Ein gelungener, wenn nicht sogar grandioser Schwanensee

b.36 Ballett am Rhein Düsseldorf DuisburgSCHWANENSEE ch.: Martin Schläpfer
„b.36 – Schwanensee“ FOTO: Gert Weigelt

Katrin Gehlen über die Ballettpremiere „Schwanensee“

Er war mir nicht mehr in Erinnerung, mein letzter „Schwanensee“, zu lange war es her. Aber wenn doch, dann stelle ich ihn mir eher klassisch vor. Da mich die letzten, gerade die modernen Ballettvorführungen sehr begeistert hatten, war ich nun sehr gespannt, was denn nun kommt. Wirklich modern, oder doch eher klassisch?
Modern! Dieser „Schwanensee“ war auf fantastische Art und Weise choreographiert, ganz nach Martin Schläpfer, mit den grandiosen Tänzern des Ensembles und zu der traumhaften Musik von Peter I. Tschaikowsky. Der Abend war ein Traum. Die Krönung waren eindeutig die Kostüme der Schwanenfrauen: Tagsüber tragen die Schwäne, die im Bann der bösen Stiefmutter gefangen sind, einen wunderbar leichten, optisch schwebenden Federrock, den sie nachts ablegen, wenn sie sich für kurze Zeit in Frauen zurück verwandeln. Einziger Störfaktor für mich persönlich war am Ende der etwas zu dramatische Gesichtsausdruck des sterbenden weißen Schwans. Das ganze Stück war für sich so wunderbar reduziert, tänzerisch so kraftvoll und ausdrucksstark, dass ich mir persönlich weniger Mimik der Tänzerin gewünscht hätte.

Opernscouts 2017Katrin Gehlen
Modedesignerin

Katrin Gehlen ist als Modedesignerin spezialisiert auf individuelle Maßanfertigungen. Menschen, die wie sie selbst künstlerisch tätig sind, lädt sie in regelmäßigen Abständen gemeinsam mit ihrem Mann zum Kreativtreff „Rheingold“ ein. Dann wird das eigene Haus zu einem inspirierenden Kunstsalon. Mit ihrem besonderen Interesse am Ballett freut sie sich jetzt auf die Auseinandersetzung mit den Aufführungen im Opernhaus. 

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Schläpfer – Menha – Kober: Magisches Dreigestirn!

b.36 Ballett am Rhein Düsseldorf DuisburgSCHWANENSEE ch.: Martin Schläpfer
„b.36 – Schwanensee“ Marcos Menha, Marúcia do Amaral FOTO: Gert Weigelt

In meinen zwei Jahren als Opern-Scout wurde ich ein absoluter Fan des Choreographen Martin Schläpfer und habe „Schwanensee“ als Handlungsballett voller Vorfreude erwartet. Und ja, es war wieder typisch Schläpfer, mit dieser dunklen, metallischen Aura, die ohne weiße Ballettröckchen und opulente Kulissen auskommt.
Der als Siegfried ausgewählte Tänzer Marcos Menha ist schon lange mein Favorit der ohnehin großartigen Düsseldorfer Compagnie. Ein vollkommener Ballett-Schauspieler, der seine Körperspannung immer hält, aber nie angestrengt wirkt und in Marlúcia do Amaral als Odette an diesem Abend eine kongeniale und bezaubernde Partnerin hat. Auch die Musik war wunderbar und besonders in ihren dramatischen Teilen ungemein packend. Düsseldorf darf sich glücklich schätzen, den äußerst bescheiden wirkenden Axel Kober als Chefdirigenten der Düsys aufbieten zu können.
Mein Fazit: Spannend erzählt. Virtuos getanzt. Meisterhaft dirigiert und gespielt. Absolute Besuchsempfehlung!

Opernscouts 2017

Georg Hess
Notarfachreferent

Als „aufgeschlossenen Opernneuling“ beschreibt sich Georg Hess, der in Düsseldorf lebt und hier als Notarfachreferent arbeitet. Als Opern- und Ballettscout möchte der tiefer in die Materie einsteigen, sich von den Stücken fangen lassen und seine Eindrücke anschließend an die  Freunde, Kollegen, Klienten und die Leser unseres Blogs weitergeben. Die Premiere von b.26 war der erste Ballettabend, den er live auf einer Bühne erlebte und ihm deutlich gezeigt hat, welch unterschiedliche Stimmungslagen Ballett erzeugen kann.

 

Ein echter „Schwanensee“ – ein echter Schläpfer – bravo

b.36 Ballett am Rhein Düsseldorf DuisburgSCHWANENSEE ch.: Martin Schläpfer
„b.36 – Schwanensee“ Camille Andriot (Odile) FOTO: Gert Weigelt

Jenny Ritter über die Ballettpremiere „b.36 – Schwanensee“

Glückwünsch Herr Schläpfer – so muss der Schwanensee sein: klar strukturiert und doch voller Poesie. Axel Kober, der mit seinem „Zauberstab“ den Düsys die schönsten Töne entlockte, hat  uns alle verzaubert. Die sehnsuchtsvolle Musik von Tschaikowsky – sehr bewegend und schön. Ein Genuss. Die Kostüme haben mir gut gefallen, schlicht und zeitlos  – die Schwäne gaben ein schönes Bild ab und auch in den Bewegungen konnte man sie als Schwäne  erkennen, hinreißende Bilder. Alle Tänzer waren wie immer hervorragend und jeder in seiner Rolle gut besetzt. Das Bühnenbild im ersten Akt war schlicht und unterstrich die Situation: schwarze Bilderrahmen ohne Bilder – ohne Zukunft?  Das schlichte Bühnenbild hat die Inszenierung in ihrer Klarheit unterstrichen. Die eingebauten Musikpausen im zweiten Akt – es wurde nur getanzt ohne Musik – erhöhten die Spannung noch. Erlösend, wenn die Musik dann wieder einsetzte. Siegfried  (Marcos Menha) und Odette (Marlúcia do Amaral) gaben ein harmonisches Paar ab. Bewegend war vor allem der Abgang: Siegfried trägt den toten Schwan, der wirklich wie tot in seinen Armen hing, von der Bühne! Eine sehr bewegende berührende Inszenierung ohne Kitsch  – Danke.

Opernscouts 2017Jenny Ritter
Tai-Chi-Lehrerin

Jenny Ritter ist Lehrerin für verschiedene Entspannungstechniken und die chinesische Kampfkunst „Tai-Chi Chuan“. In ihrer Arbeit ist ihr der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Bewegung besonders wichtig. Schon durch ihren ersten Lehrmeister, der ihr eine sehr tänzerische Art des Tai-Chi vermittelte, entwickelte sich auch ihre Begeisterung für das Ballett. Seitdem  sie in der Spielzeit 2016/17 „Das Rheingold“ gesehen hat, ist Jenny Ritter nun auch ein Fan von Wagners „Ring“ und ist gespannt, wie es weitergeht.