Marion Hörsken über „Turandot“

Turandot – Zwischen Traum und Realität

Das Drama um die kaltherzige chinesische Prinzessin, die ihre Verehrer gnadenlos köpfen lässt, wenn sie das ihnen auferlegte Rätsel nicht lösen, hat mich sehr angesprochen.
Am beeindruckendsten fand ich den koreanischen Tenor Yonghoon Lee als Prinz Kalaf, wunderbar und voller Seele gestaltete Anke Krabbe die Sopran-Partie der Liù. Der Chor der Deutschen Oper am Rhein singt nicht nur atemberaubend schön, auch in Massen-Choreografien hat er eine große Präsenz. Beeindruckend.
Nicht unerwähnt bleiben dürfen die Prunkkostüme und das teilweise scherenschnittartige Bühnenbild – all das hat mich sehr begeistert. Ich würde mir sehr gerne die Kostüme und Hutkreationen von Nahem anschauen, denn da hat der Bühnenbildner zusammen mit den Schneidern großartige Arbeit geleistet. Auch die Farben der prächtigen Kostüme von Turandot selber waren toll!
Immer wieder präsent war eine junge Frau im weißen Kleid, die – so fand ich später heraus – einen Traum hat. Um diesen Wechsel zwischen Traum und Realität zu ermöglichen, setzte der Regisseur Stilmittel ein, die Bezüge zur Gegenwart herstellen: Regenschirme erinnern an die „Umbrella Revolution“ 2014 in Hongkong. Das regte in der Tat zum Nachdenken an, über das, was derzeit in der Welt passiert – nicht nur in China.
Spannend fand ich auch, dass die Inszenierung in Taiwan aufgeführt werden wird, wenn das neue Kulturzentrum der Hafenmetropole Kaohsiung im Süden des Landes eröffnet wird. Ein gigantisches Gebilde aus Oper, Theater, Konzerthaus und Kongresshalle für 6000 Menschen!

Weitere Informationen über „Turandot“

Marion Hörsken
IHK Düsseldorf
Als Geschäftsführerin der Abteilung Industrie, Innovation und Umwelt bei der IHK Düsseldorf will Marion Hörsken dazu beitragen, dass Düsseldorf und die Region ein attraktiver Wirtschafts- und Industriestandort bleibt. Mit der „Langen Nacht der Industrie“ brachte sie – damals als Geschäftsführerin der Gesellschafts­initiative Zukunft durch Industrie e. V. – ein Leuchtturmprojekt in Sachen Industrieakzeptanz auf den Weg. Jetzt wird die Industrie- auch zur Kultur-Botschafterin und startet mit großem Ballett-Interesse und Neugier auf die Oper in unser Projekt.

Georg Hess über „Turandot“

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Hoffnung – Blut – Turandot = Kalaf

Am Samstagabend stand Puccini’s Oper „Turandot“ in einer Inszenierung von Huan-Hsiung Li auf dem Spielplan der Deutschen Oper am Rhein.
Die hartherzige Prinzessin Turandot, eine Märchengestalt aus 1001 Tag, einer persischen Märchensammlung aus dem 17. Jahrhundert, gibt den Bewerbern um ihre Hand drei Rätsel auf und lässt diese töten, falls sie die richtigen Antworten nicht kennen. Schließlich verliebt sich Turandot aber doch noch in einen der Verehrer, den Prinzen Kalaf, der auch alle Rätsel zu lösen weiß und ihr schließlich ebenfalls eine Prüfung aufgibt.
Begeistert bin ich vom Bühnenbild, welches aus einer Silhouette (ähnlich einem Scherenschnitt) einer im alten asiatischen Stil errichteten Stadt mit vordergründiger Stadtmauer mit mittigem Tor besteht, vor der sich wiederum ein breiter geschwungener Mittelgang befindet. Prima wie es gelungen ist, auf der begrenzten Fläche Tiefe und Weite darzustellen. Die intensiv farbigen, aber nie bunten Ausleuchtungen geben den Szenen zudem die erforderliche Atmosphäre. Eine Augenweide sind die prächtigen, historischen Kostüme und Masken der zahlreichen Darsteller.
Der das Volk darstellende Opernchor ist häufig auf der Bühne vertreten und verleiht den Szenen nicht nur musikalisch sondern auch durch sein optisches Volumen Intensität.
Die Düsseldorfer Symphoniker, unter der Leitung von Wen-Pin Chien, schaffen den wohltuenden Balanceakt, nie mit ihrer Musik die Spielhandlung oder die Sänger in den Hintergrund zu verdrängen, aber dennoch stets präsent zu sein.
Spielerisch und musikalisch liegen die Hauptrollen bei der Prinzessin Turandot (Linda Watson), dem Prinzen Kalaf (Yonghoon Lee) und der in Kalaf verliebten Sklavin Liù (Anke Krabbe). Das Spiel des smarten jungen Prinzen und auch der hübschen Sklavin, welche für Kalaf den Tod wählt statt ihn zu verraten, ist sehr überzeugend. Überwältigend und für mich der den gesamten Abend überstrahlende Höhepunkt ist die gesangliche Darbietung des koreanischen Tenors Yonghoon Lee – besonders brilliant ist seine Wiedergabe der berühmten Arie „Nessun dorma“.
Zu Beginn der jeweiligen Akte versucht der Regisseur durch Filmeinspielungen aktuelle politische Bezüge zu setzen. Diese Verknüpfung hat mich nicht überzeugen können. Die Phantasie um zwischen der jahrhundertealten Märchenhandlung und den „Regenschirm-Protesten“ von 2014 in Hongkong einen Bogen zu schlagen, findet sich bei mir nicht. Auch die verschiedenen schmalen Projektionsflächen, die sich während des Stücks immer wieder vom Schürboden auf die Bühne herabsenken, auf denen dann fließende Tintebilder ohne erkennbaren Handlungsbezug dargestellt werden, wirken auf mich eher überflüssig und störend.
Dennoch – dieser Opernabend hat mich sehr gut unterhalten und meinen kulturellen Horizont ein gutes Stück erweitert. Der Stärke und der Dauer des Beifalls nach zu urteilen, war es auch nach Ansicht des übrigen Publikums ein gelungener Premierenabend.

Weitere Informationen zu „Turandot“

Georg Hess
Notarfachreferent
Als „aufgeschlossenen Opernneuling“ beschreibt sich Georg Hess, der in Düsseldorf lebt und hier als Notarfachreferent arbeitet. Als Opern- und Ballettscout möchte der tiefer in die Materie einsteigen, sich von den Stücken fangen lassen und seine Eindrücke anschließend an Freunde, Kollegen und die Leser unseres Blogs weitergeben. Die Premiere von b.26 war der erste Ballettabend, den er live auf einer Bühne erlebte und ihm deutlich gezeigt hat, welch unterschiedliche Stimmungslagen Ballett erzeugen kann.

Rouven Kasten über „Turandot“

TURANDOT_06_FOTO_Hans_Joerg_MichelTurandot auf Speed

Es war mal wieder soweit, im Rahmen meiner Tätigkeit als Opernscout für die aktuelle Spielzeit der Deutschen Oper am Rhein, konnte ich mir die Premiere des Klassikers Turandot von Giacomo Puccini ansehen. Die Oper die seit Jahren von Ihrer Arie „Nessun Dorma“ durch die Kulturszene getragen wird. Ich war sehr gespannt! Die Premiere der Puccini-Oper im Theater der Stadt Duisburg stieß auf Zustimmung, aber auch auf Kritik.

Turandot die Geschichte einer chinesischen Prinzessin, die komische Fragen stellt um geheiratet zu werden. Wer es nicht schafft „Kopf ab“.

Als chinesische Prinzessin ist sie bekannt, die schöne und unnahbare Turandot, deren Legende vermutlich persischen Ursprungs ist. Drei Rätsel muss derjenige lösen, der, kopflos vom Anblick ihrer Schönheit, sie zur Frau begehrt. Wahrhaft kopflos endet der Wagemutige, wenn ihm die Lösung der Rätsel nicht glückt. Doch die Todesgefahr kann die jungen Freier nicht schrecken. Je grausamer die Prinzessin ihr Spiel mit ihnen treibt, umso stärker erstrahlt sie in einer Aura, die sie vor jeglicher Inbesitznahme durch einen Mann schützen soll. So wollen es alle Turandot-Märchen. Doch die Rätselprinzessin gehört nicht zur Gattung der männerfeindlichen Amazonen und Zauberinnen. Ihr Wesen ist archaischer Natur, rückbezogen auf den gewaltsamen Tod einer Urahnin, den sie im Glauben an die Wiedergeburt rächen will. Der Preis für diese selbst auferlegte Passion ist die Einsamkeit, unter der Turandot, ohne es zuzugeben, am meisten leidet.

Als nach der Aufführung der Vorhang fiel, gab es vom Publikum im ausverkauften Duisburger Stadttheater viel Beifall. Für die Rheinoper war die Premiere der berühmten Puccini-Oper Turandot, die in Kooperation mit dem National Kaohsiung Center for the Arts Weiwuying, Taiwan, produziert wurde, durchaus ein Erfolg. Allerdings hörte man auch vereinzelte Buhs. Die Opernscouts, die auf Einladung der Rheinoper und der Rheinischen Post, ebenfalls bei der Premiere dabei waren, spiegelten die unterschiedlichen Meinungen des Turandot-Premieren-Publikums wider.*

Turandot auf Speed?

Allerdings! Ich hab mich wirklich schwer getan diesmal. Die Szenerie hat mich verwirrt, es gab auf der Bühne obwohl simpel aufgebaut wie ein Scherenschnitt viel zu entdecken. Zuviel wie ich fand. Ein ständiges Gewusel rund um die statisch wie angewurzelt stehenden Hauptdarsteller. Dann plötzlich ein Mädchen im Nachthemd, danach eine Schulklasse mit verbundenen Augen. Dazu ständig moderne und völlig grundlose Videoanimationen. Was soll das, was haben die sich dabei gedacht? Die ganze Zeit war ich mit solchen Gedankengängen beschäftigt. Nach der Pause wusste ich, gleich kommt „die“ Arie. Die Arie die uns so bekannt vorkommt, die Arie welche wie keine andere uns an Oper erinnert. Die Arie die uns allen spätestens seit Paul Potts zum Heulen bringt. Tut Sie das? Ich hoffte. Sie tat es nicht! Wieder überschlug sich eine schlecht gemachte Video Animation farblich über den angestrengten Tenor. Sehr Schade. Na vielleicht hätte ich diesmal zur Vorbesprechung gehen sollen, aber ich will einfach nur ins Theater. Ich muss nicht immer alles verstehen.

Der Rheinischen Post gegenüber sagte ich: Eine solche Begeisterung konnte Rouven Kasten überhaupt nicht teilen. Er fand die Inszenierung überladen. Alles sei „viel zu viel gewesen“ und sei oftmals rätselhaft geblieben. Die Computer-Animationen fand er „einfach schlecht“. Die gesamte Aufführung sei in sich nicht stimmig gewesen. Immer habe er sich gefragt: „Was hat sich das Regieteam dabei nur gedacht?“

Fazit: Das Ensemble der Duisburger Oper hat im punkto musikalischer Leistung alles gegeben, herausragend war aber die Stimme von Brigitta Kele die eine zauberhafte und sicher unterschätzte Liù abgab. Turandot selbst hatte obwohl stimmlich gut besetzt, dennoch mit Ihrer „Erscheinung“ zu kämpfen. Stimme braucht sicher Volumen aber eine chin. Prinzessin war sie optisch nicht. Zoran Todorovich hat einen soliden Kalaf gegeben, der aber in seinem leicht dahingesungenem Nessun Dorma nicht wirklich mitreißen konnte. Geschuldet war das ganze sicher der überladenen Inszenierung des Teams der Kooperation mit dem National Kaohsiung Center for the Arts (Weiwuying), Taiwan. Die z.t. schlechten Grafiken erinnerten mich an eine chin. Ausstellung im NRW Forum. Ich gehe davon aus das ein hiesiger Theaterkünstler solch schulklassenartige Projektionen nicht verwenden würde.

Weitere Informationen zu „Turandot“:
http://www.operamrhein.de/de_DE/repertoire/turandot.1047784

Opernscout Rouven Kasten-1Rouven Kasten
Social Media Experte

Rouven Kasten ist in Duisburg aufgewachsen, mit Raider und Pink Floyd. Er bloggt, twittert, facebookt, schießt Fotos und jagt alles in die Wolke. Die Möglichkeit zur grenzenlosen Interaktion gefällt ihm. Nach einigen Agenturstationen und einer intensiven Zeit der Selbstständigkeit ergänzt er nun das Team der GLS Bank im Bereich digitale Kommunikation. Die Begeisterung für das Musikhören und -machen brachte ihn zur Oper und zum Ballett. Die Erfahrungsberichte als Opernscout schreibt er auch in seinen privaten Blog: http://www.gestalterhuette.de oder auf twitter und facebook, direkt aus dem Theater mit dem Hashtag #opernscout.

Jessica Gerhold über „Turandot“

TURANDOT_02_FOTO_Hans_Joerg_MichelMit riesiger Neugierde ging ich in diese deutsch-taiwanesische Kooperation zu Puccinis letzter, unvollendeter Oper. Wie können uns wohl Künstler mit asiatischem Hintergrund helfen noch tiefer in dieses Märchen hinein zu tauchen? Die ersten Szenen der Oper ließ ich auch noch unkritisch über mich ergehen, war gespannt was mir geboten würde und wartete in den Bann des Stückes gezogen zu werden. Um es vorweg zu nehmen: Dies gelang bis zum Ende des Stückes nicht.

Woran das lag? Ich kann hier nur wenige Aspekte nennen. Insgesamt wollten die Inszenierenden wohl zu viel und setzten eine Häufung an symbolhaften Ideen höchstens mittelmäßig professionell um. Da ist zum einen das Ringen einen aktuellen Bezug zu China herzustellen: Die Regenschirmrevolution 2014 und am Ende eine Mega-Stadtnachtaufnahme (warum explodiert hier am Ende eine Bombe?). Zum anderen die nicht einmal mittelmäßigen Projektionen, die drehende Schwerter, asiatische Ranken und Kalligraphien zeigen, aber die auf jeder Schulaufführung professioneller  präsentiert würden. Hier bin ich von vorherigen Vorstellungen ein sehr viel höheres Niveau gewohnt. Des Weiteren wirkten die Akteure zeitweise ungewohnt statisch in ihrer Präsentation und nutzen den gegebenen Bühnenraum nicht aus, die schauspielerische Leistung wirkte selten authentisch, bzw. in den Bann ziehend. Noch nicht einmal die Arie „Nessun Dorma“ berührte mich emotional. Dabei sind die Stimmen einwandfrei gewesen und alle Künstler haben unglaubliche Kraftakte in dieser Oper gelassen und stimmlich einwandfrei präsentiert. Vielleicht waren die Künstler selber zu unsicher wie diese Inszenierung ankommen würde. Gute Stimmen ohne Relevanz. Jedoch, eine Einschränkung muss ich machen: Liù und der Chor fesselten mich bei jedem Einsatz sofort.

Aber musste man sich schließlich für dieses (für mich) wirklich nicht zum Stück passende Happy End entscheiden? Das konnte der mit Melone bekleidete Puccini auf der Bühne nicht für seine beste Oper im Sinn haben.

Insgesamt wäre hier weniger viel mehr gewesen.

Fazit: Ich freue mich wahnsinnig auf die nächste „Turandot“- Aufführung!

Weitere Informationen zu „Turandot“:
http://www.operamrhein.de/de_DE/repertoire/turandot.1047784

Opernscout Jessica Gerhold-1Jessica Gerhold
Gymnasiallehrerin

Jessica Gerhold ist gebürtige Duisburgerin und arbeitet als Gymnasiallehrerin. Von jeher hat sie sich für das Theater interessiert.  Bei ihrer Berufung zum Opernscout war sie eher skeptisch, ob sich ihre bisher eher distanzierte Haltung zu Oper und Ballett verändern würde. Nach ihrer ersten Spielzeit sind die Zweifel verflogen. Sie ist stolz auf das, was in ihrer Heimatstadt geleistet wird und hofft, dass sich zukünftig viel mehr Menschen von der Leistung der Künstler live faszinieren lassen.

Ralf Kreiten über „Turandot“

TURANDOT_14_FOTO_Hans_Joerg_MichelNessun dorma – ‚Keiner schlafe‘ – ist die Arie des Prinzen Kalaf (sehr gut dargestellt von Zoran Todorovich) zu Beginn des 3. Aktes der Oper Turandot von Giacomo Puccini. Beim begeisterten Premierenpublikum am vergangenen Samstag bedurfte es dieser Ermahnung nicht.

In der Oper, deren Handlung vor 3000 Jahren im chinesischen Reich spielt, löst der fremde Prinz Kalaf das Rätsel der Prinzessin Turandot und gewinnt sie damit als Gemahlin. Er stellt der Prinzessin jedoch in Aussicht, sie von ihrem Heiratsversprechen zu entbinden, wenn sie bis Sonnenaufgang seinen Namen herausfinden würde. Daraufhin befiehlt Turandot, dass niemand in Peking schlafen dürfe, alle sollten nach dem Namen des unbekannten Prinzen fahnden. Die Untertanen werden mit der Todesstrafe bedroht, falls sie den Namen nicht herausfinden sollten.

Boten verkünden: Questa notte nessun dorma in Pechino – ‚Diese Nacht soll niemand schlafen in Peking‘. Daraufhin wiederholt der Chor die Worte Nessun dorma. Auch Kalaf greift diese Worte zu Beginn der Arie auf und zeigt sich standhaft und gewiss, dass die Prinzessin das Geheimnis seines Namens nicht lösen wird.

Die Inszenierung des taiwanesischen Theatermachers und seines Teams ist spannend und durch die Videoinstallationen sehr abwechslungsreich; obwohl ich persönlich, gerade mit den moderneren Einspielungen, nicht so viel anfangen konnte. Aber die Idee, das Geschehen als Traum, besser als Alptraum einer jungen Frau darzustellen, kommt der Handlung zu gute und lässt viele Ungereimtheiten besser verstehen.

Musikalisch hat mich der Abend voll überzeugt. Chor, Extrachor und Kinderchor der DOR  sind stimmgewaltig und machen Gänsehaut; sie können sich aber auch ganz auf das Singen konzentrieren, da die Inszenierung doch eher statisch ist. Ergreifend ist Brigitta Kele in der Rolle der Liù; Linda Watson meistert die stimmlichen Anforderungen der Turandot ebenfalls sehr gut. Das traurige, ja oft grausame Geschehen wird durch die leicht komödiantischen Auftritte der drei Minister Ping –ausgezeichnet Bogdan Baciu -, Pang und Pong für den Zuschauer erträglich.

Die Musik Puccinis, von den Philharmonikern unter Leitung von Axel Kober hervorragend gespielt, ist leicht, eingängig, hat mich berührt und Gänsehaut verursacht. Warum sollten Sie sich das entgehen lassen? Nessun dorma -‚Keiner schlafe‘ -, auch Sie werden diese Ermahnung nicht brauchen; das verspreche ich.#

Weitere Informationen zu „Turandot“:
http://www.operamrhein.de/de_DE/repertoire/turandot.1047784

Opernscout Ralf Kreiten-1Ralf Kreiten
Abteilungsleiter Sparkasse Krefeld

Schon vor 30 Jahren hat Ralf Kreiten über ein Theaterabo seine Liebe für die klassische Musik, besonders für die Oper, entdeckt. Seit 4 Jahren Duisburger, genießt er jetzt das kulturelle Angebot der Stadt, insbesondere die Aufführungen der Deutschen Oper am Rhein. Über seine Tätigkeit als Opernscout bekommt er jetzt auch einen Zugang zum Ballett, oft ist er sogar sehr begeistert. Diese Erfahrung gibt er gerne an andere Duisburger weiter, um vielleicht auch deren Interesse zu wecken Neues zu entdecken.

Birgit Idelberger über „Turandot“

TURANDOT_13_FOTO_Hans_Joerg_MichelPremierenabend in Duisburg am Samstag im Advent. Ausverkauft und prall gefüllt das Foyer in der Erwartung einer Neuinszenierung der Oper Turandot von Giacomo Puccini.

Es ist die Alte, den vielen Märchen der Vorzeit angelehnte Geschichte von der kaltherzigen, schönen Prinzessin. Der seit ihrem Anblick unsterblich verliebte Prinz löst drei Rätsel und gewinnt ihre Liebe letztlich durch einen Kuss, der ihr Herz erweicht.

Die Spannung fiel sichtbar von den Künstlern ab, als der Beifall ertönte.

Wenn man sich auf das Dargebotene einließ, konnte man an diesem Abend nicht nur Musikalisches genießen.

Vollkommen neu und anders als gewohnt ist diese Inszenierung durch den Taiwanesischen Künstler Huan-Hsiung Li, der mit weiteren Taiwanesischen Mitarbeitern ( Video/ Media Design, Bühne, Kostüme, musikalische Leitung ) den Spagat zwischen diesem Märchen und dem Hier und Heute versucht.Er versteht und präsentiert das Werk als Parabel auf das China von heute, verkörpert von Turandot.

Videoinstallationen auf Leinwänden zeigen Bilder der modernen Großstadt, Regen, Farbeffekte. Eine gelungene Idee.

Alle Sänger boten eine gute Leistung, jedoch darf man die Sklavin Liu und die drei Minister Ping, Pang,Pong besonders positiv hervorheben. Lediglich Turandot klang zum Finale etwas zu laut und schrill, es passte aber insgesamt stimmlich zu der Figur der kaltherzigen Prinzessin.

Trotz aller öffentlichen Kritik war der Abend für mich ein Genuss durch die Verbindung verschiedener Stile, die die Aufführung erst interessant machten. Dies mag für manche verstörend gewirkt haben. Der Besuch im Foyer zur Einführung war dieses Mal besonders hilfreich für das spätere Verstehen.

Weitere Informationen zu „Turandot“:
http://www.operamrhein.de/de_DE/repertoire/turandot.1047784

Opernscout Birgit Idelberger-1Birgit Idelberger
Frauenärztin

Birgit Idelberger ist in Duisburg aufgewachsen und seit 10 Jahren als Frauenärztin in Duisburg-Walsum niedergelassen. Sie geht gern ins Kino und besucht Kunstausstellungen, doch Bezug zum Theater hatte sie kaum – zur Oper schon gar nicht. Das ist jetzt anders: Offen und neugierig ließ sie sich auf ihre erste Saison als Opernscout ein. Auch ohne Theatererfahrung empfindet sie die Opern- und Ballettabende als persönliche Bereicherung und positive Erfahrung. Sie hofft, dass viele Menschen durch die Kommentare der Scouts neugierig werden und den Weg ins Theater finden.

Julia Kulig über „Turandot“

TURANDOT_10_FOTO_Hans_Joerg_MichelPuccinis Oper Turandot dreht sich um das gern aufgegriffene Thema Liebe. Kalaf verliebt sich in die chinesische Prinzessin Turandot, die jedem bisherigen Werbenden durch das Stellen von Rätseln (die bei Nichtlösen mit dem Scharfrichter beantwortet werden) abwehren konnte. Turandot tritt hart auf, versucht auch Kalafs Werben zu entgehen. Als er jedoch die von ihr vorgegebenen Rätsel löst, zeigt sie weiterhin den Wunsch alleine zu bleiben, da sie die Aspiranten nicht prüfen sondern in eine tödliche Falle locken will. Kalaf stellt ihr im Gegenzug selbst ein Rätsel, gibt ihr hierdurch die Möglichkeit, der Heirat zu entgehen. Am Ende legt er sein Leben in Turandots Hände, um sie von seiner Liebe zu überzeugen.

Inszeniert ist das Stück von Huan-Hsiung Li – einem aus Taiwan stammenden Regisseur. Er setzt hierbei eine Vielzahl unterschiedlicher Symbolebenen ein: Bühnenbild, Videoprojektionen im Hintergrund, die Kleidung der Schauspieler, die Klänge. Als Zuschauer müssen wir zeitweise entscheiden, auf welche Ebene wir gerade achten wollen.

Besonders genossen habe ich an diesem Abend die Musik, immer wieder schloss ich die Augen, um den Klängen zu lauschen. Die Untermalungen des Orchesters, die eindringlichen Stimmen der Sängerinnen und Sänger und der Chor konnten mich nachwirkend begeistern. Auch die Gänsehaut bei einzelnen Arien werde ich nachhaltig in Erinnerung behalten.

Handlung, Chor, Sänger, Orchester, Bühnenbild, die Art der Inszenierung – vieles davon war für mich an diesem Abend besonders und hat mich diesen Abend sehr genießen lassen.

Weitere Informationen zu „Turandot“:
http://www.operamrhein.de/de_DE/repertoire/turandot.1047784

Opernscout Julia Kulig-2Julia Kulig
Musiktherapeutin

In ihrer Arbeit als Musiktherapeutin setzt sich Julia Kulig mit ihren Patienten therapeutisch und kreativ mit dem Medium Musik auseinander. Daher freut sie sich, seit der Spielzeit 2014/15 als Opernscout Ballett- und Opernstücke besuchen und den Blickwinkel in Richtung anderer musikalischer und tänzerischer Ausdrucksformen erweitern zu können. Sie schätzt den Austausch mit den anderen Scouts sehr und ist gespannt, was sie in der neuen Spielzeit erwartet.