Dalila!

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Benedikt Stahl über die Premiere von „Samson et Dalila“

Mit nur ganz wenigen Worten würde ich dieses Opernerlebnis so beschreiben: Dalila! Die Musik! Der Chor!

Es soll aber etwas ausführlicher sein und so erinnere ich mich gerne noch einmal an die farbenreichen Bilder, die einnehmenden Klänge und den spannungsreichen Ablauf dramatischer Bühnenereignisse.

Zu Beginn der aus dem Untergrund hochfahrende Chor der Bauarbeitersklaven, die mit ihren Stirnlampen das Publikum blenden. So werden die Köpfe vor mir, werde ich selbst, getragen von raumfüllender Musik in das Stück hineingezogen, wird alles eins.

Dann nimmt das Drama seinen Lauf. Widerstand, Kampf, Verwüstung, Rache, Gier, Liebe, Eifersucht, Verzweiflung, Intrige, Mordlust, Verrat, Größenwahn und der unausweichliche Untergang zum Schluss (der in dieser Inszenierung viel zu harmlos ausfällt): von allem etwas, Oper pur!

Herausragend und vom ersten bis zum letzten Moment auf der Bühne: Ramona Zaharia als Dalila. Sie ist in ihrer Erscheinung, ihrer Gestik und natürlich mit ihrer Stimme dermaßen präsent und verführerisch, dass alles andere, wie zum Beispiel die Bühnenarchitektur oder die Kostüme, die zuweilen etwas überanstrengt wirken, Nebensache wird. Der Höhepunkt ist ihre Arie, „Mon cœur s’ouvre à ta voix“ mit Samson, die wunderbar sinnlich ausgeleuchtet und voller Ausdruck noch lange nachwirkt.

Michael Weinius kommt als Samson eigentlich erst so richtig in Fahrt, nachdem (endlich) von seiner Angebeteten der blöde Zopf abgeschnitten ist und ihm die Augen ausgestochen werden. Ziemlich ekelhafte Szene übrigens, die damit den Oberpriester des Dagon, super gespielt und gesungen von Simon Neal, noch unausstehlicher macht. Gelungene Dramaturgie!

Getragen wird das alles vom fantastischen Chor und dem Orchester, die das grandiose Werk von Camille Saint-Saëns, an diesem Abend unter der Leitung von Marie Jacquot, großartig aufführen.

Ich würde nochmal reingehen. Alleine schon wegen Dalila!

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Benedikt Stahl
Architekt und Professor an der Alanus Hochschule

Als selbständiger Architekt und Partner im Düsseldorfer Atelier Fritschi & Stahl hat Benedikt Stahl eine große Nähe zur Kunst: Was macht Stadtraum, was macht die Choreographie, die Dramatik der Räume aus? Zur Oper ist es da nicht weit. Wenn in einer Inszenierung alle komponenten gut zusammenkommen dann entsteht „ein großes Kunstwerk“ und in der Deutschen Oper am Rhein ist „immer was für einen dabei“. Besonders gefällt ihm die Vielseitigkeit von Oper und Ballett.

Eine mutige Herausforderung

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Karolina Wais über die Premiere von „Samson et Dalila“

Ich habe mich mit der Oper „Samson et Dalila“ zuvor wenig beschäftigt und bin offenen Herzens in die Vorstellung gegangen. Von Anfang an wurde mir klar, dass die Oper an die heutige Zeit adaptiert wurde.
Ramona Zaharia hat als Dalila solch eine Bühnenpräsenz, dass Michael Weinius als Samson neben ihr etwas verblasst, ihm fehlt die Leidenschaft. Dadurch wird die Verführungskunst von Dalila aber noch mehr verdeutlicht. Ich überlege, ob dieser Effekt beabsichtigt ist, um die Zerrissenheit Samsons sich zwischen seinem Gott oder Dalila zu entscheiden, zu betonen.
An das Bühnenbild gewöhne ich mich erst ab dem zweiten Akt, es ist minimalistisch. Die Farben der Bühne werden durch die Beleuchtung perfekt unterstützt.
Wenn Joan Anton Rechie das Stück näher an die Erfahrungswerte des Publikums bringen wollte, dann denke ich, dass er auf keinen Fall wollte, dass dem Publikum seine Botschaft entgeht. Die Kostüme sind sehr plakativ in Szene gesetzt, das hebräische Volk trägt Arbeiterklamotten, die Philister Anzüge und Dalila ein enges Minikleid in Leopardenoptik mit kniehohen Stiefeln. Sein Publikum auf diese Weise herauszufordern, erfordert Mut und das gefällt mir.
Dem Düsseldorfer Symphonieorchester höre ich gerne zu. Als die Philister im dritten Akt ein ausgelassenes Fest feiern, werde ich als Zuschauerin mitgerissen, natürlich soweit es die Etikette in einer Oper zulässt.
Ramona Zaharia als Dalila, Simon Neal als der Oberpriester des Dagon, Sami Luttinen als ein alter Hebräer und der Chor stechen für mich gesanglich hervor.

Insgesamt schafft es Joan Anton Rechie, dass ich mich im Nachhinein mit der Oper beschäftige und mit Freunden und Bekannten über die religiösen und machtpolitischen Aspekte diskutiere.

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Karolina Wais
Steuerfachangestellte bei Selas Wärmetechnik GmbH in Ratingen

Karolina Wais ist großer Schauspielfan und wagt sich nun mit Offenheit und großem Interesse an die Kunstform der Oper heran. Sie lässt sich gerne überraschen und geht deshalb als „unbeschriebenes Blatt“ in Inszenierungen und informiert sich erst im Nachhinein über die tatsächliche Handlung der Stücke.
Jetzt freut sie sich auf ihre erste Spielzeit als Scout und darauf die Kunstformen Oper und Ballett näher kennenzulernen.

Verworrene Inszenierung

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Helma Kremer über die Premiere von „Samson et Dalila“

Von Camille Saint-Saëns kannte ich mehrere Werke, darunter Werke für Klavier und Violine sowie einige Sinfonien und den „Karneval der Tiere“. Aus der Oper „Samson et Dalila“ kannte ich lediglich die berühmte Arie „Mon coeur s’ouvre à ta voix“. Entsprechend hatte ich keinerlei Erwartungen und auch keine Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Inszenierungen. Zunächst blieb ich verhalten und behielt bis in den II. Akt eine gewisse Distanz. Der Stoff konnte mich nicht wirklich packen und die Inszenierung mit Transfer in die Gegenwart erschien mir ziemlich verworren (Philister = Manager, Hebräer = Minenarbeiter/ Kumpel??, Philisterinnen = Prostituierte / Managerinnen). Als großer Fan werkgetreuer und historischer Inszenierungen, nicht nur bei der filmischen Umsetzung literarischer Werke, sondern auch auf der Bühne, ist es ohnehin schwer, mich mit zeitgenössischen Interpretationen zu begeistern – in dieser Hinsicht bin ich hoffnungslos konservativ. Das Bühnenbild erschien mir dagegen, zumindest im I. und II. Akt, wohltuend minimalistisch.

Die Sänger beindruckten mich jedoch von Beginn an: Luke Stoker als Abimélech gefiel mir so gut, dass ich Abimélechs frühen Tod außerordentlich bedauerte. Aber auch Michael Weinius sang sehr gut, ebenso Simon Neal als Oberpriester Dagon und Sami Luttinen als alter Hebräer. Ramona Zaharia war der Star des Abends: Nicht nur gesanglich überzeugte sie voll und ganz, sondern auch darstellerisch. Allerdings stand ihr Simon Neal kaum nach; seine Grausamkeit ließ einem das Blut in den Adern gefrieren. Dalilas Aufmachung erinnerte an die einer Mafiosi-Braut und da Samson mit seinem etwas spärlichen Haar und auch hinsichtlich Statur und Kostüm eine starke Ähnlichkeit mit Meat Loaf zeigte, erschienen die beiden mir als doch eher ungewöhnliches Paar. Dem wundervollen Gesang tat das allerdings keinen Abbruch.  Bei der berühmten Verführungs-Arie „Mon coeur s’ouvre à ta voix“, die ich bereits seit Kindertagen kenne, und als großer Fan von Maria Callas, gemeinsam mit anderen berühmten Callas-Arien Ende der 90er Jahre auf CD rauf und runter hörte, schmolz ich wie Samson dahin. Spätestens dann war das Eis gebrochen und auch der Stoff packte mich zunehmend. Seit dem Premieren-Besuch habe ich mir diese Arie mehrmals angehört, von Maria Callas über Jessye Norman bis zu Elina Garanca sah ich verschiedene Präsentationen auf Youtube. Und ich finde, dass Ramona Zaharias Vortrag mit in die Reihe der ganz Großen gehört.

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Helma Kremer
Leiterin „Market Development“ bei der Düsseldorf Tourismus GmbH

Helma Kremer arbeitete nach ihrem Studium an der Heinrich-Heine-Universität zunächst an der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf. Nach einem. Voluntariat im Bereich „Marketing/Presse“ beim Düsseldorfer Schauspielhaus übernahm sie 2006 den Bereich „Kulturmarketing“bei der Düsseldorf Marketing und Tourismus GmbH. Durch ihre Großeltern kam sie bereits als Kind mit der Oper in Kontakt, ihre erste Aufführung im Opernhaus war „Hänsel und Gretel“. Dennoch interessiert sie sich eigentlich eher fürs Ballett, als für die Oper. Sie freut sich in ihrer ersten Spielzeit als Opern- und Ballettscout auf die regelmäßigen Theaterbesuche

Eine musikalische Anästhesie

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Markus Wendel über „Samson et Dalila“

Die vergangene Freundeskreispremiere von Saint-Saëns Oper „Samson et Dalila“ beginnt meinerseits mit leichter Irritation. Weite Teile der Zuschauerreihen sind unbesetzt, für eine Düsseldorfer Premiere ist das ungewöhnlich. Ich bin verwundert, denn musikalisch ist die Oper wirklich schön, mit großen Choranteilen und einer Arie die wahrscheinlich fast jeder schon einmal gehört hat. Im Vorfeld zur Aufführung habe ich die Oper zweimal komplett gehört und auch die öffentliche Probe ein paar Tage vor der Premiere besucht.

Bereits mit den ersten Takten zieht GMD Axel Kober mit seinem präzisen und zugleich sehr wohlklingenden Dirigat den größten Teil meiner Aufmerksamkeit auf die musikalische Seite dieses Liebesdramas, das ursprünglich als Oratorium komponiert wurde. Entsprechend ruhig ist die Oper und weitgehend ohne aufgeregte Momente.

Sängerisch hervorheben möchte ich Simon Neal in der Rolle des Oberpriesters. Stimmlich in Bestform und mit einer Spielfreude, die mir wirklich Spaß bereitet beim Zusehen. In Punkto Bühnenpräsenz und Rollenidentifikation ist er auf Augenhöhe mit seiner äußerst überzeugenden Wotan-Interpretation im aktuellen Düsseldorfer Ring. Dies gilt auch für seine gelungene Darstellung des Cardillac, die ich vor einigen Monaten in Gent sehen konnte.

Leider kann nach meinem Empfinden die neue Inszenierung dem musikalischen Part nur wenig Unterstützung zukommen lassen. Die Bilder sind für meinen Geschmack statisch und fad, die gesamte Umsetzung wirkt wenig ambitioniert. Aber auch dies ist sicherlich Geschmacksache. Während ich beispielsweise die aktuelle „Roméo et Juliette“-Produktion abgefeiert habe, wurde diese mitunter auch gänzlich anders wahrgenommen.

Im Ergebnis verbinden sich am heutigen Abend Szene und Musik zu einem Gemisch mit streckenweise stark narkotischer Wirkung. Erfreulicherweise ist die Anästhesie frei von Nebenwirkungen und ich beschließe den Abend mit freundlichem Applaus.

Jedem Musikliebhaber möchte ich diese Oper empfehlen. Gerne im Opernhaus in Düsseldorf. Und falls Sie es nicht schaffen, dann bei einem schönen Glas Rotwein im heimischen Wohnzimmer.

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Markus Wendel
Sachbearbeiter für Brand- und Katastrophenschutz

Markus Wendel ist schon seit langem Opernfan. Seine erste Begegnung mit Wagners „Götterdämmerung“ hatte er im Jahr 2003 im Düsseldorfer Opernhaus und war sehr begeistert.
Durch die vergangene Spielzeit als Opernscout haben sich sein „Horizont und Empfinden erweitert“. Überrascht war er davon, dass die Ballettinszenierungen 2018/19 ihn sogar mehr faszinierten als die Operninszenierungen.

Großartige Sänger, plumpe Rollenklischees

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Charlotte Kaup über die Premiere von „Samson et Dalila“

Samson et Dalila – ein starker Auftakt mit einem beeindruckenden Chor, großartige Sänger, plumpe Rollenklischees und recht wenig Handlung und dann wiederum ein fantastisches Bühnenbild und liebevolle Details.
Als Opernneuling hat mich dieser Abend in vielen Momenten begeistert und in anderen wiederum etwas ratlos zurückgelassen.

Zunächst zur Musik: wie wundervoll, etwas so Schönes hier in Düsseldorf erleben zu dürfen!
Ich kannte die Oper zuvor nicht und mir kamen nur ein, zwei Passagen annähernd vertraut vor.
Auch habe ich die Musik nicht als so eingängig erlebt, dass mir einzelne Stücke besonders im Kopf geblieben sind. Beeindruckt hat mich viel mehr die Feinheit und Differenziertheit jedes einzelnen musikalischen Moments und die großartige Leistung der Solisten, des Orchesters und auch des Chors. Hervorzuheben ist sicherlich Ramona Zaharia als Dalila – eine einfach perfekte Besetzung!

In Gegensatz zu der, von mir auf zurückhaltende Art als sehr reichhaltig empfundenen Musik, stand allerdings die Inszenierung.
Bei dem Versuch, das im biblischen Zeitalter terminierte Material in die Jetztzeit zu holen, wurden betont stumpfe und plakative Rollenbilder bedient und undifferenziert flache Personengruppen ohne viel individuellen Rollencharakter erschaffen, die mit unterschiedlichen Mitteln Machtpositionen verteidigten. Das ganze nach dem Prinzip Schere, Stein, Papier.

Als Powerweapons gab es die Kombinationsmöglichkeiten Anzüge, Geld und Waffen, Spitzhacken und Gemeinschaftsgesänge oder Brüste, Kunstpelz und High Heels.
Zunächst machte mich das ziemlich ratlos und ich fand es beinahe frech, solche Rollenbilder auf einer Opernbühne präsentiert zu sehen.
Vielleicht war es aber genau dieser Gegensatz – die oberflächliche und auf überzeichneten Klischees basierende Schaffung von Personenkollektiven und die dezente, individuelle und vielschichtige Charakterisierung über die Musik – der wiederum irgendwie spannend war.

Was ich als besonders positiv hervorheben möchte, waren die Chorpassagen.
Neben der musikalischen Qualität und Bereicherung zu den solistischen Szenen, ergaben sich auch durch die Quantität und Komposition der Akteure sehr abwechslungsreiche visuelle Eindrücke.
Mal eher begleitend im Hintergrund, beinahe mit dem Bühnenbild verschmelzend und mal zentral den gesamten Raum einnehmend, wurden beeindruckende Bilder kreiert.

Alles in allem lässt sich über die Inszenierung sicherlich streiten, aber wenn man es hält wie einer der mich umgebenden Zuschauer, der murmelte „Augen zu, Ohren auf“, ist der Abend in jedem Fall ein Genuss!

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Charlotte Kaup
Ärztin in der Radiologie

Vor kurzem hat die junge Ärztin eine Stelle in Mönchen Gladbach angetreten. Vorher arbeitete sie einige Jahre als Ballettlehrerin beim Hochschulsport. Sie ist Regelmäßige Besucherin der Ballettinszenierungen der Deutschen Oper am Rhein und ist sehr begeistert von der Vielfalt des Repertoires.
Bezüglich der Oper ist sie ein Neuling, möchte dies aber gerne ändern und freut sich deshalb auf ihre Zeit als Scout und die Möglichkeit sich mit Opernliebhabern austauschen zu können.

Ein geglücktes musikalisches Erlebnis mit einer etwas unpassenden Szenerie

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Hubert Kolb über die Premiere von „Samson et Dalila“

Ich erwartete ein langweiliges Oratorium mit einigen schönen Solopartien. Stattdessen gab es ein spannendes dynamisches Auf und Ab mit herrlichen Stimmen und perfektem Zusammenklang mit dem Orchester (Axel Kober sei Dank!). Die Musik war gefällig, aber auch ein Genuss.
Die Ausstrahlung von Ramona Zaharia als Dalila und die Klangfarbe ihrer Stimme waren eindrucksvoll, der Wagnersänger Michael Weinius war ein Gegenpart auf Augenhöhe, wenn auch Kostüm, Haarpracht und körperliche Kraft-Wirkung nicht ganz dem Bild des Samson entsprachen. Dazu war der Chor, wie meist, eine Ohrenweide.
Die Übertragung der Handlung in ein Bergwerk mit Ausbeutern im Business-Anzug und Maschinenpistole war ganz erfrischend, kam aber oft über zum Teil peinliche Klischees nicht hinaus. Der religiös ausgerichtete Text passte dann meist nicht.

Fazit: Ein sehr schönes und spannendes musikalisches Erlebnis mit meist überzeugender Personenregie, aber mit einer etwas oberflächlichen Übersetzung der Handlung in ein Arbeiter–Ausbeuter Szenarium, vermutlich in der Dritten Welt anzusiedeln.

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Dr. Hubert Kolb
Professor für Immunologie/Diabetologie im Ruhestand

Als Biologe und Immunologe hat Hubert Kolb am Deutschen Diabetes-Zentrum Düsseldorf zu Mechanismen und Therapien des Kinder- und des Erwachsenendiabetes geforscht und gearbeitet. Vorsorge und Umgang mit der Krankheit beschäftigen ihn auch noch im Ruhestand. Den Weg zur Oper fand Hubert Kolb im Studium in München – eine „Zauberflöte“ in Spitzenbesetzung begeisterte ihn nachhaltig. Mittlerweile findet er genügend Zeit, die Oper regelmäßig zu besuchen und Vieles neu kennen zu lernen. Auch das Ballett am Rhein, das ihm unter Martin Schläpfer unerwartet gut gefällt.

Femme Fatale spielt Samson und Israel an die Wand

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Sandra Christmann über die Premiere von „Samson et Dalila“

Auf den Punkt muss der erste Moment, das erste Bild, der erste Eindruck sitzen, um uns den Einstieg in alles Folgende zu erlauben und dazu gehört nun mal natürlich das was wir hören, aber meines Erachtens nach noch mehr was wir sehen.

Den Bühnenbildern verfallen, freue ich mich, dass Gabriel Insignares mit einer architektonisch ästhetischen Gestaltung diesen ersten Moment gebührend ermöglicht, verschönt. Kein Geschnörkel, nichts Verschlungenes, übersichtliche klare Ebenen, zeitlos, dennoch dem modernen Design verpflichtet. Die Materialien und die Ebenen sind variantenreich und pur. Gefällt mir sehr! Perfekt für alle drei Akte kreiert.

Der „Aufzug“ (großes Bühnen-Detail als Klammer zu Beginn und gegen Ende der Oper) der „Bergarbeiter“ und somit das Intro (auch) des Chors sind beeindruckend und überhaupt überzeugt der Chor durchweg, unabhängig der Kostümierungen, mit einem satten, perfekten, wunderschönen Gesang.

Ich bin ja auch mittlerweile ein Fan von Axel Kober. Da weite Strecken dieser Oper ohne gesangliche Ergänzung passierten, fiel die Musik noch mehr ins Gewicht und war durchgehend einnehmend. Schön.

Ramona Zaharia

…Wo soll ich da anfangen? Ich hörte sie singt jetzt die Carmen in New York, ich werde ihr wohl nachreisen und ein Groupie werden.

Ich habe das erst einmal erlebt, dass eine Frau die Bühne betretend, sich das Publikum, das Orchester, die Bühne, die Mitspieler, wie eine Gottesanbeterin einverleibt. Das war vor einem Jahr Linda Watson in meinem ersten Wagnermarathon.

Zaharia auf ihre Art, mit ihrer Stimme, ihrer Schönheit, Ihrer Kraft, und dann noch einmal mit der Kraft ihrer Stimme und ihres schauspielerischen Talentes fängt uns alle ein. Wir haben keine Chance Blick oder Ohr abzuwenden. Samson hat keine Chance, die eigentliche historische Grundlage ihres Handelns hat keine. Die scheinen nur Beiwerk.

Sie fesselt uns (und Samson), und dann sind auch all die überspitzten Klischees der Bergarbeiter, Prostituierten und Anzugträger kein zu kritisierendes Inszenierungsmittel mehr, was soll’s? Wir haben ja sie.

Fazit: Sie ist grandios. Eine Grand Dame der Oper.

Insgesamt ist die musikalische und gesangliche Leistung sehr gelungen und es zeichnen sich einige Talente heraus, Sami Luttinen noch namentlich genannt! Eine hörens- und sehenswerte Inszenierung.

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Sandra Christmann
Head of Strategic Alliances

Sandra Christmann liebt Düsseldorf und die Kunst. Sie engagiert sich bei ArtFair Internantional GmbH. Strategische Allianzen sind ihr Kernthema. Für die Kunst pflegt sie zahlreiche Kontakte, um mit Partnern aus Wirtschaft, Industrie, Handel und Medien innovative Formate und Kooperationskonzepte zu entwickeln. Neben ihrer Arbeit engagiert sie sich für diverse Hilfsprojekte.
Sie liebt das Ballett und besuchte „just for fun“ manchmal die Oper, nun will sie „auch nach ihrer Zeit als Opernscout der Oper treu bleiben“.