Eine Oper über die Eindrücke des Lebens

06.11.2019, DU Duisburg , Deutsche Oper am Rhein, Theater der Stadt Duisburg , Generalprobe.
06.11.2019, DU Duisburg , Deutsche Oper am Rhein, Theater der Stadt Duisburg , Generalprobe.

Vinuar Amuka über die Premiere von „La Bohème“

La Bohème, die Oper über die Eindrücke des Lebens in der Großstadt, der unverhofften und stark empfundenen Liebe; über das Leben der Bohemien, jene unbekümmerte und unkonventionelle Künstlernatur des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Jene, die oftmals verarmt, das Leben improvisieren, frei gestalten, abseits der bürgerlichen Normen.
Folgerichtig interessierte mich beim Besuch der Oper, wie das aktuellste aller Themen im Leben, nämlich wie die Liebe in dieser Aufführung inszeniert wird.

Das erste Bild erscheint entgegen dem Erwarteten nicht jene Mansarden Kemenate hoch oben unter dem Dach, die oft beschrieben den Rahmen für die Handlung gibt, sondern ein eintöniger Raum einem Keller oder Krankenhauszimmer ähnelnd, halbrund und kleiner als die Bühne an sich. Genau in diesem Raum werden die persönlichen, subjektiven und augenblicklichen Eindrücke dargeboten, die mich und auch das Publikum sofort zum Teil der Handlung und des Geschehens machte.

Die ersten Handlungssequenzen im „Kellerraum“, die mehr oder minder miteinander verbunden sind, fordern zunächst die höchste Konzentration, um das Geschehen zu verstehen und einzuordnen.
Die Bohemien, deren Schicksal in diesem Raum miteinander verknüpft zu sein scheint und die gar gleich gekleidet sind. Sie erleiden Armut und Not. Scheitern im Alltäglichen (Rodolfo verbrennt sein literarisches Werk, um nicht zu erfrieren). Schaffen es dennoch durch skurrile Zufälle und Finessen das Alltägliche zu überstehen.

Ganz unverhofft lernt Rodolfo genau in diesem Raum Mimì kennen, die sich scheinbar dorthin verirrt hat.
Es ist Liebe auf den ersten Blick, ergreifend und fesselnd.

Die Freunde wollen in einem Café feiern, die Vorweihnachtszeit genießen.
In der Inszenierung zeigt sich das Pariser Stadtleben, oberhalb des Raumes der Bohemien, wie eine Art parallele Realität zum Leben dieser. Die Pariser vergnügen sich mit Einkäufen von Spielzeug, in opulenter, rötlicher ausgestatteter Kleidung, mit aufeinander abgestimmten Bewegungen, während im Raum gegen Hunger und Not getrotzt wird.

Im zweiten Bild der Oper entwickelt sich ein sehr spannungsreicher Contest der Arten der Liebe. Welche Art der Liebe ist standhafter? Die lockere, offene Liebe zwischen Marcello und Musetta? Unstetig, unverbindlich, die Freiheit der Taten ermöglicht (Musetta lässt sich von älteren Liebhabern aushalten).
Oder die tiefe Liebe zwischen Rodolfo und Mimì, die letztendlich von Zwängen und Pflichten belastet wird?

Besonders ergreifend im dritten Bild und im Wesentlichen durch die Musik Puccini’s, die äußerst fließende und weiche Übergänge hat, dadurch vollkommen harmonisch die Trennung der sich liebenden Mimì und Rodolfo begleitet und erlebbar macht. Wer hat sich noch nicht so verzweifelt gefühlt wie Mimì, als sie die Trennung versuchte zu überstehen? Alleine, an einer Wand lehnend?

Mimì und Rodolfo mussten sich zwar trennen, verschoben aber die Trennung bis zum Frühling, um im Winter nicht vereinsamt zu sein.

Im vierten Bild schließlich muss Mimì durch eine lang andauernde Erkrankung sterben. Trotz der Versuche Musetta’s und der Bohemien, das letzte Hab und Gut zu verkaufen, um medizinische Hilfe herbeizuschaffen.

In tiefster Trauer, durch einen expressiven Schrei Rodolfo’s zutiefst erlebbarer Schmerz um den Tod Mimì’s, der nur durch die hervorragende schauspielerische Fähigkeit der darstellenden Künstler ermöglicht wird, endet die Handlung der Oper, nur ahnend, ob all das ein Wahnsinn, eine Erinnerung oder doch eine Momentaufnahme des wahren Lebens ist?

Duisburg, Opernscouts
© Norbert Prümen

Vinuar Amuka
Sozialpädagogische Familienhelferin

Die 37 jährige Irakerin lebt seit ihrer Jugend in Deutschland und arbeitet als sozialpädagogische Familienhelferin. Sie hegt eine starke Begeisterung für Oper und Ballett. Um Inszenierungen besser bewerten und nachvollziehen zu können nimmt sie Gesangs- und Klavierunterricht. Als Scout erhofft sie sich die Oper noch intensiver zu erleben und wahrzunehmen. Sie findet, dass man in der Oper „vielem aus dem realen Leben begegnet, aber ganz anders damit umgeht“.

La Bohème als Kammerspiel

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Isabel Fedrizzi über die Premiere von „La Bohème“

Eigentlich ist diese La Bohème ein Kammerspiel: das Geschehen spielt sich von Anfang bis Ende in einem Raum ab, es sind nur sieben Personen beteiligt und der thematische Schwerpunkt lässt sich (vielleicht etwas reduziert ausgedrückt) mit einem Wort umreißen: die LIEBE. Es sind verschiedene Facetten der Liebe, die in der Duisburger Bohème die Hauptrolle spielen: oberflächliche, einseitige, eifersüchtige, tief empfundene und enttäuschte Liebe… die sechs Hauptpersonen verzaubern durch eine riesengroße stimmliche Intensität kombiniert mit einer großartigen schauspielerischen Leistung. Alles wirkt echt, authentisch und ungekünstelt – dadurch fesseln die Figuren und ihr Schicksal wirkt aufrichtig anrührend. Das ist zu einem großen Teil der Verdienst der Sänger, deren Stimmen so wunderbar passend ausgewählt sind, dass die Besetzung nicht besser sein könnte. Den anderen Teil des Lobs verdient die Inszenierung des jungen  Philipp Westerbarkei: sein Kammerspiel im halbrunden, gekachelten Raum wirkt zu Beginn nüchtern und räumlich wie atmosphärisch begrenzt, so dass man einen Moment lang befremdet ist. Aber schnell und beinahe unmerklich wird die vermeintliche Leere im Lauf der ersten Szenen schon durch so intensives Spielen, packenden Gesang und aufmerksames Wahrnehmen-Wollen aller Details mit reichlich Atmosphäre und Stimmung gefüllt. Die einzige große Veränderung der Bühnensituation, bei der eine Marktszenerie im oberen hinteren Bühnenbereich sichtbar wird, ist dabei überraschend, sehr effektvoll und wirkt wie ein „Bild im Bild“. Diese, wie auch andere dramaturgische Feinheiten erschließen sich nicht immer sofort – das macht aber nichts, sind es doch gerade diese Eindrücke, die noch lange nachwirken und zum nachträglichen Rätseln und Heruminterpretieren einladen…

Die Duisburger Philharmoniker haben sich bei der Premiere mit Ruhm bekleckert: ein wunderbarer Orchesterklang, dicht und homogen und trotzdem bis in die einzelnen Instrumentengruppen hinein durchsichtig und klangschön. Nach einem recht voluminösen Einstieg ist das Orchester in musikalischer Hochform gewesen – Puccinis zeitlose, bewegende und schöne Musik war in besten Händen.

Duisburg, Opernscouts
© Norbert Prümen

Isabel Fedrizzi
Musikjournalistin

Die studierte Musik- und Kommunikationswissenschaftlerin arbeitet „auf kleiner Flamme“ als Musikjournalistin, u. a. für den Düsseldorfer Verlag „Staccato“. Im Hauptberuf ist sie Mutter zweier schulpflichtiger Töchter, in ihrer Freizeit begeistert sie sich für das Kulturangebot der Deutschen Oper am Rhein. Nach den Premieren schätzt sie die Gespräche mit den anderen Scouts, die den eigenen Blickwinkel erweitern.

Ein gelungener Abend mit nachwirkenden Eindrücken

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Dagmar Ohlwein über die Premiere von „La Bohème“

Für mich war diese Puccini Oper eine großartige Aufführung in moderner Form. Der Abend hat mich begeistert zum einen durch die wunderbaren Stimmen der Protagonisten, allen voran Liana Aleksanyan als Mimi und Eduardo Aladrén als Rodolfo. Ihre Stimmen berührten mich tief und klingen noch nach. Zum anderen rundeten Chor und Kinderchor und die Duisburger Philharmoniker einmal mehr die überragende Darstellung hervorragend ab.

Wahrhaft überzeugend wirkte auf mich die schauspielerische Leistung insbesondere der vier Bohemiens, dargestellt von Bogdan Baciu, Luke Stroker, Eduardo Aladrén und Richard Šveda. Die Regiearbeit von Philipp Westerbarkai ist eine Inspiration für „altehrwürdige“ Opern,  diese in eine für unsere Zeit moderne Form zu bringen. Große Operngesten, deren Bedeutung oft gar nicht mehr bekannt ist, fehlen wohltuend. Das Auftreten der Darsteller ist zeitgemäß, so dass die Botschaft des Stückes meiner Meinung nach viel intensiver hervortritt: das Leben der Bohème; diese Kunst, die gekennzeichnet ist durch nicht nachlassende Selbstinszenierung und dem Versuch mit Nichtstun trotzdem ein komfortables, luxuriöses Leben zu führen. Dabei scheitern sie, die Bohemiens, allerdings gnadenlos  an den Notwendigkeiten des alltäglichen Lebens.  Vermeintliche Kreativität, schwache künstlerische Fähigkeiten und Selbstbetrug lassen sie auf ihrer Suche nach dem paradiesischen Leben in einer traurigen, verzweifelten Situation enden. Hervorragend wurde das bei dieser Aufführung herausgearbeitet

Nicht ganz erschlossen hat sich für mich in seiner Bedeutung das Bühnenbild, desweiteren das fast schon unsäglich nervende Hantieren Rodolfos mit seinen Manuskript-Blättern.

Ein Besuch der Oper lohnt sich in meinen Augen in jedem Fall, ein gelungener Abend mit noch nachwirkenden Eindrücken. Ein großes Lob geht an alle Darsteller und Philipp Westerbarkai.

Dagmar_Ohlwein

Dagmar Ohlwein
Rentnerin

Die Physiotherapeutin ist gerade im Ruhestand angekommen und widmet nun einen großen Teil ihrer Zeit der Kultur. Das heißt für sie regelmäßig diverse Kulturangebote warzunehmen. Als Jugendliche hat sie „direkt um die Ecke“ vom Theater Duisburg gelebt und so schon immer viel Kontakt zur Kunst gehabt. Sie ist sehr gespannt auf ihr erstes Jahr als Duisburger Opern- und Ballettscout und freut sich auf die Saison 2019/20.

Rodolfos tote Scheinwelt

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Jürgen Ingenhaag über die Premiere von „La Bohème“

Die Oper „La Bohème“ von Giacomo Puccini zählt zu den am meisten gespielten Opern. Alle Besucher wissen, dass es kein Happy End gibt. Die aktuelle Duisburger Inszenierung steht unter dem Motto „Erinnerung an eine Liebe“ und zeigt den Dichter Rodolfo „gefangen in der zerstörerischen Druckkammer seiner eigenen Psyche“, wie es so schön im Programmheft heißt.

Die Armut, der auf der Bühne dargestellten Künstler in ihrem edlen Zwirn, kaufe ich nicht ab. Überhaupt übertreffen sich alle in ihrer albernen Coolness wie etwa der um sich boxende Musiker Schaunard.
Als der Dichter Rodolfo angeberisch aufopfernd sein Manuskript verbrennt und alles verqualmt, kommt mir die „Erinnerung an eine Sprinkleranlage“. Bei der Weihnachtsmarkt-Szene ist offensichtlich, dass sich Rodolfo in einer toten Scheinwelt befindet. Diese ist mit Chor, Kinderchor und Statisterie sehr aufwändig und steckt voller Details. Großes Lob an Kostüm und Maske.
Musetta erinnert mich nicht nur wegen ihres eleganten französischen Bob-Haarschnitts an „Lulu“, der Femme fatale. Musetta nutzt ihren reichen Liebhaber aus und findet zu Marcello zurück. So selbstbewusst ist die kranke Mimì nicht, auch wenn sie fast genauso aussieht.
In der zweiten Hälfte ist das Bühnenbild noch düsterer und bedrückender. Ganz unten gibt es kein Entkommen mehr aus Rodolfos Gefühlskälte. Vielleicht muss man es so verstehen: Rodolfo ist zu feige, Mimì beim Sterben zu begleiten und trennt sich lieber von ihr. Stattdessen gibt es große Sprüche, und er albert mit seinen Freunden herum. Seine Gedanken spielen verrückt, als Mimì – und somit seine Muse – stirbt…

Klasse Darsteller, sehr gut gespielt und gesungen – und alle aus dem Rheinoper-Ensemble. Puccinis Musik entfaltet ihre Magie, und die Duisburger Philharmoniker spielen wie immer in der ersten Liga.

Duisburg, Opernscouts
© Norbert Prümen

Jürgen Ingenhaag
Fachkraft für Arbeitssicherheit

Als Vorstandsmitglied der Musikalischen Gesellschaft Rheinberg organisiert Jürgen Ingenhaag klassische Konzerte in der Stadt am Niederrhein. Als Opernscout versteht er sich als „Botschafter für das Theater Duisburg“. Daneben spielt er Gitarre in der Rheinberger Band ,,Die Zauberlehrlinge“. Seine Leidenschaft für Rock- und Popmusik hat ihn nicht daran gehindert, ein großer Freund der Oper zu werden.

Dalila!

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Benedikt Stahl über die Premiere von „Samson et Dalila“

Mit nur ganz wenigen Worten würde ich dieses Opernerlebnis so beschreiben: Dalila! Die Musik! Der Chor!

Es soll aber etwas ausführlicher sein und so erinnere ich mich gerne noch einmal an die farbenreichen Bilder, die einnehmenden Klänge und den spannungsreichen Ablauf dramatischer Bühnenereignisse.

Zu Beginn der aus dem Untergrund hochfahrende Chor der Bauarbeitersklaven, die mit ihren Stirnlampen das Publikum blenden. So werden die Köpfe vor mir, werde ich selbst, getragen von raumfüllender Musik in das Stück hineingezogen, wird alles eins.

Dann nimmt das Drama seinen Lauf. Widerstand, Kampf, Verwüstung, Rache, Gier, Liebe, Eifersucht, Verzweiflung, Intrige, Mordlust, Verrat, Größenwahn und der unausweichliche Untergang zum Schluss (der in dieser Inszenierung viel zu harmlos ausfällt): von allem etwas, Oper pur!

Herausragend und vom ersten bis zum letzten Moment auf der Bühne: Ramona Zaharia als Dalila. Sie ist in ihrer Erscheinung, ihrer Gestik und natürlich mit ihrer Stimme dermaßen präsent und verführerisch, dass alles andere, wie zum Beispiel die Bühnenarchitektur oder die Kostüme, die zuweilen etwas überanstrengt wirken, Nebensache wird. Der Höhepunkt ist ihre Arie, „Mon cœur s’ouvre à ta voix“ mit Samson, die wunderbar sinnlich ausgeleuchtet und voller Ausdruck noch lange nachwirkt.

Michael Weinius kommt als Samson eigentlich erst so richtig in Fahrt, nachdem (endlich) von seiner Angebeteten der blöde Zopf abgeschnitten ist und ihm die Augen ausgestochen werden. Ziemlich ekelhafte Szene übrigens, die damit den Oberpriester des Dagon, super gespielt und gesungen von Simon Neal, noch unausstehlicher macht. Gelungene Dramaturgie!

Getragen wird das alles vom fantastischen Chor und dem Orchester, die das grandiose Werk von Camille Saint-Saëns, an diesem Abend unter der Leitung von Marie Jacquot, großartig aufführen.

Ich würde nochmal reingehen. Alleine schon wegen Dalila!

Benedikt_Stahl

Benedikt Stahl
Architekt und Professor an der Alanus Hochschule

Als selbständiger Architekt und Partner im Düsseldorfer Atelier Fritschi & Stahl hat Benedikt Stahl eine große Nähe zur Kunst: Was macht Stadtraum, was macht die Choreographie, die Dramatik der Räume aus? Zur Oper ist es da nicht weit. Wenn in einer Inszenierung alle komponenten gut zusammenkommen dann entsteht „ein großes Kunstwerk“ und in der Deutschen Oper am Rhein ist „immer was für einen dabei“. Besonders gefällt ihm die Vielseitigkeit von Oper und Ballett.

Liebevoll, rasant und voller Details

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Michael Menge über die Premiere von „La Bohème“

Wer nicht weint, ist selber schuld, eine Inszenierung, die Sie in vier Bildern berühren wird.

Der Beginn der Oper ist unerwartet, schnell und voller Lebenslust ganz nach dem Motto: „Weisheit ist nicht erlaubt außer in besonderen Fällen.“ Stürzen sich die vier Freunde in Ihre Träume, Ideale und Auseinandersetzungen.

Die zweite Premiere der laufenden Spielzeit im Theater Duisburg inszeniert von Philipp Westerbarkei, dem Punker der „Deutschen Oper am Rhein“, begeistert durch eine überragende Leistung der Sänger*innen sowie des Orchesters. Ausgelöst durch die spürbare Harmonie zwischen den Sänger*innen, die die sechs Künstler*innen zu einer grandiosen Darbietung Ihrer Fähigkeiten und Talente geführt hat.

Das reduzierte Bühnenbild der Aufführung irritiert zu Anfang, macht neugierig und begeistert am Schluss. Philipp Westerbarkei versteht es mit den Erwartungen seines Publikums zu brechen und dieses mit Ihrer Unsicherheit und offenen Fragen bis zum Schluss alleine zulassen. Nur wer von Beginn an aufmerksam war, hat die Möglichkeit, die Inszenierung am Schluss mit dem Bühnenbild in Bezug zusetzen.

Liebevoll, rasant und voller Details die die Vielfalt des Lebens ausmachen erzählt Philipp Westerbarkei die Oper „La Bohéme“ in seiner eigenen Auffassung und Sprache.

Duisburg, Opernscouts
© Norbert Prümen

Michael Menge
Selbstständiger Grafikdesigner

Michael Menge ist Inhaber der Designagentur „Oppa Franz“ aus Duisburg. Im Dialog mit seinen Kunden schaut der Art Direktor und Designer genau hin: „Es geht uns um den ganzheitlichen Charakter eines Unternehmens. Denn interessante Persönlichkeiten sind nicht perfekt – und spannende Marken auch nicht.“ Als Opernneuling gestartet, hat er an dieser Kunstform großen Gefallen gefunden: „Duisburg bietet vielschichtiges, modernes Musiktheater und kann auf dieses Angebot sehr stolz sein.“

Kurzweiliger Opernabend mit wunderschöner Musik

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Jürgen Ingenhaag über „Pique Dame“

In der Oper „Pique Dame“ von Peter Tschaikowsky will Herrmann durch das Kartenspiel zu Reichtum gelangen. Der Wunsch des Dazugehörens und die Tatsache des Ausgestoßenseins bieten reichlich Stoff auch für eine Hollywood-Kulisse. Es hat mir sehr gefallen, wie Lydia Steier das russische Meisterwerk inszeniert hat. Da ist alles drin, was einen spannenden und abwechslungsreichen Opernabend ausmacht: Bunt und verrückt mit vielen Darstellern und Statisten in der Pool-Szene des 1. Akts, als Maskenball und Spiel im Spiel mit vielen Andeutungen im 2. Akt oder düster psychologisch im letzten Akt.

Dass sich der Träumer Hermann á la Woody Allen in ein unscheinbares Mauerblümchen verliebt, ist nicht ungewöhnlich. Als sich jedoch herausstellt, dass diese die Enkelin der steinalten und steinreichen Gräfin und zudem an den Fürsten Jeletzki vergeben ist, fangen seine Probleme erst an… Eine Meisterleistung von Sergej Khomov, der den zunehmend wahnsinnigen Hermann beklemmend spielt und auch stimmlich in allen Facetten überzeugt.

Ist es im wahren Leben bei den Spielsüchtigen nicht auch so? Der Besessene verleugnet sogar seine Liebe. Das Theaterpersonal empfiehlt die Originalvorlage von Alexander Puschkin zu lesen, bei der der Protagonist im Irrenhaus landet. „Pique Dame“ verspricht einen kurzweiligen Opernabend mit wunderschöner und leidenschaftlicher Musik. – Und die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Aziz Shokhakimov bringen diese Leidenschaft herüber.

Duisburg, Opernscouts
© Norbert Prümen

Jürgen Ingenhaag
Fachkraft für Arbeitssicherheit

Als Vorstandsmitglied der Musikalischen Gesellschaft Rheinberg organisiert Jürgen Ingenhaag klassische Konzerte in der Stadt am Niederrhein. Als Opernscout versteht er sich als „Botschafter für das Theater Duisburg“. Daneben spielt er Gitarre in der Rheinberger Band ,,Die Zauberlehrlinge“. Seine Leidenschaft für Rock- und Popmusik hat ihn nicht daran gehindert, ein großer Freund der Oper zu werden.