Khatuna Ehlen über „Young Moves“

 

 

 

 

 

 

 

Klingende Bilder

Der Ballettabend inspirierte in seiner Vielfalt körperlichen Ausdrucks und Themen sowie seinem wunderbar musikalischem breiten Spektrum von Klassik über Jazz bis hin moderner Musik.
Jedes Stück ein kleines Meisterwerk!
Mein Favorit war die Choreografie von Chidozie Nzerem „Edge of Reason“. Die Übereinstimmung von Tanz und der gewählten Percussion-Musik überzeugte vollends!
Es war ein an nachhaltiger Ballettabend, dessen einzelne Bilder nachklingen.

Weitere Informationen zu „Young Moves“

Khatuna Ehlen
Sozialarbeiterin
Sicher war es ein großer Schritt, mit 20 Jahren die Heimat Georgien zu verlassen, um in Deutschland zu studieren und heute als Sozialarbeiterin in der Familienhilfe der Landeshauptstadt Düsseldorf zu arbeiten. Ein kleiner dagegen, die Einladung zum Projekt „erlebte Oper…erlebter Tanz…“ anzunehmen und Opernscout zu werden. Nach ihrer ersten Spielzeit als Opernscout ist sie glücklich, weiter als Scout aktiv sein zu dürfen. Bisher sind die Aufführungen des Balletts am Rhein ihr klarer Favorit im Spielplan, so dass sie sich auch in der neuen Spielzeit auf mitreißende Choreographien freut.

Rouven Kasten über „Young Moves“

Rachedi_Fieldwork_01_FOTO_GertWeigeltBereits seit vielen Jahren gehe ich gern ins Ballett, umso mehr freute ich mich junge Nachwuchskünstler auf den Brettern die die Welt bedeutet in Duisburg sehen zu können. Als Opernscout der Oper am Rhein konnte ich mir die Premiere der Young Moves ansehen und war wirklich begeistert! Jeder Künstler hat in seinem Leben sicher einmal das Bedürfnis selbst eine Show oder einen Abend zu gestalten. Die Deutsche Oper am Rhein gibt Ihrem Nachwuchs diesen Raum. Young Moves nennt sich das ganze und besteht aus einem kurzweiligen Abend. Je sechs Künstler hatten die Möglichkeit mit oder ohne Hilfe Ihres großen Mentors Martin Schläpfer sich einmal selbst zu verwirklichen.

Young Moves – Einmal selbst sein

Jeder Teilnehmer der Company konnte sich bewerben und seine eigenen Ideen vorstellen, sechs von Ihnen wurden dann ausgewählt und konnten unter Zuhilfenahme des gesamten Ensembles der Deutschen Oper am Rhein zeigen was in Ihnen steckt. Und so bescheren uns Alban Pinet, Wun Sze Chan, Louisa Rachedi, Boris Randzio, So-Yeon Kim und Michael Foster einen leichtfüßigen Abend bei dem keine Langeweile aufkommt. Man bemerkt kaum das der „große“ Meister nicht selbst Hand angelegt hat und erfreut sich an jedem Stück auf seine eigene Art und Weise. Tanz, Musik, Licht all das scheint die wirklich große Wertschätzung zu erhalten die man sonst nur von Schläpfer selbst erfährt. Der Nachwuchs wird seines Namens nicht nur gerecht, man könnte eigentlich sagen er ist „flügge“ geworden.

FIELDWORK: \ˈFĒLD-ˌWƏRK\ (URAUFFÜHRUNG) Louisa Rachedi

Ich möchte nicht alle Stücke ausführlich beschreiben, dazu sind diese viel zu verschieden. Ich möchte aber eins hervorheben, weil es mich wirklich besonders berührt hat. FIELDWORK von Louisa Rachedi ist für mich der Inbegriff eines modernen Ballett. Der Tanz sehr ausdrucksstark, und jeder einzelne auf der Bühne hat hier die Möglichkeit seine Stärken zu zeigen. Die Kostüme erinnern an eine Mischung aus Endzeit-Roadmovie und Star Trek. Die Beleuchtung karg bis einfühlsam, bringt eine Stimmung auf die Bühne die dem Raum und der Gruppe dennoch viel Platz lässt.

Die Musik mit einem Stück von Cliff Martinez sehr modern gewählt, die sphärischen Klänge erinnern an Nils Frahm oder Klaus Schulze. Da ich ein sehr musikaffiner Mensch bin hat mich das Stück vom ersten Takt an gefesselt. Louisa Rachedi und Ihr Team hat mich buchstäblich geweckt. Nach einem beruflich sehr anstrengenden Tag, tat ich mich sehr schwer die Augen offen zu halten und die gewollte „Langsamkeit“ der ersten beiden Stücke kostete mich viel Kraft. Aber das Stück FIELDWORK hat mich so fasziniert, dass ich von der ersten Sekunde sofort wieder da war. Das muss man erst einmal schaffen, es ist Ihnen mit Bravur gelungen.

Erstaunt hat mich auch bei diesem Stück, dass mir die einzelnen Tänzer oft nicht bewusst auffallen, schon gar nicht wenn diese keine ausgewiesenen Solo Stücke haben. Die Leistung von Eric White war aber obwohl eine Yuko Kato allein durchs gelbe Outfit und IHren Solo Tanz deutlich in der Vordergrund gestellt wurde, wirklich überwältigend. Seine Bühnenpräsens stach wirklich hervor, dennoch eine tolle Leistung des ganzen Teams.

Young Moves – Das Konzept

Young Moves, das bedeutet sechs Mal Ballett, sechs Mal Musik, sechs Mal Ausdruck, sechs Mal Spiel/Tanzfreude. Der Abend war rundum gelungen und ich kann jedem nur dringlichst empfehlen es sich anzuschauen. Die Kürze der einzelnen Stücke haben genau die richtige Länge, um einmal Ballettluft zu schnuppern. Gerade für Interessenten die mal ganz unterschiedliche Ausführungen erleben möchten. Die Stücke sind von klassisch bis modern und zeigen die vielen Facetten heutigen Tanzes.

Young Moves – Das sagt der Opernscout

Der Rheinischen Post gegenüber, die mit der Oper am Rhein kooperiert sagte ich dazu: Ich finde das Konzept des Abends mit den sechs kurzen, kontrastreichen Stücken unheimlich gut. In ihrer Kraft und Energie waren „FIELDWORK“, „ZAHIR“ und „RAPTURE“ für mich die stärksten Stücke des Abends, absolut überragend fand ich Louisa Rachedis „FIELDWORK“, das mich mit seiner Musik, dem Soundtrack zu Steven Soderberghs TV-Serie „The Knick“, sofort elektrisiert hat. Viel mehr als etwa das zweite Stück ganz ohne Musik und „ZAHIR“ mit den sehr bekannten und als Ballettmusik vielleicht etwas abgegriffenen Cello-Suiten von Bach.

Weitere Informationen zu „Young Moves“:
http://www.operamrhein.de/de_DE/repertoire/young-moves.1047789

Opernscout Rouven Kasten-1Rouven Kasten
Social Media Experte

Rouven Kasten ist in Duisburg aufgewachsen, mit Raider und Pink Floyd. Er bloggt, twittert, facebookt, schießt Fotos und jagt alles in die Wolke. Die Möglichkeit zur grenzenlosen Interaktion gefällt ihm. Nach einigen Agenturstationen und einer intensiven Zeit der Selbstständigkeit ergänzt er nun das Team der GLS Bank im Bereich digitale Kommunikation. Die Begeisterung für das Musikhören und -machen brachte ihn zur Oper und zum Ballett. Die Erfahrungsberichte als Opernscout schreibt er auch in seinen privaten Blog: http://www.gestalterhuette.de oder auf twitter und facebook, direkt aus dem Theater mit dem Hashtag #opernscout.

 

Martin Breil über „Young Moves“

Vielfalt im Ballett: Deutsche Oper am Rhein gibt Ensemblemitgliedern eine Chance

Pinet_Odnalro_02_FOTO_GertWeigeltNach der Vorankündigung des Projektes „Young Moves“, in dem Mitglieder des Ballettensembles die Choreographie eigener Produktionen übernehmen durften und ihnen dafür das gesamte `Equipment` der DOR zur Verfügung stand, war meine Erwartungshaltung an diesem Abend besonders hoch.

Junge Choreographen, neue Ideen, junges Publikum…nur zu !

Sechs Produktionen standen auf dem Programm, die, wie ich nach dem letzten Vorhang feststellte, nicht abwechslungsreicher hätten sein können. Dabei möchte ich keinen Beitrag bewerten oder besonders hervorheben. Sie alle hatten ihren eigenen, besonderen Charme und möchte sie der Bewertung des Betrachters überlassen.

Die Auswahl der Musik und die Originalität der Kostüme fiel mir besonders auf. Das Spektrum der entfalteten Emotionen ist groß. So gesehen kann ich den Besuch dieser Veranstaltung nur empfehlen!

Den Mut der einzelnen Ensemblemitglieder, aus der Riege der Company hervor zu treten und sich selbst zu versuchen, finde ich toll und verdient größten Respekt, genauso wie das in sie gesetzte Vertrauen. Das Ergebnis ist beeindruckend und unbedingt sehenswert. Für mich eine Abwechslung und eine Bestätigung dafür, mit welcher Tiefe und Feinstofflichkeit die Produktionen Martin Schläpfers ausgestattet sind.

Weitere Informationen zu „Young Moves“:
http://www.operamrhein.de/de_DE/repertoire/young-moves.1047789

Opernscout Martin Breil-1Martin Breil
Dipl. -Ing. für Hochbau

Martin Breil ist beschäftigt beim Bauaufsichtsamt der Stadt Duisburg. Neben seinem Interesse an den bildenden Künsten, hört er leidenschaftlich gern Jazz und klassische Musik, insbesondere mit den Duisburger Philharmonikern. Das Lauschen zu Opernklängen bedeutet für ihn ein Abheben in eine andere Dimension und das Abschalten von allem Belastenden des Alltags. Auch das Ballett fasziniert ihn: Wo kommen, außer in der freien Natur, Kraft und Ästhetik stärker zum Ausdruck als dort? Als Opernscout ist er dankbar, seine eigenen Eindrücke nach außen tragen zu dürfen, um dort Leser für einen Opern- oder Ballettbesuch zu begeistern.

Kathrin Pilger über „Young Moves“

Absolut empfehlenswert

Foster_Rapture_01_FOTO_GertWeigelt

Das Projekt war ambitioniert und innovativ zugleich: am vergangenen Samstag präsentierten sechs junge Choreografinnen und Choreografen, allesamt Tänzer in der Schläpfer-Compagnie des Balletts am Rhein, zum ersten Mal eigene Choreografen vor einem großen Publikum. Wie schon die Nachwuchsregisseure (Young Directors) vor zwei Wochen, durften auch sie auf das „große“ Ensemble zurückgreifen und professionell besetzen und einstudieren. Diese idealen Rahmenbedingungen brachten ein beachtliches Ergebnis: sechs qualitativ hochwertige und anspruchsvolle Stücke kamen zur Aufführung, alle ganz verschieden, doch jedes für sich ein kleines Kunstwerk. Alle Stücke im Einzelnen zu besprechen, würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Daher soll im Folgenden auf zwei Choreografien näher eingegangen werden: Vom Verhältnis des Individuums zur Masse handelt das Stück „Fieldwork“, auf Deutsch „Feldforschung“ von Louisa Rachedi. Eine Gruppe von Menschen, die zu Beginn offensichtlich harmoniert bzw. deren Bewegungen im Gleichklang verlaufen, gerät zunehmend außer Kontrolle; einzelne Mitglieder, die versuchen sich zu befreien, werden aus der Gruppe zeitweise „verstoßen“, dann scheinbar wieder integriert. Am Ende scheitert jedoch die Gleichförmigkeit der Masse. Dazu passt die Musik aus der amerikanischen Fernsehserie „The Knick“ von Cliff Martinez bestens. Besonders beeindruckend ist auch die Choreografie von Michael Foster mit dem Titel „Rapture“. Unterlegt mit den Beats aus dem gleichnamigen Schlagzeugkonzert von Michael Torke werden die Tänzerinnen und Tänzer nahezu in ihren Bewegungen geschüttelt, was an Videos von Michael Jackson („Beat it“) vom Beginn der 1980er Jahre erinnert. Spektakulär ist dabei der Lichteinsatz auf der Bühne. Die ohnehin fahle Beleuchtung wird zeitweise so grell, dass die Protagonisten wie Scherenschnitte vor einem glühenden Hintergrund wirken. Ein großartiges visuelles Erlebnis!

Der Besuch des neuen Formats „Young Moves“, das leider nur wenige Aufführungstermine hat, ist absolut empfehlenswert, auch für Menschen, die noch nie ein Ballett besucht haben.

Weitere Informationen zu „Young Moves“:
http://www.operamrhein.de/de_DE/repertoire/young-moves.1047789

Opernscout Kathrin Pilger-2Kathrin Pilger
Landesarchiv NRW Duisburg

Kathrin Pilger ist Dezernatsleiterin für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecherin beim Landesarchiv NRW in Duisburg. Sie hat großes Interesse an Kunst und Kultur, Oper und Ballett früher aber nur selten besucht. Seit sie beides als Opernscout begleitet, ist sie begeistert von beiden Genres. Einen Abend im Ballett oder in der Oper empfindet sie als erlebnisreich und spannend und oft ist sie auch emotional von der Musik und der Ästhetik des Tanzes berührt. Dieses Gefühl von Glück möchte sie an andere Menschen weitergeben.

Christoph Grätz über „Young Moves“

Getanzte Vielfalt

Rachedi_Fieldwork_02_FOTO_GertWeigeltEs war die Tänzerin Yuko Kato, die mich gerührt hat mit ihrem Solo bei „Fieldwork“, dem dritten Stück von „Young Moves“. Louisa Rachedi hat in Ihrer Choreographie für mich die größte emotionale Tiefe dieses Ballettabends erreicht. Ihr ist es gelungen die Gefühlswelt von Menschen im digitalen Zeitalter unter dem Einfluss von Gruppendruck und der Sehnsucht nach Individualität auszuleuchten. Die Kostüme erinnerten an Fantasy oder Science Fiction Animationen. Irgendwo zwischen Manga und Mollusken, betonten sie die Schwarmhaftigkeit menschlicher Existenz. Das Thema: Der Einzelne in oder gegen die Gruppe, Identitätssuche, punktgenau inszeniert. Dieses Debut stand an Intensität den Arbeiten von Martin Schläpfer in Nichts nach.

Überhaupt war der Abend, an dem es gleich sechs Uraufführungen und Choreographie-Debuts von Mitgliedern der Compagnie gab, für mich voller Überraschungen.

Die emotionale Tiefe bei „Fieldwork“, tänzerisches Storytelling bei „It is passing by“ von Wun Sze Chan, die mit Videosequenzen einer Straßenbahnfahrt gespickt fast ohne Musik auskam. Eine besondere Herausforderung für das Ensemble.

Die Arbeit „Mindrift“ von Boris Randzio bestach durch das perfekte Zusammenspiel der drei Tänzerinnen, die alleine agierten. Wie schwierig muss es wohl sein, die Musik, bei der der Beat stellenweise kaum zu orten war, in Bewegung umzusetzen. Es gehört Mut dazu, sich schon im Debut an eine so schwierige Musik wie „Signs, Games and Messages“ von György Kurtag heranzuwagen, ein mir unbekanntes zeitgenössisches Solostück für Bratsche.

„Zahir“, die Uraufführung der Choreographie von So-Yeon Kim war inspiriert von Gustav Klimts „Der Kuss“, was sich, für mich schlüssig ergab. Die Cellosuiten von Johann Sebastian Bach sind in Musik umgesetzte Emotion. Der Choreographin ist hier gelungen auf diese Musik eine Geschichte von menschlicher Nähe zu erzählen, die mich anrührte.

Erotik und Komik: vielleicht lässt sich mit diesen Attributen die Eröffnung des sechsteiligen Abends am treffendsten beschreiben. „Odnalro“, so der Titel, steht hier als Umkehrung für „Orlando“, einem Roman von Virginia Woolf. Wie in der Geschichte, geht es auch in diesem Tanzstück um Geschlechterverwirrung. Das ist zwar nicht neu, aber komisch vor allem der Eitelkeit der Protagonisten halber. Alban Pinet hat in seiner Arbeit seine Kolleginnen und Kollegen mit wechselnder Garderobe, bisweilen aufreizend in Szene gesetzt.

„Rapture“ (dt. Entrückung), die letzte Arbeit des Abends, bestach durch rhythmische Präsenz. Unter perfekter Lichtregie von Franz Xaver Schaffer hat hier Michael Foster ein Feuerwerk der Bewegung auf die Bühne gebracht. Die Buntheit der Compagnie erinnerte mich stellenweise an Tanzfilme. Gewollt oder nicht? Für mich war „Rapture“ der perfekte Ausklang dieses Ballettabends.

Das Konzept, dem Nachwuchs eine Chance zu geben, überzeugt mich. Hier haben sechs Newcomer gezeigt, dass sie es drauf haben, allesamt Typen, kreative Individualisten, auf dem besten Weg zum eigenen künstlerischen Ausdruck. Vielfalt, die überzeugt.

Empfehlung: Unbedingt reingehen! Dieser Abend bietet Humorvolles, Tiefgründiges, Anrührendes, Temporeiches, Überraschendes, Experimentelles, Klassisches und pure Schönheit – Kurzweile garantiert.

Weitere Informationen zu „Young Moves“:
http://www.operamrhein.de/de_DE/repertoire/young-moves.1047789

Opernscout Christoph Grätz-1Christoph Grätz
Referent der Stabsstelle Kommunikation bei der Caritas

Wenn es sie nicht schon gäbe, bäte er Gott sie zu erfinden: die Musik. Als Sänger im philharmonischen Chor Duisburg, als ungeduldiger Akkordeonschüler und begeisterter Tangotänzer füllt Christoph Grätz seine Freizeit mit viel Musik (und umso weniger Sport). Bei der Arbeit als Öffentlichkeitsarbeiter für die Caritas darf er zwar auch kreativ werden, aber fast nie musikalisch. Oper und Ballett entdeckt er jetzt nach und nach als Opernscout. Wie schön, dass er etwas davon mitteilen kann.