Eine Erfrischung mit Tiefgang

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Markus Wendel über die Premiere von „b.40“

Mit der vorletzten Ballett-Kreation dieser Spielzeit wird uns ein ganz besonderer Abend versprochen, mit vier gänzlich unterschiedlichen Stücken in der großen Tradition des American Modern Dance. Die Stücke sind allesamt nicht neu, feiern aber in dieser Zusammenstellung eine interessante und einzigartige Premiere.

Den Auftakt macht mit PACIFIC ein locker-leicht getanztes Stück, mit unangestrengter Piano- und Streicher-Begleitung. Alle Tänzerinnen und Tänzer tragen Röcke, was vielleicht seltsam klingen mag, im Ergebnis aber einige wunderbar ästhetische Bilder liefert. Ein gelungener Auftakt.
Nach der ersten Pause erleben wir zwei anspruchsvolle und kurze Stücke. LOCUS TRIO ist eine Art vertanzte Yoga-Stunde, in klinisch reiner Erscheinung, ohne Musik, und mit Bewegungsabläufen, die mich an einen mathematisch-geometrischen Zufallsmodus erinnern.
NIGHT WANDERING finde ich in seiner musikalischen Untermalung durchaus anstrengend, überzeugt mich allerdings mit einigen wirklich interessanten Haltefiguren, und einem nachdenklichen, intimen Ende.
Auch zeitlich eine angenehme Punktlandung.
Nach der zweiten Pause wird es turbulent. OFFENBACH OVERTURES ist sehr lebendig, mit einer ordentlichen Portion Humor, verrückten Charakteren, und einer Vielzahl kleiner Geschichten. Für mich das Highlight des heutigen Abends, vor allem aufgrund der musikalischen Eingängigkeit, vielen bekannten Melodien, und einer wirklich einfallsreich-witzigen Choreographie. Großes Lob auch an die Beleuchter, die es geschafft haben, gänzlich ohne Kulissen einen atmosphärisch dichten Rahmen zu schaffen, was für alle Stücke des heutigen Abends gilt.

Zusammenfassend ein wirklich schöner Ballett-Abend, den ich gerade aufgrund der gebotenen Vielfalt in guter Erinnerung behalten werde. Vielen Dank, und gerne mehr davon!

Wendel_Markus_Foto_Andreas_EndermannMarkus Wendel
Feuerwehrmann in Düsseldorf

Als neuer Scout folgt Markus Wendel in der Spielzeit 2018/19 frühen Spuren seiner Opernbegeisterung: Seine erste Begegnung mit Richard Wagners „Götterdämmerung“ hatte er 2003/04 im Düsseldorfer Opernhaus, und schon damals begeisterte ihn Linda Watson als Brünnhilde. Als Feuerwehrmann der Landeshauptstadt Düsseldorf kümmert sich Markus Wendel um die strategische Planung und Einsatzorganisation. Ganz besonders schätzt er seine Dienste im Opernhaus: Als Brandsicherheitswache beobachtet er die Aufführung dann von der Seitenbühne aus. „Ich mag das Gewusel hinter den Kulissen“, sagt der 39-Jährige. Was ihn aus dieser Perspektive besonders anspricht, schaut er sich gern noch einmal mit Freunden oder der Familie aus dem Zuschauerraum an.

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Ein vierblättriges Kleeblatt

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Jenny Ritter über die Premiere von „b.40“

Ein Abend: 4  Stücke! Ein Thema:  American  Modern  Dance

1.Stück PACIFIC – Mark Morris
Gleich zu Beginn: ein wunderschönes Bühnenbild, das eigentlich gar keins ist. Es besteht nur aus Farbe: schwarz mit blauem Hintergrund, die ersten Tänzer tragen lange weiße  Röcke mit blauem Muster, die Frauen lange weiße Kleider mit blauem Muster. Das ergibt beim Tanzen wunderschöne Figuren. Das gleiche wiederholt sich mit grün, dann rot, und dann mischen sich die Farben – alles ist wunderschön und  ästhetisch anzusehen. Die kleine musikalische Besetzung besteht aus einem Trio (Franziska Früh/Violine,  Duo-Min-Kim/Violoncello, Aline Bercu/Klavier)
2.Stück LOCUS TRIO – Trisha Brown
weiß gekleidete Tänzer, auf dem Boden sind Quadrate (die vom Parkett aus nicht ganz einsehbar sind) in denen die Tänzer uns „Yoga für Fortgeschrittene“ präsentieren – ganz ohne Musik.
3.Stück Night Wandering – Merce Cunningham
Hier sind nur zwei Tänzer: Ein Paar alles sehr reduziert auch die Musik, die Kostüme Fell und erdig – hat sich mir nicht erschlossen. Jedoch ausdrucksstark getanzt!
4.Stück Offenbach Overtures – Paul Taylor
gleich zu Beginn, der Vorhang geht auf: wow, ein Bild, das sich mir sofort einprägt. Alles ist in rot schwarz gehalten. Wunderschön dynamisch und ästhetisch anzusehen. Endlich  Musik, die belebt, die Freude macht, die einlädt zum Tanzen von Jacques Offenbach. Herrlich, ich bin berauscht vom Tempo, von der Schönheit des Tanzes und vom Witz. Wieder gibt es eine Szene, die nur von Männern getanzt wird, witzig und voller Harmonie. Das Stück endet mit dem ersten Bild, das eine wunderschöne Postkarte abgeben würde, die ganze Vorstellung findet nur in den  Farben: Rot und Schwarz statt. Das Ganze ist ein Fest der Sinne.

Wie immer ist zum Schluss festzustellen, dass die Zusammensetzung der einzelnen Stücke genau in der richtige Reihenfolge erfolgte. Es war ein wunderschöner Abend, mein Dank geht an die wunderbaren Tänzer und Musiker und die vielen Beteiligten, die zum Gelingen des Abends beigetragen haben.

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Jenny Ritter
Tai-Chi-Lehrerin

Jenny Ritter ist Lehrerin für verschiedene Entspannungstechniken und die chinesische Kampfkunst „Tai-Chi Chuan“. In ihrer Arbeit ist ihr der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Bewegung besonders wichtig. Schon durch ihren ersten Lehrmeister, der ihr eine sehr tänzerische Art des Tai-Chi vermittelte, entwickelte sich auch ihre Begeisterung für das Ballett. Seitdem  sie in der Spielzeit 2016/17 „Das Rheingold“ gesehen hat, ist Jenny Ritter nun auch ein Fan von Wagners „Ring“ und freut sich diesen als Opernscout in Düsseldorf abschließen zu können.

 

Ein Höhepunkt: Night Wandering

b.40 „night wandering“ ch.: Merce Cunningham

Hubert Kolb über die Premiere von „b.40“

Der Ballettabend b.40 umfasste sehr unterschiedliche vier Stücke, 7 bis ca.25 min lang. Höhepunkt für mich war das dritte Stück, Night Wandering von Merce Cunningham, mit der Musik von Bo Nilsson (Klavier solo, modern unharmonisch, aber dynamisch). Zwei animalische Menschen mit Fellkostümen von Robert Rauschenberg (!) gehen langsam auf die Bühne und beherrschen den Raum mit einem Tanz der Annäherungen und Scheinfluchten, eine Art Balztanz, der dann in einer Vereinigung endet. Alle Bewegungen sind ungewöhnlich, originell, stimmig, und weit weg vom klassischen Ballett. Ich war fasziniert.
Begonnen hatte der Abend mit einem ästhetisch schönen, geometrisch ausgerichteten Tanzstück, Männer und Frauen in Röcken (Pacific von Mark Morris). Da passten Kostüme, Bewegungen, Farbe und Licht. Und dennoch berührte mich das Stück nicht, alle Tänzer tanzten für sich, es ergab sich keine Beziehung zwischen den einzelnen Personen auf der Bühne.
Dann folgte ein kurzes Stück (Locus Trio von Trisha Brown) ohne Musik (!), bei dem drei Tanzende gemäß einem geometrischen Muster auf dem Boden Bewegungen durchführten, die mich immer wieder an Gymnastik erinnerten – wieder keine Beziehung zwischen den drei Personen erkennbar. Nach 7 min war Ende, ohne, dass dies für mich ein logischer Schlusspunkt war.
Nach der emotional berührenden Night Wandering kam zum fröhlichen Entspannen eine humorvolle Interpretation von mehreren Stücken von Jacques Offenbach (Offenbach Overtures von Paul Taylor). Alles war sehr lustig, gefällig, nett, klassisch getanzt – es gab Männer-Frauen-Konflikte, ein Duell, und eine (scheinbar) betrunkene Tänzerin. Man durfte zwischendurch lachen, aber der fehlende Tiefgang war für mich ein deutlicher Minuspunkt. Der Applaus war freudig und intensiv.

Kolb_Hubert_Foto_Andreas_EndermannDr. Hubert Kolb
Professor für Immunologie/Diabetologie im Ruhestand

Als Biologe und Immunologe hat Hubert Kolb am Deutschen Diabetes-Zentrum Düsseldorf zu Mechanismen und Therapien des Kinder- und des Erwachsenendiabetes geforscht und gearbeitet. Vorsorge und Umgang mit der Krankheit beschäftigen ihn auch noch im Ruhestand. Den Weg zur Oper fand Hubert Kolb im Studium in München – eine „Zauberflöte“ in Spitzenbesetzung begeisterte ihn nachhaltig. Mittlerweile findet er genügend Zeit, die Oper regelmäßig zu besuchen und Vieles neu kennen zu lernen. Auch das Ballett am Rhein, das ihm unter Martin Schläpfer unerwartet gut gefällt.

Wahnsinnsoper in Düsseldorf

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Katrin Gehlen über die Premiere von „Pique Dame“

Es beginnt an einem strahlenden Frühlingstag im Freien, in Anlehnung an die Poolszene aus Billy Wilders Sunset Boulevard.
Wir lernen Hermann kennen, einen der Protagonisten in Pique Dame. Er hat sich in Lisa verliebt, Enkelin der Königin der besseren Gesellschaft und Verlobte des mächtigen Jeletzkis. Es beginnt eine unerreichbar scheinende, zum scheitern verurteilte Liebesgeschichte, die anfänglich überraschender Weise möglich zu sein scheint. Alles spricht für ein Happy End.
Bis Hermann Wissen über die Großmutter erlangt, wieso diese von allen „Pique Dame“ genannt wird und sich in seinem Kopf die Idee fest setzt, das Geheimnis des ewig gewinnenden Kartenspiels zu erfahren. Auf ein Mal scheint die Gier nach Geld Überhand zu bekommen. Es setzt eine Art Wahnsinn ein, die der Betrachter von Szene zu Szene beobachten kann. Letztendlich bleibt offen, wem oder was nun Hermanns Liebe wirklich gilt.
Musikalisch ist die Oper für mich fantastisch. Die Anlehnung an das Hollywood der zwanziger Jahre ist gut gelungen, die Übertragung auf das 21. Jahrhundert allerdings setzt mich  streckenweise einer zu großen Reizüberflutung aus. Einige Szenen scheinen mir überspielt und zum Teil sogar übertrieben brutal, auch wenn dadurch wohl nur der zunehmende Wahnsinn Hermanns dargestellt werden möchte.

Tschaikowskys „Pique Dame“ ist sicherlich eine sehenswerte Oper hier bei uns in Düsseldorf und ich kann jedem nur empfehlen, sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen.

Gehlen_Katrin_Foto_Andreas_EndermannKatrin Gehlen
Modedesignerin

Katrin Gehlen ist als Modedesignerin spezialisiert auf individuelle Maßanfertigungen. Menschen, die wie sie selbst künstlerisch tätig sind, lädt sie in regelmäßigen Abständen gemeinsam mit ihrem Mann zum Kreativtreff „Rheingold“ ein. Dann wird das eigene Haus zu einem inspirierenden Kunstsalon. Mit ihrem besonderen Interesse am Ballett freut sie sich jetzt auf die Auseinandersetzung mit den Aufführungen im Opernhaus. 

Für jeden etwas dabei

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Michael Langenberger über die Premiere von „Pique Dame“

Sie mögen es opulent, spektakulär? Wollen kurzweilige Unterhaltung? Ständig und überall etwas neues Entdecken? Vielschichtige Anspielungen, echten Tiefgang? Dann ist die Neuinszenierung von Pique Dame, die vorletzte Oper Tschaikowskys, nach der gleichnamigen Novelle von Puschkin, genau das, was Sie sich anschauen sollten. Nur je nach Ihren präferierten Opernbesuch-Gewohnheiten bedarf es unterschiedlicher Vorbereitungen.

Opulent und spektakulär verbindet die amerikanische Regisseurin Lydia Steier die russische Welt der Zarenzeit mit dem Hollywood der 20er-Jahre. Aufwendige Kostüme, abwechslungsreiches Bühnenbild mit einer extra-perfekten Beleuchtung beschäftigen Ihre Augen zu jedem Zeitpunkt der Aufführung. Im Orchestergraben überlässt man, mit den wie immer blendend aufgelegten Düsseldorfer Symphonikern unter Leitung von Aziz Shokhakimov, nichts dem Zufall. Überhaupt, alle Akteure auf der Bühne liefern imposante schauspielerische- und Gesangsleistungen ab. Besonders Hanna Schwarz als die Gräfin beeindruckt bei der Interpretation ihrer Rolle und mit ihrer Stimme (und das in einem Alter, deutlich jenseits dessen, was wir als Rentenalter bezeichnen). Auffällig viel Beifall bekommt Maria Kataeva als Polina, sicherlich nicht nur wegen ihres “Heimvorteils”, sondern wegen ihres tonumfangreichen Mezzosoprans, was auch mich immer wieder dahinschmelzen lässt.

Anfänglich tat ich mich hingegen schwer mit Elisabeth Strid in ihrer Rolle der Lisa. War es die Stimme? Ihr Auftritt selbst? Ihre Einbettung in das Bühnengeschehen? Und so kommen wir zum anspruchsvollen Teil der Aufführung. Viele tiefgründige Anspielungen auf Tschaikowskys Leben, die damalige Zeit, Verbindungen zur heutigen Zeit baut die Regisseurin insbesondere in das Spiel von Lisa und Hermann ein. Wer ein gutes, oder besser noch, ein hervorragendes Wissen über die damalige Zeit, Puschkins Novelle und Tschaikowskys Leben hat, kann die ganze Tiefe dieser Hintergründigkeit der Inszenierung schon während der Aufführung erfassen. Ich war in der Hinsicht nicht gut vorbereitet. Doch das spielte aus den o.g. Gründen, für einen kurzweilig erlebten Premiereabend, keine Rolle.

Opernscouts 2018 / 2019

Michael Langenberger
Wirtschaftsmediator und Coach

Michael Langenberger arbeitet freiberuflich als Wirtschafsmediator und Führungskräftecoach in Haan. Musik und Tanz spielen eine große Rolle in seinem Leben: Er spielt Klavier, sang im Chor und tanzt: Auf Standard und Latein folgten Salsa und Modern Contemporary Dance im tanzhaus nrw, wo er auch an öffentlichen Performances mit Profis und Laien mitwirkte. Er liebt die Vielfalt des kreativen Ausdrucks – sei es als Geschichtenerzähler, Musiker, Tänzer oder Opernscout – und macht sich diese auch im beruflichen Kontext zu Nutze.

Tschaikowsky in Hollywood: es gilt „Entertainment first“

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Hubert Kolb über die Premiere von „Pique Dame“

Die zur Zeit angesagte Regisseurin Lydia Steier ist der Meinung, Oper muss unterhalten, also „Entertainment first“. So hat sie die Geschichte von Pique Dame in das Hollywood der 1950er Jahre übertragen: das kann man blöd finden oder anregend; ich fand es höchst anregend – ich blieb bis zum Ende hellwach und genoss die vielen Einfälle der Regie.
Nicht alle Einfälle waren gelungen, zum Teil passte der Text nicht auf die auf der Bühne dargestellten Vorgänge. Und die Leichtigkeit und bunten Kostüme der ersten Hälfte wichen in der zweiten Hälfte dem dunklen Thema der Story. Da hat sich Tschaikowsky dann doch noch durchgesetzt. Aber auch dieser Teil der Handlung wird mit wirksamen Effekten der Regie und tollen Lichteffekten gestützt. Besonders eindrucksvoll war, wie die halbe Bühne mit der feiernden Casino-Gesellschaft aus der Versenkung nach oben gefahren wurde, als Kontrast zu der dunklen Todesszene im Vordergrund.

Die kraftvollen russischen und osteuropäischen Stimmen und der dunkle Klang der russischen Sprache waren angenehm zu hören. Schade, dass der usbekische Dirigent Orchester, Chor und Sänger manchmal nicht gut zusammenhalten konnte, darunter litt etwas die musikalische Präsentation dieser großen Oper.

Auch diese Inszenierung könnte ich mir, wie Roméo et Juliette, noch einmal anschauen. Bei Roméo et Juliette habe ich es getan – und war wieder hingerissen von der überzeugend-modernen Umsetzung der klassischen Story.

Kolb_Hubert_Foto_Andreas_EndermannDr. Hubert Kolb
Professor für Immunologie/Diabetologie im Ruhestand

Als Biologe und Immunologe hat Hubert Kolb am Deutschen Diabetes-Zentrum Düsseldorf zu Mechanismen und Therapien des Kinder- und des Erwachsenendiabetes geforscht und gearbeitet. Vorsorge und Umgang mit der Krankheit beschäftigen ihn auch noch im Ruhestand. Den Weg zur Oper fand Hubert Kolb im Studium in München – eine „Zauberflöte“ in Spitzenbesetzung begeisterte ihn nachhaltig. Mittlerweile findet er genügend Zeit, die Oper regelmäßig zu besuchen und Vieles neu kennen zu lernen. Auch das Ballett am Rhein, das ihm unter Martin Schläpfer unerwartet gut gefällt

Sekt statt Wodka

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Jenny Ritter über die Premiere von „Pique Dame“

Was haben Tschaikowsky und Puschkin mit Cowboys und Indianer zu tun:  gewiss, es gibt in dem Stück Uniformen, schließlich war Herrmann ein Offizier im Militär, doch  in dieser Inszenierung trug er einen braunen Cordanzug, das war ein Schock mich und nicht nachvollziehbar. Lisa wurde als Trampel vom Lande dargestellt. Die fehlenden Uniformen wurden lächerlicherweise in Cowboy- und Indianerspielen dargestellt. Das Gutelaunegefühl wurde sehr amerikanisch mit Sekt, statt mit Wodka und dann auch noch am Swimmingpool  dargestellt, in Kostümen der 1950-Jahre(?)
Tschaikowskys Liebe zu Mozarts Musik wurde interessanterweise mit  Kostümen und Bildern aus seiner Zeit dargestellt – seine Homosexualität mit schrägen Kostümen, Manches witzig, Vieles peinlich. Indianer wurden mit der  „Zweifingergeste“ totgeschossen und fielen um? Der Sinn hat sich mir nicht erschlossen.

Es gab viele schöne Bilder – gezaubert durch wahnsinnige Lichteffekt: der Wechsel vom kitschigen pinken amerikanischen Bühnenbild wird in eine stimmungsvolle Szene verändert – alleine durch die Beleuchtung. Wunderbar.

Es waren viele schöne Momente – vor allem die Musik, mit fehlte allerdings in dieser  Inszenierung  die Russische Seele! der Tschaikowsky und der Puschkin!

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Jenny Ritter
Tai-Chi-Lehrerin

Jenny Ritter ist Lehrerin für verschiedene Entspannungstechniken und die chinesische Kampfkunst „Tai-Chi Chuan“. In ihrer Arbeit ist ihr der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Bewegung besonders wichtig. Schon durch ihren ersten Lehrmeister, der ihr eine sehr tänzerische Art des Tai-Chi vermittelte, entwickelte sich auch ihre Begeisterung für das Ballett. Seitdem  sie in der Spielzeit 2016/17 „Das Rheingold“ gesehen hat, ist Jenny Ritter nun auch ein Fan von Wagners „Ring“ und freut sich diesen als Opernscout in Düsseldorf abschließen zu können.