Nico Budden über „Otello“

Das Operngucken muss man lernen

Ich bin kein geübter Operngänger. Es war mein viertes Mal, als ich am letzten Donnerstag in Verdis „Otello“ saß. Und mittlerweile kann ich mit annähender Sicherheit behaupten: In einer Oper wird fast immer gesungen. Auch scheint es heutzutage üblich zu sein, das Stück im Original aufzuführen. So ist Mozart verständlich, doch bei Puccini oder Verdi bedarf es der Übertitel. Nun gut, trotz lobenswerter Synchronisation schauen viele moderne Filmproduktionen auch lieber im Original, so sollte einen das eigentlich nicht abschrecken. Doch irgendwie ist es schon komisch. Die sagen immer das gleiche, es ist unglaublich emotional und irgendwie kommt die Geschichte nicht voran. Operngucken muss man lernen. Irgendwann stellt man fest, der Text ist eigentlich zweitrangig, es ist ein Gesamtkunstwerk, im Zentrum steht die Musik. Eine Oper sei eben kein Schauspiel, so wird der Librettist Boito im Programmheft zitiert, Musik könne viel schneller und viel mehr als das Wort aussagen. Man versteht auf einer anderen Ebene. Darum ist es vielleicht gut, nicht ganz unbelesen ins Stück zu gehen: Ganz typisch für eine Geschichte Shakespeares haben wir es mit einem Spiel hinter den Kulissen zu tun. Will man sich vom Wort lösen, muss man wissen worum es geht. Neid, Rache, Eifersucht, Untreue und nicht zuletzt die Liebe spielen eine Rolle, am Ende steht der dramatische Tod.
Dunkel gehalten ist die Bühne, es gibt nur wenige Lichtblicke. Eine beklemmende Stimmung vermittelt sie, erst mit dem Tod Otellos öffnet sich das Bild. Die Kostüme sind schwarz, alles Denken scheint festzustehen.
Bei Wikipedia ist von einem Meisterwerk ist zu lesen, dem sich nur die ganz großen Häuser mit hochkarätiger Besetzung nähern. Ich fühlte mich, ehrlich gesagt, ein wenig überfordert. Wer bin ich, das Ganze zu bewerten? Bin ich überhaupt in der Lage, das Meisterstück vom Boulevardvergnügen zu unterscheiden? – Schluss. Applaus. Die Leute sind begeistert, die Sänger toll. Besonders gefallen hat mir da die Darstellerin der Desdemona, Jacquelyn Wagner, auch wenn ich noch nicht sagen kann, warum. Der operneigene Chor war beeindruckend. Düsseldorfs Otello ist düster, aber in sich stimmig. – Es wird gejubelt, die Dame neben mir schreit „Bravo!“. Ich stelle fest, eine Oper ist wirklich anders und ja, sie wiegt schwer. Doch ist sie auch unglaublich schön. Dazu muss man nicht einmal zwischen den (oberen) Zeilen lesen.

Niko Budden
Student
Für Theaterliebhaber Niko Budden bedeuten Ballett und Oper neue Seh- und Hörgewohnheiten, auf die der Student der Geschichte und Germanistik sich sehr gerne einlässt. Sein Engagement im Projekt  „Musiktheater im Labor“ der Jungen Oper bedeutete für ihn dabei den Einstieg in die Welt des Musiktheaters. Besonders auf die Ballettvorführungen ist Niko Budden gespannt, da er den Einstieg in die performative Kunst bisher immer über das Wort fand.

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Maren Jackwerth über „Otello“

Ein Stück, das unter die Haut geht

otello_05_foto_hansjoergmichelUraufgeführt wurde sie 1887 in Mailand, eine Oper von Verdi in vier Akten sehr sinnig entstanden aus Shakespeares „The Tragedy of Othello, the Moor of Venice“. Serena Farnocchia und Alexander Krasnov brillierten als Desdemona und Jago. Gerade der Jago war extra aus Russland eingeflogen worden und überzeugte durch seinen besonderen gehässigen Auftritt. Ein wirklich äußerst beeindruckendes, sehenswertes Stück hat mich in seinen Bann gezogen. Bis hin zum Mord an Desdemona im 4. Akt konnten die Zuschauer diese irre Wandlung von Otello hin zum Wahnsinnigen erleben. Das Düstere wurde unterstrichen durch das stark reduzierte Bühnenbild und die komplett schwarzen Kostüme. Das Zusammenspiel von Licht, Schatten und der Dunkelheit, perfekt vom Lichtdesigner inszeniert, tragen dazu bei, diese schaurige Welt intensiv erlebbar zu machen. Die Reduziertheit spiegelt sich in allem, einzig das Taschentuch, das Brautkleid und das Messer als notwendige Requisiten hoben dieses auf. Der Zuschauer weiß von Anfang an um die Macht Jagos und erlebt wissend, wie Otello immer mehr zum Hasser mutiert. Dessen schwarzes Gesicht, einmal als Mohr, aber auch als Zeichen der bösen Macht unterstreicht dieses noch. Und dann wirkte natürlich auch noch die Musik Verdis. Der musikalische Leiter Axel Kober hat hier das Orchester prunkvoll in Szene gesetzt. Ein Stück, das wahrlich unter die Haut geht.

Weitere Infos zu „Otello“

Maren Jackwerth
Anwältin
Die in Düsseldorf ansässige Rechtsanwältin, Mediatorin und Stiftungsmanagerin betreibt eine Kanzlei an der Königsallee und entwickelt Kommunikationslösungen im Bereich Corporate Social Responsibility und Kunst. Um das soziale Engagement von Unternehmen mit dem der gemeinnützigen Organisationen zu verbinden, hat Maren Jackwerth das Rheinische Stifterforum gegründet. Bildungsförderung auch im kulturellen Bereich ist ein Schwerpunkt des Netzwerks.

 

 

Isabell Boyer über „Otello“

Die Faszination des Bösen

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Als ich am vergangenen Samstag Michael Thalheimers Neuinszenierung von „Otello“ besucht habe, drangen sich direkt von der ersten Minute an zahlreiche Fragen in meinen Kopf: Warum wurde hier der schwarze Hintergrund gewählt? Wozu diente zu Beginn der Einsatz der schwarzen Farbe? Und vor allem: Warum trug nur Otello die ganze Zeit die schwarze Farbe im Gesicht, die die anderen über die verschiedenen Szenen hinweg immer wieder ablegen durften? Neu in diesem Stück angekommen standen mir alle Wege der Interpretation offen. Mithilfe der wundervollen Musik und den herausragenden Darstellern konnte ich mich Stück für Stück immer besser in die Geschichte einfinden und begreifen, wie genial Shakespeares Werk und Verdis musikalische Umsetzung dessen wirklich ist. Zwar empfand ich die Farbe in Otellos Gesicht noch immer als störend (auch wenn diese die Finsternis in seinem Wesen darstellen sollte), da ich so die mit Sicherheit sehr deutliche Mimik des Darstellers kaum in vollem Maße erfassen konnte – trotz Brille – doch empfand ich die Beleuchtung und den Aufbau des Bühnenbilds als immer ergreifender und plausibler. Für mich entwickelte der Einsatz dessen völlig neue Ebenen, die ich so in der Oper noch nicht gesehen habe. Die Darsteller, die für mich an diesem Abend nicht nur die Räumlichkeiten für sich genutzt haben, sondern auch mit Stimme und Ausdruck brillierten, waren Serena Farnocchia und Alexander Krasnov, die für ihre leider erkrankten Kollegen einsprangen und in diesem Zuge Desdemona und Jago verkörperten. Besonders Krasnov zog mich von Anfang als Jago in seinen Bann und hatte mich sofort auf seiner Seite. Es war schon bald klar, wer hier die Fäden in der Hand hielt und nicht nur Otello, sondern auch Cassio, Roderigo, seine eigene Frau und Desdemona manipulierte. Es wird hier einerseits berechnend, andererseits tragisch und erschütternd, dargestellt, wie gefährlich Eifersucht, aber auch eine falsche Wortwahl, sein können, wenn man nicht weiß, wie man den entstandenen Schaden wieder reparieren kann. Alles in allem ein äußerst beeindruckendes, sehenswertes Stück, das ich wirklich jedem ans Herz legen kann.

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Isabell Boyer
Studentin
Auf Isabell Boyer sind wir durch einen Text aufmerksam geworden, den sie als „Operntester“ über Prokofjews Oper „Der feurige Engel“ geschrieben hat. Die eingehende Beschäftigung mit dem Stück hat uns neugierig gemacht auf mehr. Isabell Boyer studiert Germanistik und Anglistik in Essen. Sie singt selbst in Pop- und Rockbands und hat 6 Jahre lang Theater in einer Laiengruppe gespielt. Die Opern- und Ballett-Erlebnisse in ihrer ersten Spielzeit als Opernscout inspirierten sie dazu, freier zu denken und ihren Horizont zu erweitern.

 

Uwe Schwäch über „Otello“

Ein fesselndes Musikdrama

otello_12_foto_hansjoergmichelUnvermittelt – Verdi verzichtet bei dieser Oper auf eine Ouvertüre – eröffnet sich dem Zuschauer eine tiefschwarze Bühne, auf welcher der siegreiche Venezianer Otello nach Zypern zurückkehrt. Ohne den Einsatz von Requisiten beginnt ein dramaturgisch ausgereiftes Kammerspiel – Shakespeare lässt trefflich grüßen.
Auch die Musik weiß von Anfang an zu überzeugen. Der Chor mit „Flamme des Feuers“ nähert sich spannungs- und bewegungsreich dem Publikum und erzeugt einen ersten Gänsehauteffekt. Wenig später schwelgen wir in dem wunderbar vorgetragenen Liebesduett zwischen Otello und Desdemona – kraftvoll und zärtlich zugleich.
Vieles in dieser Inszenierung begeistert: Das einfallsreiche Spiel von Licht und Schatten, wie ein auf die Bühne Weiß projiziertes Kreuz als Symbol für den tief verankerten Glauben der Venezianer. Oder die Wandlung Otellos vom mächtigen Staats- und liebenden Ehemann zum rächenden Mörder, dessen Wahn im 4. Akt den Zuschauer durch ein bewegendes Schattenspiel ergreift.
Michael Thalheimer schafft eine psychologische Enge und Bedrängtheit, in der sich die Protogonisten in einer schwarzen, bösen Welt bewegen. Allen voran die Figur des Jago, der seinem Herrn intrigant zugewandt ist und das Böse beängstigend verkörpert. Boris Statsenko taucht so tief in diese Rolle ein, dass jede Arie, jeder Ton, jede Gestik und Mimik Angst und Erschütterung auslöst. Ebenso herausragend singt Jacquelyn Wagner die Rolle der Desdemona. Sie brilliert mit einem klaren und feinfühligen Sopran und ihre beiden Arien im 4. Akt kündigen voller Melancholie ihren nahenden Tod an. Die musikalische Dramatik der als Decrescendo verlaufenden Oper wird am deutlichsten in der Titelrolle erlebbar. Otello verfällt zunehmend seinem von Jago provozierten Wahn. Von ihm wie auch von den anderen Akteuren wird nicht nur eine gesangliche, sondern auch eine schauspielerische Höchstleistung abverlangt.
Höchstleistungen erbringen auch der Chor und das von Axel Kober geleitete Orchester. Der optisch herausragende Moment gelingt mit der Chorversammlung auf einer Treppe, die wie ein Bild meisterhaft in die schwarze Bühne integriert wird. Die Instrumentierung erfolgt pointiert von kraftvoll bis höchst einfühlsam. Wir hören und spüren diese Feinfühligkeit beispielsweise im letzten Akt, wenn Englischhorn und Bläser den strophischen Gesang der Desdemona begleiten und tiefe Kontrabässe im Anschluss ihr mörderisches Ende ankündigen.
Bei diesem Otello steht das Böse im Vordergrund. Was wir dabei sehen und hören ist gleichberechtigt. Ein fesselndes Musikdrama, das man so schnell nicht vergessen wird. Schon jetzt ein Highlight dieser noch jungen Opernsaison.

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 Uwe Schwäch
Kommunikationsberater und Lehrbeauftragter
Der Kommunikationsberater, Fachautor und Lehrbeauftragte an der Hochschule Fresenius ist leidenschaftlicher Fan der Oper, und seine Begeisterung wirkt ansteckend: Regelmäßig stiftet er Freunde und Bekannte zum gemeinsamen Kulturbesuch an. Gerne tauscht er sich nach jedem Premierenbesuch mit den anderen Opernscouts aus, was die Erfahrungen der Opernbesuche noch anregender macht.

 

Roland Schüren über „Otello“

Ein Megadrama in Otellos Hirn

otello_14_foto_hansjoergmichel„Hirndrama“ ist das Schlagwort, das mir aus der Einführung eine halbe Stunde vor Aufführungsbeginn wohl immer in Erinnerung gerufen werden wird, wenn ich zukünftig an „Otello“ und damit an meinen ersten Opernbesuch seit 25 Jahren erinnert werde.
In Otellos Hirn spielt sich drei Stunden lang ein Megadrama ab. Und ich sitze quasi mittendrin, im schwarzen Kasten seiner inneren Schädeldecke. Kann mit allen durch die Oper erreichbaren Sinnen seine detaillierten Gedankengänge verfolgen. Der schwarze Kasten des Bühnenbildes mit den passend gekleideten und beleuchteten Kostümen der Darsteller ist ganz großes Kopfkino für mich. Und das auch noch alles vollkommen analog und richtig live im Klassik-Suround-Sound. Das ist ja so was von un-digital unglaublich. – Macht mich diese Otello-Inszenierung jetzt auf einen Schlag zum Opernfan?
Könnte sein. Ab Mitte des dritten Aktes ertappte ich mich erstmals dabei, „im Flow“ der Oper zu sein. Ich merke ab und an, wie sich Analogie-Gedanken an das echte Leben, an das Hier und Jetzt, in meine Überlegungen schleichen. Spätestens im vierten Akt hat mich Desdemona in ihrem langen Solo mit Hochzeitskleid dahinschmelzen lassen. Dabei merkte ich, dass ich gar nicht mehr den Übertiteln folgte, sondern vollkommen in dem Stück versunken war. Die debütierende Jacquelyn Wagner als Desdemona – hervorragend. Und Boris Statsenko als Jago? War der zuvor bei Jack Nicholson zum Mimiktraining? – Ein Hammerkerl! Diese beiden Darsteller haben mich wirklich stark beeindruckt.
Ich gehe mit Fragen aus der Vorführung. Denke darüber nach, wie man Eifersucht sinnvoll bekämpfen kann. Wie der Glaube dabei behilflich sein kann und wie man echte fiese Typen und ihre Machenschaften frühzeitig durchschauen und entmachten kann. – Und auch mal ganz kurz an Donald Trump. – Danke Otello!

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Roland Schüren
Inhaber der Bäckerei „Ihr Bäcker Schüren“
Bereits in vierter Generation führt Roland Schüren den Familienbetrieb „Ihr Bäcker Schüren“ mit Hauptsitz in Hilden. Mit seinem Anspruch an Qualität, Produktvielfalt und Nachhaltigkeit gilt er als einer der besten und innovativsten Handwerksbäcker in Düsseldorf und der Region. Ihm und seinen Bäckern macht es Spaß, alles selbst herzustellen – ohne Fertigmischungen und Massenproduktion, dafür mit viel Zeit und handwerklichem Können. Da gibt es doch Parallelen zu unseren Opern- und Ballettproduktionen …

Susanne Freyling-Hein über „Otello“

Eine packende Inszenierung über die zerstörerische Kraft der Eifersucht

Die düstere Geschichte über die leidenschaftliche und tragisch endende Liebe zwischen Otello und seiner Frau Desdemona, beginnt dramatisch mit einem bühnenfüllenden Chor, Blitz und Donner. Die Bühne ist schwarz, klaustrophobisch verengt und ohne Ausweg – genauso wie Otellos Innenleben. Diesem wird durch den zynischen Jago suggeriert, dass Desdemona ihn mit Cassio betrüge. Die Saat beginnt zu keimen und man kann das Kopfkino von Otello förmlich entstehen sehen. Als Zuschauer will ich ihm fast zurufen: durschaust Du das denn nicht und kennst Du kein Vertrauen? Genau wie seiner Frau Desdemona, die, fast auf autistische Weise, immer wieder für Cassio eintritt und somit den Verdacht in Otello erhärtet. Gleichzeitig bin ich voller Mitgefühl für die beiden leidenschaftlich Liebenden, die auf den grausamen Jago und seinen diabolischen Plan hereinfallen.
Alle Hauptdarsteller verkörpern ihre Rollen exzellent und begeistern mich gleichermaßen durch Ihren Gesang und ihr Schau- und Mienenspiel (Boris Statsenko).
Die Musik treibt die Handlung in Ihrer Dynamik immer weiter voran und trägt maßgeblich zum Spannungsbogen des Abends bei.
Eine dreistündige Oper, die wie im Flug vergeht und sicher noch lange nachwirkt.

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Susanne Freyling-Hein
Senior Category Manager bei L’Oréal
Obwohl Susanne Freyling-Hein seit ihrer Kindheit Klavier spielt und sich sehr für Ausstellungen und Industriekultur interessiert, waren Oper und Ballett bis zu Beginn der letzten Spielzeit Neuland für sie. Begeistert hat sie vor allem Martin Schläpfers Ballett am Rhein. Sie schätzt den gemeinsamen Austausch, weil er den eigenen Eindrücken andere Sichtweisen gegenüber stellt. Und wenn Freunde oder Kollegen ihren Empfehlungen folgen, macht sie das durchaus ein bisschen stolz.

Khatuna Ehlen über „Otello“

Eine traurig-düstere Geschichte

Eine sehr bewegende und traurig-düstere Geschichte, die sehr authentisch und mitreißend inszeniert worden ist.
Ich habe über „Otello“ natürlich viel gelesen und gehört und mich über die Ungerechtigkeit gegenüber Desdemona  immer aufs Neue aufgeregt, aber die Oper am vergangenen Samstag hat meine Erwartungen übertroffen. Ich habe bisher eher meine Liebe zu Ballett und Operette entdeckt- aber wenn Oper, dann bitte so düster und dramatisch wie „Otello“. Die Darstellung ganz in schwarz mit wenigen weißen Elementen und passenden Lichteffekten stellte die Dramatik der Geschichte so in den Vordergrund, dass eine Gänsehaut nicht vermeidbar war.
Besonders emotional geladen fand ich die Szene, in der Desdemona, das schreckliche Urteil ihres Mannes ahnend, mit einem schneeweißen Brautkleid singt. Sie und ihr Brautkleid werden so beleuchtet, dass sie wie ein Engel strahlt und mit ihrer Stimme die Emotionen der Zuschauer auf sich reißt.
Otello selbst – eine traurige Seele, erwürgt das einzige Unschuldige und Heilige, was er im Leben besessen hat, mit eigenen Händen und setzt somit seinem grausamen Leben auch ein Ende– absolut authentisch dargestellt von Herrn Todorovich.
Ebenso hervorragend die Darstellung des Jago durch Herrn Statsenko, der die Rolle so wahr und lebendig gespielt und gesungen hat, dass man fast geneigt war, eine Sympathie für das Böse zu entwickeln.

Weitere Informationen zu „Otello“ 

 Khatuna Ehlen
Sozialarbeiterin
Sicher war es ein großer Schritt, mit 20 Jahren die Heimat Georgien zu verlassen, um in Deutschland zu studieren und heute als Sozialarbeiterin in der Familienhilfe der Landeshauptstadt Düsseldorf zu arbeiten. Ein kleiner dagegen, die Einladung zum Projekt „erlebte Oper…erlebter Tanz…“ anzunehmen und Opernscout zu werden. Nach ihrer ersten Spielzeit als Opernscout ist sie glücklich, weiter als Scout aktiv sein zu dürfen. Bisher sind die Aufführungen des Balletts am Rhein ihr klarer Favorit im Spielplan, so dass sie sich auch in der neuen Spielzeit auf mitreißende Choreographien freut.