weltberühmte tragische große LIEBE zwischen den beiden Hauptdarstellern, die sich gegen ihre Familien, gegen die Gesellschaft und den Rest der Welt stellen, – sie erschließt sich mir aus diesem Spiel nicht. Auch bei den innigen Liebesarien agieren die beiden auf Distanz, – besonders, wenn Julia auf einem ihrer, bereits erwähnten,  Stuhltürme steht, kniet, sich windet (und ich Blut und Wasser schwitze) .

So ist es fast eine logische Konsequenz, dass Juliette ihrem fernen Roméo nicht in den Tod folgt.

Aber das ist eine andere Geschichte.

Hessemer_Hilli_Foto2_Andreas_EndermannHilli Hassemer
Bildende Künstlerin

Die Malerin Hilli Hassemer lebt und arbeitet seit 20 Jahren in Düsseldorf. Klassische und auch Opernmusik sind elementare Einflüsse in ihrer Arbeit. Das erste Jahr als Opernscout hat sie mit heller Freude erlebt. Die Vielfalt und Qualität der Düsseldorfer Opern und Ballettkultur zu erleben, war für sie eine neu prägende Seh- und Hörschule. Eine Sinn-schärfende Bereicherung, die sie nicht mehr missen möchte. So freut sie sich auf die zweite Spielzeit, auf die neuen Ballett und Opernwelten, die sich ihr eröffnen werden und für die sie Worte finden muss. Der Bleistift ist gespitzt….

 

Liebt Juliette ihren Roméo wirklich?

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Susanne Bunka über die Premiere von „Roméo et Juliette“

Ein musikalisch wunderbarer Abend mit tollen Stimmen; besonders Ovidiu Purcel mit seinem strahlenden, mühelosen Sopran hat mich begeistert. Auch Luiza Fatyol als Juliette und Bogdan Talos in der Rolle des Bruder Laurent
überzeugten stimmlich!
Der Chor sang wunderbar; das Orchester tat, was es tuen soll…..es begleitete Solisten und Chorsänger professionell wohlklingend.
Das Bühnenbild erschien zeitweise deprimierend dunkel, aber das passte zum wirklich nicht lustigen Thema…..ein liebendes Paar darf nicht zueinander finden, denn dies würde alten, festgezurrten Regeln und Bestimmungen widersprechen.
Philipp Westerbarkei hat in dieser Inszenierung mehr das Verlogene, Patriachaische, Konservative der Gesellschaft herausgestellt, als die Liebesgeschichte selbst……denn liebt Juliette ihren Roméo wirklich? Oder ist er mehr eine Option ihrem goldenen Käfig zu entfliehen.
In dieser Aufführung scheint Roméo der große und einzige wirkliche Verlierer zu sein; seine Liebe erscheint echt und tief….er ist ja auch derjenige, der am Ende stirbt. Juliette entscheidet sich doch für ihren Käfig und folgt Paris; diese Möglichkeit scheint doch angenehmer zu sein als der Tod. Sie ist halt doch die Tochter ihres „Dandyvaters“ und Anhängerin des opulenten, angenehmen Lebens; einen Versuch war es aber wohl wert…..
Ein wenig verwirrend erschien mir das „verliebte Paar“, das stimmlos seine verspielte, jugendliche Zuneigung zeigte. Waren es die Protagonisten in ihrer Jugend oder Wunschträume, die nicht ausgelebt werden durften? Für mich waren sie überflüssig!
Überflüssig erschien mir auch das Stuhlkonstrukt, auf dem Juliette mehrmals akrobatisch bewundernswert singen musste. Dass es ggfs. der berühmte Balkon sein sollte, wurde mir erst später klar; ein italienischer Brauch, Bräute auf Stühle zu stellen, existiert auch. Ich hätte auf diesen „Nervenkitzel“ verzichten können.

Romeo und Julia sind hier also nicht nur das liebende, sich nacheinander verzehrende Paar, sondern zwei Menschen, die versuchen, bestmöglich ihr Leben zu leben, auch auf die Gefahr hin, durch Egoismus zu verletzen.

Bunka_Susanne_Foto2_Andreas_EndermannSusanne Bunka
Inhaberin des Angercafés in Urdenbach

Vor drei Jahren hat sich die ehemalige Kinderkrankenschwester Susanne Bunka einen Traum erfüllt: Zusammen mit ihrer Tochter betreibt sie das Angercafé in Urdenbach – ein Treffpunkt für alle Generationen, in dem auch Lesungen und kleine Konzerte und Chorproben stattfinden. Sie liebt die großen Opernklassiker, ist gleichermaßen offen für zeitgenössisches Musiktheater und Ballett und freut sich darauf, Ihre Eindrücke auch in ihrer zweiten Spielzeit als Opernscout im Gespräch zu vertiefen.

Was für ein Schauspiel-Spektakel, zu lyrischer Musik!

Romeo_et_Juliette_01_FOTO_Hans_Joerg_MichelHubert Kolb über die Premiere von „Roméo et Juliette“

Die erste große Arbeit des Jung-Regisseurs Philipp Westerbarkei, zusammen mit Tatjana Ivschina (Bühne und Kostüme): Sie wollen es uns zeigen: so gehört eine alte Oper auf modern! Abgesehen von einigen Übertreibungen der Regiearbeit war es ein Abend, der in Erinnerung bleibt.
Zum Vorspiel gibt es gleich eine Ballett-artige Choreographie für den Chor, das bedurfte sicher einiger Übung. Dann teilt er sich sinnbildhaft in die beiden feindlichen Familien auf. Die Emotion wird durch leisen Herzschlag aus Lautsprechern zwischen den Bildern verstärkt, wie auch durch eine stumm tanzende, eher Shakespeare entsprechende junge Version des Liebespaares. Fast immer sind alle Protagonisten in Bewegung, oder singen im Dunkeln hinter der Festgesellschaft in Glitzerkostümen. Mal rauchen viele auf der Bühne. Spezielle Lichteffekte. Es gibt so vieles Ungewohntes auf der Bühne zu sehen, manches verpasst man, da oft mehrere Handlungen an verschiedenen Orten der Bühne parallel laufen, manches versteht man nicht. Eine tolle Idee, das Brautkleid der Juliette als scheintoter Körper wirken zu lassen, während Juliette als Geist im Hintergrund der Bühne die Vorgänge beobachtet. Man bleibt wach, um nichts zu verpassen.

Für mich unbefriedigend war der gewollt ungewöhnliche Schluss: Juliette überlebt (oder ist es ihr Geist?) und vermählt sich mit dem zuvor abgelehnten Grafen Pâris. Der tote Roméo bleibt als letztlich Betrogener zurück. So ist das Leben…

Die Musik ist lyrisch-schön. Roméo (Ovidiu Purcel) und Juliette (Luiza Fatyol) sind am Anfang etwas laut-hart in der Stimme, dann setzt sich aber der italienische Schmelz beim Tenor und das Lyrische beim Sopran herrlich durch. Mehrere weitere Stimmen waren überzeugend, einige aber nicht. Gegenüber der Probe bei der Opernwerkstatt hatte der Dirigent David Crescenzi die Düsseldorfer Symphoniker wesentlich besser im Griff.

Vielleicht sollte ich eine weitere Vorführung besuchen, um noch mehr von dieser Inszenierung wahrzunehmen.

Kolb_Hubert_Foto_Andreas_EndermannDr. Hubert Kolb
Professor für Immunologie/Diabetologie im Ruhestand

Als Biologe und Immunologe hat Hubert Kolb am Deutschen Diabetes-Zentrum Düsseldorf zu Mechanismen und Therapien des Kinder- und des Erwachsenendiabetes geforscht und gearbeitet. Vorsorge und Umgang mit der Krankheit beschäftigen ihn auch noch im Ruhestand. Den Weg zur Oper fand Hubert Kolb im Studium in München – eine „Zauberflöte“ in Spitzenbesetzung begeisterte ihn nachhaltig. Mittlerweile findet er genügend Zeit, die Oper regelmäßig zu besuchen und Vieles neu kennen zu lernen. Auch das Ballett am Rhein, das ihm unter Martin Schläpfer unerwartet gut gefällt

 

 

 

 

Roméo stirbt ohne Juliette

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Jenny Ritter über die Premiere von „Roméo et Juliette“

Ein tolles Bühnenbild mit sehr stimmiger Beleuchtung, wunderschöne Kostüme, herrliche Bilder, eine dynamische Inszenierung – doch der Schluss war dann doch für mich unverständlich: Juliette verlässt mit Paris die Bühne, nachdem Roméo ganz für sich alleine gestorben ist. Verwundert hat mich auch der „Balkon“, den ich als solches gar nicht erkannt habe, da er aus Stühlen bestand und kunstvoll
aufgebaut wurde.
Interessant waren die Szenen, die Roméo et Juliette als „double“ darstellten und die Kennenlernphase  darstellten. Gesanglich war die Liebe ja schon nach zwei Worten entflammt, doch das „Spiel“ der „Kinder“ (sie waren ja erst 15 Jahre) war dann doch erfrischend.
„Love is a losing game“ wird zum Schluss behauptet, doch scheinbar nur für Roméo, der alleine stirbt ohne Juliette.
Die Musik ist wunderbar und auch wieder von den Düsys wunderbar gespielt. Diese Inszenierung ist auf jeden Fall sehens- und hörenswert.

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Jenny Ritter
Tai-Chi-Lehrerin

Jenny Ritter ist Lehrerin für verschiedene Entspannungstechniken und die chinesische Kampfkunst „Tai-Chi Chuan“. In ihrer Arbeit ist ihr der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Bewegung besonders wichtig. Schon durch ihren ersten Lehrmeister, der ihr eine sehr tänzerische Art des Tai-Chi vermittelte, entwickelte sich auch ihre Begeisterung für das Ballett. Seitdem  sie in der Spielzeit 2016/17 „Das Rheingold“ gesehen hat, ist Jenny Ritter nun auch ein Fan von Wagners „Ring“ und freut sich diesen als Opernscout in Düsseldorf abschließen zu können.

Eine zeitgenössische Oper – und trotzdem nette Unterhaltung

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Hubert Kolb über Anno Schreiers „Schade, dass sie eine Hure war“

Anno Schreiers Auftragswerk „Schade, dass sie eine Hure war“ für die Deutsche Oper am Rhein wurde hier uraufgeführt, und ich sah die 4. Vorstellung. Die Besonderheit war, dass die Hauptfigur der Annabella gleich zweimal auf der Bühne stand. Einmal war es Lavinia Dames, die ihre Rolle herrlich spielte, aber wegen einer Kehlkopfentzündung stimmlos den Mund zum Text bewegte. Und einmal war es Elena Fink, die in kürzester Zeit die Partie lernte und sie am Rande der Bühne stehend vom Blatt sang.

In einem Vorgespräch sagte der Komponist, Opern seien zur Unterhaltung dar – also keine schrill/schief/unharmonisch abschreckende Musik, sondern ein Feuerwerk unterschiedlicher aber gefälliger Musikstile, die zum Teil relativ abrupt wechselten. Das erinnerte mich sehr an die musikalische Begleitung von Stummfilmen.

Ähnlich der Dramatik vieler Stummfilme war auch das Geschehen auf der Bühne eine Abfolge von „Sex and Crime“ (so nannte es die Chefdramaturgin) – Handlungen mit zum Teil derber Sprache und auch etwas Komik. Das erinnert ein bisschen an Shakespeare (der Autor John Ford lebte in Shakespeares Spätphase), aber es ist eine flache Geschichte – die große Tiefe und Wahrheit von Shakespeares Texten fehlt.

Für meinen Genuss nachteilig war die Art des Gesanges, ein oft eher unmelodischer Sprechgesang. Zwar nannte Dirigent Lukas Beikircher die Tonfolgen der Arien und Duette kantabel, doch ergaben sich daraus keine Melodien, die haften bleiben.

Fazit: Eine erstaunlich abwechslungsreiche gefällige Unterhaltung auf der Bühne, aber eine Geschichte ohne Tiefgang. Erinnern werde ich die hervorragend lautmalerische Unterstützung des Geschehens durch das Orchester – wie in einem Stummfilm.

Kolb_Hubert_Foto_Andreas_EndermannDr. Hubert Kolb
Professor für Immunologie/Diabetologie im Ruhestand

Als Biologe und Immunologe hat Hubert Kolb am Deutschen Diabetes-Zentrum Düsseldorf zu Mechanismen und Therapien des Kinder- und des Erwachsenendiabetes geforscht und gearbeitet. Vorsorge und Umgang mit der Krankheit beschäftigen ihn auch noch im Ruhestand. Den Weg zur Oper fand Hubert Kolb im Studium in München – eine „Zauberflöte“ in Spitzenbesetzung begeisterte ihn nachhaltig. Mittlerweile findet er genügend Zeit, die Oper regelmäßig zu besuchen und Vieles neu kennen zu lernen. Auch das Ballett am Rhein, das ihm unter Martin Schläpfer unerwartet gut gefällt

Und über allem flog der Fliegenpilz

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Hilli Hassemer und Benedikt Stahl in einem Dialog über die Premiere von Anno Schreiers „Schade, dass sie eine Hure war“

Operncollage

BS: Ja, liebe Hilli, das war ein Opernabend, was? Ganz ungewöhnlich. Zunächst der etwas verdrehte Titel, dann ein bisschen Vorabstudium der Zusammenhänge. Das alte Libretto von John Ford, einem Zeitgenossen Shakespeares, der mit seiner Geschichte der unmöglichen Geschwisterliebe ein noch viel älteres Thema erzählt und dann der noch sehr junge Komponist Anno Schreier, der jetzt und soviel ich weiß im Auftrag der Oper, dieses lebendige Spiel ersonnen hat. Beinahe karnevalistische Züge hatte das mitunter, eine Art Collage aus unterschiedlichen Zeitepochen und Stilen. Das zieht sich durch, vom Bühnenbild über die Kostüme bis hin zu den Musikzitaten, von denen man immer mal wieder meint, das ein oder andere längst zu kennen.

Am meisten fasziniert mich das subtile Spiel mit Innen und Aussen. Besonders die Bühne. Der Blick hinter die Kulissen der aufgeklappten Häuserfassaden und damit zugleich der Einblick in menschliche Abgründe, die im Normalfall durch Mauern und Vorhänge geschützt sind. Die äußeren Erscheinungen trügen, Giftiges verbirgt sich selbst noch hinter den fröhlichsten Kostümen und Farben. Ein Spiel aus Gegensätzen, ein Stück Stadt mit all ihren Schönheiten und Brüchen, die das Leben bereit hält. Wie hat’s Dir denn gefallen?

HH: Mir war ja etwas bang vor der Musik. Ich dachte mir, solch ein junger und begabter Komponist wird sicher sehr radikal meine doch gängigen Hörgewohnheiten ins Hadern bringen.. Das tat er auch, aber eben anders als erwartet. Was er gebrochen hat, war eine altvertraute Stringenz. Auf immer wieder kehrenden Themen, wie man sie aus anderen älteren Opern kennt, verzichtet er. Doch ging mir die Musik ein, ich konnte ihren Sprüngen folgen, war sie in ihren Zitaten und Brüchen, Versatzstücken sehr lebensnah und voller Humor. Der Anno Schreier hat ins Volle gegriffen, in jeder Hinsicht. Mir ging es wie Dir, Benedikt, dass mich die Bühne sehr erfreut hat. Eine Bühne? Eigentlich waren es viele und jedes Paar hatte seine eigene Bühne, wie im Leben! Jeder hatte sein Motiv, seinen Hintergrund: der Westenwagen, die historische Kulisse Parmas, der Fliegenpilzbalkon oder dieser kühle Bauhaus-Flachbau aus einem amerikanischen Filmset herausgebrochen. Und das dann alles ineinander verschachtelt, auf der nach hinten offenen Bühne der Düsseldorfer Oper. Man konnte ihr so richtig in die Eingeweiden kucken. Wie Du sagst: In die Abgründe. Der Bühne und der Menschen.  Und über allem flog der Fliegenpilz.

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Hilli Hassemer
Bildende Künstlerin

Die Malerin Hilli Hassemer lebt und arbeitet seit 20 Jahren in Düsseldorf. Klassische und auch Opernmusik sind elementare Einflüsse in ihrer Arbeit. Das erste Jahr als Opernscout hat sie mit heller Freude erlebt. Die Vielfalt und Qualität der Düsseldorfer Opern und Ballettkultur zu erleben, war für sie eine neu prägende Seh- und Hörschule. Eine Sinn-schärfende Bereicherung, die sie nicht mehr missen möchte. So freut sie sich auf die zweite Spielzeit, auf die neuen Ballett und Opernwelten, die sich ihr eröffnen werden und für die sie Worte finden muss. Der Bleistift ist gespitzt….

Stahl_Benedikt_Foto2_Andreas_EndermannBenedikt Stahl
Architekt und Professor an der Alanus Hochschule

Als selbständiger Architekt und Partner im Düsseldorfer Atelier Fritschi & Stahl hat Benedikt Stahl eine große Nähe zur Kunst: Was macht Stadtraum, was macht die Choreographie, die Dramatik der Räume aus? Zur Oper ist es da nicht weit: Wie Bild, Musik und Darstellung hier zusammen wirken, fasziniert ihn. Als interdisziplinär denkender Grenzgänger ist er auch an der Alanus Hochschule Bonn-Alfter tätig: Was  Architektur mit Schauspiel, Wirtschaft mit Kunst zu hat – diese Fragestellungen interessieren ihn auch in der Lehre. Nicht nur die Oberfläche, sondern die spannenden Zusammenhänge will er nun als Scout für Oper und Ballett entdecken.

 

 

 

Ein spannender, abwechslungsreicher Abend

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Susanne Bunka über die Premiere von Anno Schreiers „Schade, dass sie eine Hure war“

Ein Operntitel, der nicht unbedingt geeignet ist, auf einen Abend voller Harmonie und süffiger Arien und Melodien hinzuweisen……So ist es dann auch!

Wir sehen und hören eine Oper voller Brüche, sowohl musikalisch als auch gesellschaftsthematisch. Die tragische Geschichte der inzestuösen Liebe zweier Geschwister wird untermalt von durchaus harmonischen Klängen, denen man sich jedoch kaum entspannt hingeben kann, weil sie schnell abgelöst werden durch dissonante Klänge. Ironie geht in Gewalt über, Leidenschaft in Streit…..es ist spannend, unterhaltsam….nicht unbedingt etwas für Liebhaber der romantischen Oper!

Die musikalischen Leistungen von Chor und Orchester überzeugen, die Solisten bis auf einen etwas schwachen, verhalten singenden Jussi Myllis (Giovanni), ebenfalls. Herausragend……der wunderbare Bogdan Talos als Mönch!
Die Wandlungsfähigkeit des Bühnenbildes wird bereits zu Beginn „angekündigt“ durch die Präsenz der Bühnenmitarbeiter. Super!!!

Ein spannender, abwechslungsreicher Abend; die etwas albern anmutenden, operettenhaften Zwischenklänge waren zu verschmerzen!

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Susanne Bunka
Inhaberin des Angercafés in Urdenbach

Vor drei Jahren hat sich die ehemalige Kinderkrankenschwester Susanne Bunka einen Traum erfüllt: Zusammen mit ihrer Tochter betreibt sie das Angercafé in Urdenbach – ein Treffpunkt für alle Generationen, in dem auch Lesungen und kleine Konzerte und Chorproben stattfinden. Sie liebt die großen Opernklassiker, ist gleichermaßen offen für zeitgenössisches Musiktheater und Ballett und freut sich darauf, Ihre Eindrücke auch in ihrer zweiten Spielzeit als Opernscout im Gespräch zu vertiefen.

Nie eine überzeugendere, schönere Aufführung gesehen..

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Stefan Pütz über „Maria Stuarda“

Zum Inhalt: „In my end is my beginning“ Dies waren die Worte, die Maria Stuart in Gefangenschaft und in der Erwartung ihres Todes auf ein Kissen stickte. Dies hätte in italienischer Sprache geschehen müssen … auch begegnen sich Maria Stuart und ihre Halbschwester in der Realität nie!
Was dann auf der Bühne geschieht, kann man zwar in deutscher Sprache bei Schiller nachlesen, aber nur in atemberaubender Schönheit erfahren, wenn man genau diese Inszenierung von Guy Joosten in genau dieser Besetzung besucht.

Zur Aufführung: Hervorragendes Bühnenbild – ein guter Chor – passende Kostüme und sehr aktive, auch schauspielerisch überzeugende, wunderbare Sängerinnen: Maria Kataeva als Elisabetta und Adela Zaharia (Weltklasse!) als Maria Stuarda stellen an diesem Abend alle in den Schatten.

Eine überzeugendere, schönere Aufführung habe ich bislang noch nicht erleben können …
Puetz_Stefan_Foto2_Andreas_EndermannStefan Pütz
Inhaber von „Buch in Bilk“

Den Namen Stefan Pütz verbindet man mit „Buch in Bilk“, einer Buchhandlung, die es mittlerweile sogar an zwei Standorten in Unterbilk gibt. Bei Kulturveranstaltungen ist er auch gern mit einem Büchertisch präsent, denn der direkte Kontakt zu den Kunden und die persönliche Beratung ist ihm wichtig. Wichtig ist ihm jetzt – nach langer Abstinenz – auch wieder die Begegnung mit Oper und Ballett: Früher war er oft mit seinen Eltern in der Oper – heute ist er wieder neugierig darauf und offen für die kritische Auseinandersetzung mit den Düsseldorfer Scouts für Oper und Ballett.