Tschaikowsky meets Hugh Hefner

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Myriam Kasten über die Premiere von „Pique Dame“

Wenn ich Tschaikowsky höre, denke ich an „Schwanensee“, „Dornröschen“ oder den „Nussknacker“. Von der Oper „Pique Dame“ hatte ich noch nie etwas gehört und bin dementsprechend ohne Erwartungen aber voller Vorfreude ins Theater gegangen. Die Musik von Tschaikowsky hat mir schon als Kind immer sehr gefallen. Der Vorhang öffnet sich, die Bühne ist rappelvoll und bunt. Es sind so viele kleine Szenen in der Szene, dass ich die ersten Minuten komplett vergesse, dass es ja Text gibt, den man mitlesen sollte. Der Gesang ist in den ersten Minuten etwas dünn, steigert sich aber nach kurzer Zeit und ist über den Rest des Abends sehr stark. Die Reizüberflutung der ersten Szene geht jedoch immer wieder weiter und zur Pause bin ich schwer überfordert und denke nur: was für ein harter Tobak. Im letzten Akt treffen dann noch Playboy-Bunnys auf „The Walking Dead“ und ich bin vollends verwirrt. Die Musik, die ich eigentlich ja sehr mag, ist total in den Hintergrund gerückt. Zum Teil habe ich sie gar nicht wahrgenommen. Auch wenige Tage nach der Vorstellung kann ich nicht genau, sagen ob sie mir nun gefallen hat oder nicht.

 

Duisburg, Opernscouts
© Norbert Prümen

Myriam Kasten
Projektmanagerin Tourismus bei Duisburg Kontor GmbH

Die gelernte Fotografin hat die Liebe zu ihrer Heimatstadt zum Beruf gemacht: Als Projektmanagerin im Bereich Tourismus gibt sie ihre eigene Begeisterung für die Stadt an Besuchergruppen weiter. Für sie ist das Theater Duisburg einer der großen Anziehungspunkte der Stadt. Als großer Ballettfan hat sie Martin Schläpfers „Schwanensee“ in der Spielzeit 2018/19 positiv überrascht und die „Götterdämmerung“ in der Mercatorhalle vollkommen begeistert.

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Bewegend, klug und zeitgemäß inszenierte Oper

Isabel Fedrizzi über die Premiere von „Pique Dame“

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Tschaikowskys Oper „Pique Dame“ erlebte ihre Uraufführung im  Dezember 1890 in St. Petersburg. Die Geschichte beruht auf der gleichnamigen Novelle von Alexander Puschkin, in der schonungslose Charakterstudien und Gesellschaftskritik vor dem Hintergrund einer Welt aufeinandertreffen, in der sich Traum, Mystik und Realität miteinander vermischen. In Duisburg feierte jetzt die von Lydia Steier bewegend, klug und zeitgemäß inszenierte Oper ihre Premiere. Was die drei Stunden auf der Bühne  vordergründig schon so beeindruckend macht, ist die üppige Ausstattung: mehrere aufwendige Bühnenbilder (mit Pool, schwenkbarer Brücke, Bühne etc.), geradezu verschwenderische Kostüme von Rokoko-Pracht bis zum Petticoatstil der 50er Jahre, ein großes Ensemble auf der Bühne (Sänger, Opernchöre und Kinderchor) und eine ganze Sammlung von Requisiten.

All diese Staffage ist nur Blendwerk und Zeugnis von Oberflächlichkeit und menschlicher Leere, denn in ihr spielt sich die eigentliche Tragödie ab: um unechte Liebe, krankhafte Spielleidenschaft, Gier und Neid sowie Lug und Trug. Ein Stoff, zu dem Peter Tschaikowsky erst durch die Libretto-Fassung seines Bruders Modest einen Zugang fand. Tatsächlich ist auch hier und heute der Zugang zu dieser etwas verworrenen Oper ein wenig mühevoll – aber am Ende sehr lohnend. Manch ein dramaturgischer Fingerzeig oder inszeniertes Gedankenkonstrukt mag sich beim einmaligen Sehen nicht gleich erschließen, aber immer ist Tschaikowskys Musik der akustische Helfer, um die verschiedenen zeitlichen und inhaltlichen Ebenen des Stoffes eben nicht restlos verstehen zu wollen, sondern in ihrer Abfolge auf sich wirken zu lassen. Meist zeichnet sie innere Seelenzustände nach, Hermanns Gier und Falschheit, Lisas Ängste, Polinas Hohn und Spott usw; ein wenig fühlt man sich wie ein Zeuge einer opulenten Soap…

Sergej Khomov  gab einen meisterlichen Hermann ab: mit psychologischem Tiefgang, innerlich zerrissen und stimmlich ausbalanciert. Natalya Muradymova verkörperte wunderbar eine wenig selbstbewusste, beeinflussbare und später gebrochene Lisa – mit glanzvoller Stimme. Die Gräfin umwehte so gar nichts Geheimnisvolles, verschroben vielleicht und etwas weltfremd, aber auch hier eine stimmliche Bestbesetzung.

Die Duisburger Philharmoniker machen die Hälfte dieses ganzen Panoramas aus: Heiterkeit in den Chören, manchmal ein sanfter Mozart-Ton, eine ausgewogene Tempowahl und fein phrasierte Linien. Kein ganz leichter Einstieg in die Welt der Oper, aber unbedingt wert, sie anzusehen!

Duisburg, Opernscouts
© Norbert Prümen

Isabel Fedrizzi
Musikjournalistin

Die studierte Musik- und Kommunikationswissenschaftlerin arbeitet „auf kleiner Flamme“ als Musikjournalistin, u. a. für den Düsseldorfer Verlag „Staccato“. Im Hauptberuf ist sie Mutter zweier schulpflichtiger Töchter, in ihrer Freizeit begeistert sie sich für das Kulturangebot der Deutschen Oper am Rhein. Nach den Premieren schätzt sie die Gespräche mit den anderen Scouts, die den eigenen Blickwinkel erweitern.

Eine Oper in drei Akten und sieben (Wimmel-)Bildern

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Moritz Besel über die Premiere von „Pique Dame“

Wo guckt man zuerst hin, auf die Bühne, die Übertitel oder hört man doch einfach der Musik zu – das fragt man sich zu Beginn der Oper „Pique Dame“ von Tschaikowsky in der Inszenierung von Lydia Steier. Wimmelbildartig passiert so viel auf der Bühne, dass man das Stück wahrscheinlich mehrfach sehen kann und immer etwas Neues entdeckt.
Wir sind im Hollywood der 50er Jahre, der „guten alten Zeit“, in der man alles kann und nichts muss. Wo das Gesehenwerden zur Hauptmaxime erklärt wurde. Schon Tschaikowsky setzte die Oper seiner Zeit zurück an einen Fantasieort mit Rokoko-Elementen.
Besonders interessant war der Bruch des Bühnenbildes nach der Pause. War man das Opulente schon gewohnt und in Erwartung, fand man nun eine dunkle zweigeteilte Bühne mit einer in Nebel getauchten Hebebrücke vor. Vorne haderte Hermann, während im Hintergrund das Jenseits und seine nicht enden wollenden Erinnerungen prozessierten, um im Anschluss durch die Brücke verbunden zu werden. So wird dem Geist der Gräfin ermöglicht, ihm doch das Geheimnis der Karten zu verraten, und Hermanns Wahnvorstellungen gewinnen die Überhand.

 

 

Duisburg, Opernscouts
© Norbert Prümen

Moritz Besel
Inhaber ,,Der Farbklecks – Einrahmungen, Künstlerbedarf, Geschenke‘‘

Seit nunmehr zwölf Jahren arbeitet Moritz Besel im „Farbklecks“, der Duisburger Adresse für Künstlerbedarf und Einrahmungen. Nebenbei studierte er Medien- und Kommunikations­management. Seit 1. Januar 2018 ist er dessen Inhaber. Berührung mit dem Theater hatte Moritz Besel schon früh durch seinen Onkel Rainer Besel, Gründer des Duisburger Theaters „kreuz & quer“.

Sein erstes Jahr als Opernscout hat sein Interesse an der weiter Oper verstärkt, insbesondere Verdis „Otello“ begeisterte ihn.

Auf der Fahrt des Lebens in den Tod

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Christiane Hain über die Premiere von „Pique Dame“

Eines des letzten Werke von Tschaikowsky und die in Deutschland sehr wenig bekannte Oper beeindruckt mit einer abgestimmten Verbindung zwischen einem Musikerlebnis, einem Drama über Leidenschaft, Liebe, Gier, Verzweiflung, Zerrissenheit, Außenseitertum und Tod sowie opulenten Bühnenbildern.
Von den beeindruckenden Darstellern bleiben mir persönlich die beiden Hauptdarsteller von Lisa und Hermann in Erinnerung. Sie überzeugen beide in der Darstellung der Außenseiterposition. Alleine wirken sie sehr schwach und unscheinbar. Dies wird auch durch die Kostüme – Lisa trägt ein sehr unvorteilhaftes Kleid und Herrmann einen braunen Cord-Anzug – betont. Je näher sich die beiden Personen kennen und lieben lernen, desto stärker werden sie zusammen in ihrer Persönlichkeit, an Kraft und auch in der Ausstrahlung.
Die Regisseurin Lydia Steier holt die Handlung, die ursprünglich in der Zeit Katharina der Großen spielt, in die Gegenwart und platziert diese in die 50er Jahre von Hollywood. Auf der Fahrt des Lebens in den Tod erlebt der Zuschauer eine opulente, ausgelassene Poolparty, einen Maskenball mit Rokoko-Aufführung und zum Schluss eine einfach ausgestattete Bühne mit einem Bett und einer Brücke zum Tod.
Tschaikowskys Musik untermalt diese Entwicklung sehr gelungen und facettenreich, hervorragend gespielt von dem Orchester und gesungen von den Solisten und dem Chor der Deutschen Oper am Rhein.
Die Adaption in die heutige Zeit gelingt meiner Meinung nach sehr gut und als Zuschauer ist man von der 1. Sekunde an gefangen von dem sich abzeichnenden Drama.
FAZIT: Absolut empfehlenswert! Unbedingt anschauen und sich faszinieren lassen.

Duisburg, Opernscouts
© Norbert Prümen

Christiane Hain
Application Managerin

Christiane Hain arbeitet im IT-Bereich einer Bank in Düsseldorf. Sie ist in der Neckarstraße Duisburg aufgewachsen – in Sichtweise des Theaters, das ein fester Bestandteil im Familienleben war: Die Großmutter, die Eltern, die Schwester und sie selbst – alle waren regelmäßige Theaterbesucher. Ihre Tätigkeit als Opernscout führt dazu, dass sie wieder bewusster ins Theater geht und die Aufführungen als einen wichtigen Ausgleich zum Berufsleben betrachtet.

 

Der ganz normale Wahnsinn

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Benedikt Stahl über die Premiere von „Pique Dame“

Für diesen kurzen Beitrag überlasse ich die Zusammenfassung der Handlung den Opernführern.
Nur soviel: es geht um Leben und Tod, Verzweiflung, Liebe, Eifersucht, Gier, Glück, Betrug, Enttäuschung, Lust und Leidenschaft. Der ganz normale Wahnsinn also.

Tschaikowski malt für diesen Rausch die facettenreichsten Bilder. Durchdringend, gewaltig, tiefgehend, schön. Alle Sänger und Musiker geben ihr bestes. Wunderbar! Für mich, als Hobbykoch, bleibt da kein Wunsch übrig.
Die Bühne ist fantastisch! Das ist kein Bühnenbild, das ist Bühnenraum! Bärbl Hohmann bespielt mit ihren Ideen die ganze Klaviatur der Raumkunst. Von opulenter Überfülle bis zum beinahe Nichts gelingt ihr ein großer Wurf! Dazu das Licht, gestaltet von Stefan Bolliger, der schon die Maria Stuarda so grandios in Szene gesetzt hat, einfach genial! Die beiden muss man sich merken!
Von den durchgängig sehr guten Darstellern bleiben mir persönlich zwei Personen in besonderer Erinnerung. Hermann, die zentrale Figur im Stück, stark gespielt und gesungen von Sergey Polyakov. Irgendwie eine Art ungepflegter „Nerd“, ein Außenseiter, der sowohl in seiner äußeren Erscheinung wie auch in seinem ganzen Habitus eine Sonderrolle einnimmt. Der Getriebene ist in seiner besinnungslosen Verliebtheit in die etwas dümmlich scheinende Lisa vollkommen außer sich. Zutiefst erschrocken über die unzähmbare Kraft seiner Liebesgier, rast er unaufhaltsam dem Abgrund entgegen. Man ahnt, dass es die Verzweiflung des Komponisten selbst sein muss, die dieser Figur ihre außerordentliche Kraft gibt.
Dann die Gräfin, die Gralshüterin. Vom ersten Moment an wird klar, dass nur sie das große Geheimnis kennt, dass nur sie wirklich etwas versteht von Liebe, Freiheit und Leidenschaft. Hanna Schwarz zeigt mit ihrer wunderbaren Stimme und jeder noch so kleinen Geste die Tiefgründigkeit dieser Figur. Kein Wunder, dass die eigentliche Liebe – nicht das Verliebtsein – zwischen diesen beiden spielt.

Unvergesslich! Riesenapplaus! Reingehen!

Stahl_Benedikt_Foto2_Andreas_EndermannBenedikt Stahl
Architekt und Professor an der Alanus Hochschule

Als selbständiger Architekt und Partner im Düsseldorfer Atelier Fritschi & Stahl hat Benedikt Stahl eine große Nähe zur Kunst: Was macht Stadtraum, was macht die Choreographie, die Dramatik der Räume aus? Zur Oper ist es da nicht weit: Wie Bild, Musik und Darstellung hier zusammen wirken, fasziniert ihn. Als interdisziplinär denkender Grenzgänger ist er auch an der Alanus Hochschule Bonn-Alfter tätig: Was  Architektur mit Schauspiel, Wirtschaft mit Kunst zu hat – diese Fragestellungen interessieren ihn auch in der Lehre. Nicht nur die Oberfläche, sondern die spannenden Zusammenhänge will er nun als Scout für Oper und Ballett entdecken.

Die Oppulenz des großen Gatsbys

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Sandra Christmann über die Premiere von „Pique Dame“

Bämm, schon das Opening der 50er Jahre Kostüme geht so extrem in Vorkasse, dass  nichts folgen könnte, was diese Impression schwächt. Aber sie kann gesteigert werden und das wird sie. Ich muss das hier jetzt mal sagen: Was für sensationelle, perfektionistische Kreationen und Choreografie der Kostüme.

Oppulent, dekadent, commedia dell’arte at it’s best – ein großes Kompliment an Ursula Kudrna! Genrewechsel, epochengetreu und so großartig interpretiert.
Es ist nicht zu toppen. Jedes Detail, inklusive Maske, jedes Accessoire – ist perfekt und macht Spaß – ein Augenfest! Jeder Kostümwechsel und dessen Inszenierung erinnert an die Oppulenz des großen Gatsbys.

Und dann das Bühnenbild. Spontan erinnert es an den nordischen Pavillon in den Guardini auf der Biennale in Venedig und an die Jeff Walls „Morning Cleaning“ des Mies van der Rohe Baus – und so sieht es aus – wie ein Mies van der Rohe Entwurf. Großartig. Mit dem Pool in der Mitte. Chapeau Bärbl Homann.
Kostüme und Bühnebild sind für mich eine Eins mit Sternchen.

Dass ich eher der visuelle Typ bin, zeigt sich darin, dass ich Stunden über Kostüme und Bühne schreiben könnte und in diesem Fall die Inszenierung, die mir durchaus gefallen hat, nicht in dieser Ausführlichkeit beachten kann.

Pique Dame von Tschaikowsky – sehr umfangreich. Keine Längen, eine wunderbare, schöne Komposition.
Eine tolle Besetzung, aber herausragend für mich: „Die Gräfin“, Hanna Schwarz. Eine besondere Stimme, die nicht schmettert, sondern unaufdringlich Präsenz schafft mit einer unvergleichlichen Stimmfarbe. Als Laie kann ich es mehr nicht interpretieren, aber sie macht Freude.
Wirklich gewachsen im Rahmen der Inszenierung ist Lisa, anfangs noch unscheinbar und auch recht unattraktiv in ihrer gesamten Präsenz, wird sie zunehmend einnehmender, gewinnender und reißt dann die gesamte Aufmerksamkeit an sich.
Fast wie eine Metarmorphose entwickelt sich die junge Frau in die Grande Dame.
Beeindruckend.

Mein Fazit: Pique Dame: Absolut „Sehens“-wert!!

Christmann_Sandra_Foto2_Andreas_EndermannSandra Christmann
 Head of Strategic Alliances

Sandra Christmann liebt Düsseldorf, ihre Wahlheimat, und die Kunst. Sie engagiert sie sich bei ArtFair Internantional GmbH. Strategische Allianzen sind ihr Kernthema. Für die Kunst pflegt sie zahlreiche Kontakte, um mit Partnern aus Wirtschaft, Industrie, Handel und Medien innovative Formate und Kooperationskonzepte zu entwickeln. Neben dieser Arbeit hat sie ein Hilfsprojekt in Kenia ins Leben gerufen. Ihr Netzwerktalent, die Liebe zur Kunst und zum Schreiben nutzt sie jetzt auch als Opernscout.

Wahnsinnsoper in Düsseldorf

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Katrin Gehlen über die Premiere von „Pique Dame“

Es beginnt an einem strahlenden Frühlingstag im Freien, in Anlehnung an die Poolszene aus Billy Wilders Sunset Boulevard.
Wir lernen Hermann kennen, einen der Protagonisten in Pique Dame. Er hat sich in Lisa verliebt, Enkelin der Königin der besseren Gesellschaft und Verlobte des mächtigen Jeletzkis. Es beginnt eine unerreichbar scheinende, zum scheitern verurteilte Liebesgeschichte, die anfänglich überraschender Weise möglich zu sein scheint. Alles spricht für ein Happy End.
Bis Hermann Wissen über die Großmutter erlangt, wieso diese von allen „Pique Dame“ genannt wird und sich in seinem Kopf die Idee fest setzt, das Geheimnis des ewig gewinnenden Kartenspiels zu erfahren. Auf ein Mal scheint die Gier nach Geld Überhand zu bekommen. Es setzt eine Art Wahnsinn ein, die der Betrachter von Szene zu Szene beobachten kann. Letztendlich bleibt offen, wem oder was nun Hermanns Liebe wirklich gilt.
Musikalisch ist die Oper für mich fantastisch. Die Anlehnung an das Hollywood der zwanziger Jahre ist gut gelungen, die Übertragung auf das 21. Jahrhundert allerdings setzt mich  streckenweise einer zu großen Reizüberflutung aus. Einige Szenen scheinen mir überspielt und zum Teil sogar übertrieben brutal, auch wenn dadurch wohl nur der zunehmende Wahnsinn Hermanns dargestellt werden möchte.

Tschaikowskys „Pique Dame“ ist sicherlich eine sehenswerte Oper hier bei uns in Düsseldorf und ich kann jedem nur empfehlen, sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen.

Gehlen_Katrin_Foto_Andreas_EndermannKatrin Gehlen
Modedesignerin

Katrin Gehlen ist als Modedesignerin spezialisiert auf individuelle Maßanfertigungen. Menschen, die wie sie selbst künstlerisch tätig sind, lädt sie in regelmäßigen Abständen gemeinsam mit ihrem Mann zum Kreativtreff „Rheingold“ ein. Dann wird das eigene Haus zu einem inspirierenden Kunstsalon. Mit ihrem besonderen Interesse am Ballett freut sie sich jetzt auf die Auseinandersetzung mit den Aufführungen im Opernhaus.